DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Traumschiff
gegen
Altersheim
Ein ( nicht ) ganz ernst gemeinter Vergleich am Rosenmontag
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Heinrich Sternemann
Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 19. Februar 2007
Die deutsche Pflegeversicherung ist eine umlagefinanzierte Pflichtversicherung im Rahmen des deutschen Sozialversicherungssystems.
Sie wurde zum 01. Januar 1995 mit dem
Sozialgesetzbuch XI
( SGB XI )
als so dargestellte „fünfte Säule” der Sozialversicherung nach
Krankenversicherung,
Berufsunfallversicherung,
Rentenversicherung
und
Arbeitslosenversicherung
in Deutschland eingeführt.
Die Versicherung sollte ursprünglich dauerhaft einen zu erwartenden erhöhten Bedarf an pflegerischer Versorgung an der häuslichen und stationären Pflege sicherstellen.
Die Träger der Pflegeversicherung sind die so genannten Pflegekassen, die bei den Krankenkassen errichtet wurden und ihre Aufgaben in eigener Verantwortung als rechtsfähige Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung wahrnehmen.
Die gesetzlich krankenversicherten Personen wurden mit Inkrafttreten des SGB XI in die soziale Pflegeversicherung aufgenommen.
Bürger, die dort nicht Pflichtversicherte sind, können freiwillig in die Pflegeversicherung aufgenommen werden ( § 6a SGB XI ).
Bürger mit einer privaten Krankenversicherung wurden parallel Mitglieder der privaten Pflegeversicherung.
Nach einer Darstellung der Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt
belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für einen Pflegeplatz im Altersheim auf
200 Euro proTag.
Aus einer Reihe von Zuschriften, die der DRSB e.V. erhalten hat, ist die Tendenz abzuleiten, dass sehr viele ältere deutsche Bürger den festen Willen haben:
„Ich will niemals in ein Altersheim”.
Ein aufmerksamer aktueller Rentenbezieher übermittelte dem DRSB e.V. sogar einen Vergleich der täglichen Kosten zwischen einem Altersheim und einem Traumschiff.
Die Überprüfung ergab, dass bereits ab 125,00 Euro proTag und Person Langzeitreisen auf Kreuzfahrtschiffen angeboten werden.
Der Mittelwert mehrerer Angebote lag bei 138,00 Euro und liegt damit 62,00 Euro unter dem
„Ulla” – Pflegesatz
für einen Platz im Altersheim.
Was also kann ein Traumschiff
gegenüber einem Altersheim mehr bieten?
- 8 bis 10 freie Mahlzeiten die entweder in den Bordrestaurants oder als „Room Service” in der Kabine serviert werden. Frühstück im Bett ist da kein Luxus.
- In der Regel verfügen die Kreuzfahrtschiffe über Freizeitangebote wie zum Beispiel:
Fitnessräume, Swimmingpools und Saunen.
- Jeden Abend finden Bordshows statt und es werden darüber hinaus im Bordkino aktuelle Filme gezeigt.
- Die schmutzige Wäsche wird täglich gereinigt. Eine zusätzliche Benutzung von Waschmaschinen und Trocknern steht jedem Passagier frei.
- In den Badezimmern liegt immer kostenlos Seife, Shampoo, Zahnpasta und Rasierzeug.
- Defekte Geräte wie zum Beispiel Fernseher oder CD – Player, werden sofort kostenlos ausgewechselt. Das Gleiche gilt für kaputte Birnen oder zu harte
Matratzen.
- Die Bettwäsche und Handtücher werden täglich ohne Nachfrage gewechselt.
- Die Bordkrankenstationen sowie die Bordärzte behandeln kostenfrei und die Medikamente sind Topprodukte der Pharmaindustrie.
- Im Rhythmus von 8 bis 14 Tagen kommen neue freundliche Passagiere an Bord.
- Die Mitarbeiter der Traumschiffe sind höflich, hilfsbereit und aufmerksam. Selbst ausgefallene Wünsche werden > wenn möglich < erfüllt. Man wird wie ein König behandelt und nicht wie ein lästiger „Patient”.
- Die Reiserouten sind frei wählbar, so dass Afrika, Asien, Südamerika und auch Australien besucht werden können.
- Für ein „kleines” Trinkgeld von 10,00 Euro pro Tag lesen die Stewards jedem Passagier jeden Wunsch von den Augen ab.
- Gemessen am so genannten „Ulla” – Pflegesatz von 200,00 Euro verblieben jedem aktuellen Rentenbezieher in der Pflege also 52,00 pro Tag, die für einen kleinen Luxus gespart werden könnten.
- Misshandlungen vom Pflegepersonal scheinen ausgeschlossen.
- Mit einer schriftlichen Verfügung wäre im Todsfall eine Seebestattung möglich.
Bei so vielen Vorteilen müssten in Deutschland eigentlich alle Pflegebedürftigen
sofort auf Traumschiffe verlegt werden. Das hätte womöglich auch zur Folge, dass die
Angehörigen viel öfter zu Besuch kommen würden.
Da stellen sich nur die Fragen:
Was machen die Kaufleute der Reedereien falsch?
Kalkulieren die Kaufleute der Altersheime nach geheimen Formeln?
Kaum eine Reederei von Kreuzfahrtschiffen macht Verluste.
Es ist also höchstwahrscheinlich, dass die Betreiber von Altersruhesitzen ihre
„Kunden” kräftig zur Kasse bitten.
Für das DRSB e.V. – Modell
GenDac3
3 Generationen unter einem Dach
wurden 1994 tägliche Kosten von 62,00 D-Mark angesetzt. Gemessen an den
Kostenstrukturen 2007 entspricht das aktuell einem Kostensatz von 75,00 Euro.
In Deutschland sind heute circa 22% der Bürger 60 Jahre oder älter, im Jahre 2050
werden es vermutlich circa 36% sein.
Immer mehr Menschen, die im Alter nicht alleine leben möchten, suchen verstärkt
nach Wohnalternativen.
Der Wunsch, zusammen mit jüngeren Bürgen unter einem Dach oder in einer
Gemeinschaft zu leben, tritt immer mehr in den Vordergrund.
GenDac3
3 Generationen unter einem Dach
ist die Form des gemeinsamen Wohnens für Jung und Alt, von der alle profitieren.
Für allein erziehende berufstätige Bürger ist die generationsübergreifende
Lebensform geradezu ideal und maßgeschneidert.
Im Notfall ist immer ein hilfsbereiter Bürger als Babysitter zur Hand.
Ältere Bürger wünschen sich, Kontakte zur jüngeren Generation zu pflegen und
wollen sich mit sinnvollen Aufgaben in der Gemeinschaft einbringen.
Selbst im Karneval am Rosenmontag macht der Vergleich zwischen
Traumschiff
und
Altersheim
schon extrem nachdenklich.
DRSB
Nichts ist mächtiger als eine
Idee,
deren Zeit gekommen ist.
Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der
Stimme der Demokratie
für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU,
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sichere, leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
sinnvolle, lernfähige Rentensysteme.
