Versagen die Eliten?
Teil 65
NATO – Nostalgie
10. Januar 2012
Heute, vier Jahre nach dem großem wirtschaftlichen Knall in den USA, sagen deutlich mehr als vor der US – Finanz- und Wirtschaftskrise, ein vorsorglicher strenger Ordnungsrahmen hätte das Desaster – zumindest in Europa – erträglicher gestaltet. Die unzureichende Vorsorge und Regulierung ist nicht nur allen Europäer bis jetzt teuer zu stehen gekommen. Alle zurückliegenden US – Finanz- und Wirtschaftskrisen seit 1929 waren niemals weniger kostspielig. Augenscheinlich versagen die globalen Märkte, wenn sie sich selbst überlassen bleiben und keinerlei wirkungsvolle politische Aufsicht erfolgt. Es gibt viele Gründe für das totale Marktversagen, die der DRSB bis heute schonungslos offen legen konnte. Einer davon ist das provozierende imperiale Gehabe der USA.
Der fortschreitende asymmetrische Partisanenkrieg in Afghanistan ist weder der lauthals angekündigte Präventivkrieg gegen den Islamismus oder gegen den zügellosen Drogenanbau, noch dient er zum Aufbau einer funktionierenden Demokratie in einen traditionell muslimisch geprägten Land. Bis sich diese einfache Erkenntnis bei den europäischen NATO – Partnern durchgesetzt hat, dürften vermutlich noch weitere Jahre ins Land ziehen. Nach der aufklärenden Berichterstattung des DRSB entstehen aber in den meisten europäischen Ländern starke Zweifel an der Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit der Globalisierung und dem NATO – Bündnis. Das Versagen der Ideologie von den weltumspannenden globalen Märkten war eigentlich schon mit dem brutalen Niedergang der so genannten
NEW ECONOMY
zur Jahrtausendwende entlarvt. Diese nachhaltige Entzauberung der zügellosen, gierigen und morallosen Marktwirtschaft hätte dem Grunde nach dazu führen müssen, dass man weltweit den Globalisierungswahn als verschleierte Amerikanisierung hätte erkennen müssen. Hoffentlich führt die 2007 ausgebrochene US – Finanz- und Wirtschaftskrise noch rechtzeitig bei allen Europäern zu einer Desillusionierung, um zu verhindern das Europa auch militärisch von den USA in den Abgrund gezogen werden kann. Denn Irak, Lybien und besonders Afghanistan wird der ziellos gewordenen NATO den tödlichen Stoß versetzen können. Nichts, absolut gar nichts, was die USA noch in der Lage sind auszurichten, wird längerfristigen Einfluss auf islamisch geprägte Staaten nehmen. Dieser politische Zug ist seit dem Überfall auf den Irak und der Besetzung von Afghanistan endgültig abgefahren. Wer heute noch das so genannte
Imperium Americanum
bejubeln möchte, der verkennt in fataler Weise die Realität. Dem vermeintlichen amerikanischen Imperium fehlte es immer schon an ethischer sowie moralischer Substanz. Wer genau hinschaut erkennt auch klar, dass es weder eine wirtschaftliche noch politische Substanz jemals gegeben hat. Es ist quasi ein Wunder der Geschichte, dass ein Land mit so wenig Substanz die Welt jahrzehntelang so stark provozierend dominieren konnte. Diese hegemoniale Dominanz ist am besten erkennbar durch den unbestreitbaren Unilaterismus der USA in der NATO und führte bis heute dazu, dass die europäischen NATO – Partner zu subalternen Helfern degradiert werden. Diese sklavische Abhängigkeit soll nach der Vorstellung der Mächtigen in Washington noch lange andauern. Doch immer mehr Politikern, die noch nicht in den Sog der atlantischen Brückenorganisationen hineingezogen wurden, dämmert es allmählich, dass das Bündnis der NATO im politischen, wirtschaftlichen und militärischen Desaster enden muss. Denn durch die verhängnisvolle so genannte Osterweiterung der NATO sowie auch der EU sind gefährliche Unübersichtlichkeiten entstanden. In der Ermangelung eigener Entschlussfähigkeit, siehe das anhaltende Eurodesaster, entsteht eine wachsende Abhängigkeit von den USA und behindert und blockiert jegliche Reformbemühungen der Europäer auf wirtschaftlichen sowie auch auf militärischem Gebiet. Das heutige Gebilde der NATO ist lediglich eine Hilfskrücke zur Stabilisierung des Privilegs der USA als Supermacht. Ohne die willfährige Unterstützung der Verteidigungsgemeinschaft der Europäer wäre das
Imperium Americanum
am Ende der Ära einer Supermacht. Ein abwehrfähiges Europa, wie es durchaus realistisch denkbar ist, könnte sich auf die eigenen Möglichkeiten stützen. Dies fürchten auch die Strategen im Pentagon und versuchen im aller Gewalt die Abhängigkeit der europäischen NATO – Partner von den USA aufrecht zu erhalten. Jede sinnvolle Bestrebung zur Eigenständigkeit einer europäischen autarken Verteidigung wurde von den USA bis heute mit allen Mitteln hintertrieben. Es ist der Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht hinreichend bewusst, denn solange die US – Air Force die Benutzung der Stützpunkte in unseren Land ohne jede Befragung unserer Regierung vornehmen darf – und das ist den USA vertraglich zugesichert – ist die volle Souveränität unseres Landes nicht gewährleistet. Solange können Amerikaner in unserer Heimat „SCHALTEN“ und „WALTEN“ wie es ihnen gerade beliebt.
Wo ist ein deutscher Politiker
zu sehen, der das schnellstens ändern möchte?
Für viele scheint es wesentlich bequemer zu sein, sich in unwürdiger Abhängigkeit weiterhin unter die Fittiche der USA zu stellen. Deutschland und der Rest von Europa erfüllt durch den Verbleib in der NATO die Voraussetzung für die USA auch in Zukunft eine leichte Beute zu sein. Möglicherweise fehlt den meisten europäischen Politikern auch die ethische wie moralische Substanz zur Eigenständigkeit und zur dauerhaften Selbstbehauptung. Stellvertreterkriege in muslimischen Ländern passen schon lange nicht mehr in das Denken der meisten Europäer. Es muss also zwischen Europa und den USA zu einer Trennung der Leitungsbefugnis und den Selbstbehauptungsrechten kommen. Nur dadurch wird eine effektive Kontrolle von wirtschaftlichen, politischen und militärischen Absichten und Vorgängen möglich. Niemand hat so frühzeitig [ 2005 / 2006 ] und so exakt den völligen Zusammenbruch der amerikanischen Wirtschaft und dessen fatalen Folgen ab dem Jahr 2007 vorausgesagt, wie der DRSB. Die messerscharfen Analysen und Prognosen sowie die Ursachen- und Wirkungszusammenhänge der US – Finanz- und Wirtschaftskrise sind bis zum heutigen Tag quasi zu 100% eingetreten. Was zu tun ist wurde vom DRSB ausführlich beschrieben, so dass der Schritt zur NATO – Nostalgie längst überfällig erscheint. Denn die wirtschaftliche, politische und militärische Vorherschaft der USA wird nicht mehr wie in der Vergangenheit als selbstverständlich hingenommen werden. Wenn die reformierten USA, wenn ein neues Amerika in Zukunft von anderen Ländern respektiert werden möchte, dann muss man ethische und moralische Substanz neben der wirtschaftlichen aufbauen. Das noch immer praktizierte hegemoniale System konnte die in das obsolete Modell gesetzten Erwartungen noch immer nicht erfüllen.
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