DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
„Scherbenhaufen”
Stars der Globalisierung
> heute gefeiert – morgen gefeuert <
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Heinrich Sternemann
Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 25. Mai 2007
Der Preiskampf am deutschen PKW – Flottenmarkt wird seit Jahren mit verbissener Härte geführt.
Fahrzeuge von so genannten oder selbsternannten „Premiumherstellern” werden, nach Informationen von Flottenmanagern, bis zu 40% unter Listenpreis angeboten.
Echte deutsche Premiumhersteller wie zum Beispiel
Mercedes, Audi oder BMW
scheuen Rabattschlachten am Neuwagenmarkt für Privatkunden für ihre womöglich überteuerten Produkte.
Hohe Preisnachlässe für PKW – Flotten bringen bevorzugte Modelle der Hersteller schneller auf die Straße und erwecken für die Bürger den Eindruck, dass gerade diese Modelle sehr gefragt sind.
In Wirklichkeit erreichen die Premiumhersteller damit, dass durch die extrem hohen Preisnachlässe für Flottenkunden „junge” und „bezahlbare” Gebrauchtwagen von Privatkunden erworben werden können.
Das hat
langfristig gesehen
enorme Auswirkungen auf das Gebrauchtwagengeschäft der Automobilhändler und zerstört das Preisgefüge.
Auch der Privatkundenanteil bei einigen Premiumherstellern sinkt Jahr für Jahr dramatisch ab.
Kraftfahrzeuge, wie zum Beispiel der neue
Audi A6,
fanden im Jahr 2006 nur noch magere 22,9% Privatkunden.
Auch schleppend absetzbare Modelle von BMW werden über den „Absatzkanal” Flottengeschäft gepuscht.
Dass sich immer weniger Bürger als Privatkunden vermutlich „überteuerte Neuwagen” leisten, ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass die
„Premium – Preisfindung”
der Automobilhersteller für den deutschen Markt an Wunschvorstellungen klammert, die nicht mehr zu realisieren sind.
Gescheiterte Phantasien von
Globalisierung und Imperiumbildung
lassen immer häufiger und ausschließlicher den Schluss zu, dass mit einer überzogenen Preispolitik die Bürger diese katastrophalen
„Managerdesaster”
finanzieren müssen.
Das britische BMW – Abenteuer mit „Rover” riss trotz intensiver Nutzung von Steuervorteilen noch große Löcher in die Bilanzen.
Der amerikanische ( Alp ) Traum der Daimler – Chrysler AG dürfte in Kürze sein Ende finden.
Bereits die Trennung von Mitsubishi brachte ans Tageslicht wie leichtfertig Ingenieurleistungen und Geld wahllos verbrannt werden können.
Der US – Autobauer „Chrysler”
wird da vermutlich keine Ausnahme sein.
Schon heute steht außer Zweifel, dass die „schremppschen Phantasien” nicht nur Milliarden an Euro vernichteten, sondern auch Langzeitarbeitsplätze bei Mercedes.
Darüber hinaus waren Mercedeskunden die Leidtragenden einer verfehlten „Sparpolitik”, die dem Konzern Gewinne sichern sollte, aber zu katastrophalen
„Qualitätseinbußen”
führte.
Noch heute sind Bürger über die Qualität von so dargestellten
„Premium – Autos”
deutscher Hersteller enttäuscht, die zumeist aus bloßen Kostengründen im Ausland gefertigt wurden und werden.
Mercedes ML – Fahrer und BMW Z3 / Z4 – Lenker kennen vielfach den Unterschied zwischen
made in germany
und „gebastelt” in den USA.
Abfallende Innenverkleidungsteile und unlackierte Innenseiten von Kofferraumdeckeln sind da noch die kleineren Übel, aber beileibe auch keine Einzelfälle.
Mehrere Fragen rücken somit erkennbar in den Brennpunkt:
Zahlen wir Premium – Preise für Premium – Qualität?
Entsprechen in Asien und in den USA
gefertigte Autos deutscher Hersteller noch dem ursprünglichen Premium – Anspruch?
Welche Gründe außer rigider Kosteneinsparungen
sprechen für eine Automobilproduktion im Ausland?
Der einst gefeierte Manager- und Börsenstar
Carlos Ghosn
von Renault – Nissan steht vor den Trümmern seiner Kosten – Spar – Orgie.
Qualitätsanbußen bei Renault und wie bei Nissan führen quasi regelmäßig zu sehr kostenträchtigen Rückrufaktionen.
Die guten Sitten einer erfolgreichen Personalführung sind auf dem Weg in die gänzliche Auflösung und werden zunehmend durch gezieltes
Mobbing
ersetzt.
Die Selbstmordrate bei Renault steigt an und lässt Rückschlüsse auf das „Klima” im Konzern zu. „Fürsorgliche Anteilnahme” scheint im „Ghosn – Imperium” ein Fremdwort.
Es herrscht ein „Klima der Angst”, das Schikanen Tür und Tor öffnet.
Ist es „das”, was deutsche Auto – Bosse sehenden Auges anstreben?
Der Vorstandsvorsitzender der BMW Group
Dr. – Ing. Norbert Reithofer
eröffnete zum Beispiel in der südindischen Stadt
Chennai
die erste indische Produktionsstätte der BMW – Group.
Chennai hieß früher Madras und war das Nervenzentrum des Britischen Empires in Indien.
Die Hafenstadt an der Ostküste Süd – Indiens am Golf von Bengalen hat geschätzte
5 Millionen Einwohner.
Chennai ist eine der wichtigsten Metropolen Indiens und die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu.
Der Name der Stadt wurde 1996 in Chennai geändert. In asiatischen Wirtschaftsraum wird auch noch der frühere Name Madras verwendet.
Indienkennern ist seit Jahren bekannt, dass der größte Schwachpunkt die desolate Lage der Infrastruktur des Einwohner starken Landes ist.
Chennai macht hier keine Ausnahme.
Strom und Wasser sind knapp und funktionierende Transportwege existieren nur auf niedrigstem Niveau.
Das macht überall in Indien eine effiziente Logistik unmöglich und treibt so die realen Transportkosten in gigantische Höhen.
Einige Industrieunternehmen unterhalten deshalb einen eigenen Busservice, um die Arbeiter und Angestellten rechtzeitig am Arbeitsplatz erscheinen zu lassen.
Genützt haben die Maßnahmen nichts.
Das indische Schienennetz wurde seit der Kolonialzeit nicht mehr erweitert und verrottet in ländlichen Regionen vollkommen.
Sicherlich wird Indien ein Zukunftsmarkt der Neuzeit werden. Es stellen sich da nur zwei Fragen:
Warum müssen BMW – Fahrzeuge in Indien gefertigt werden?
Warum sollen indische Bürger
nicht ausschließlich in Deutschland hergestellte Autos kaufen?
Indische Arbeitskräfte sind „billig” und „lernwillig”; wahrscheinlich liegt darin der Hauptgrund, in Asien die in Deutschland entwickelten Automobile zu fertigen.
Doch schon das Beispiel der deutschen Produktionsstätten in China zeigt überdeutlich den systematisch organisierten Abzug von Arbeitsplätzen und Know – How.
Die Firma Grohe – Armaturen
sollte hier ein warnendes Beispiel für deutsche Manager sein.
Indische Ingenieure sind extrem lernfähig und werden Dank der großzügigen Entwicklungshilfe der BMW – Group bereits in wenigen Jahren eine indische Automobilindustrie aufbauen, die dann Fahrzeuge
made in india
baut, womöglich auf BMW – Level.
Wozu das alles?
Ein solches Szenario kostet in Deutschland wieder tausende von Langzeitarbeitsplätzen und vernichtet Arbeitsvolumen für immer.
Für seine heutigen „Großtaten” in Indien wird der BMW – Boss bestimmt von den Börsen dieser Welt gefeiert.
Nur, was kommt danach?
Mit „billig” produzierten BMW – Autos aus Indien lassen sich einige Zeit tolle Gewinne mit
Premium – Preisen
erzielen.
Ist ein BMW – Automobil
„designed in germany” und „built in india”
wirklich noch ein „echter” BMW?
Diese Frage werden sich recht bald deutsche Bürger stellen müssen!
Den Bürgern aber, die dann womöglich den Arbeitsplatz verloren haben werden, nützt die Antwort auf die vorgenannte Frage gar nichts.
Es ist unglaublich, wie viel Geisteskraft und Energie in der Welt aufgeboten werden, um Dummheiten auf den Weg zu bringen.
„Wer blind ist für seine Fehler,
stellt sich auch taub für gute Ratschläge”,
sagte einmal der deutsche Chemiker Hans – Jürgen Quadbeck – Seeger.
Dem möchte der DRSB nichts mehr hinzufügen!
DRSB
Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
