Wunschdenken
Das diesjährige Klassentreffen der atlantischen Netzwerker in München wurde wieder einmal zum „wichtigsten Sicherheitsgipfel“ der Politiker der Welt hochgejubelt. Nach dem Motto:
Hurra wir sind alle da – aber bewirken nichts.
Wer in den Äußerungen von US – Vizepräsident Joe Biden und des iranischen Außenministers Ali Akbar Salehi eine Annäherung sieht, „DER“ verkennt die Lage im Nahen Osten. Ali Akbar Salehi konnte es sich natürlich nicht leisten, die von Joe Biden ausgestreckte Hand zurückzuweisen. Die USA oder die Europäer sollten sich keinerlei Illusionen hingeben, denn die Regierung in Teheran verfolgt konsequent ihre Ziele und erlangt dadurch den Respekt der anderen muslimisch geprägten Länder.
Auf das Angebot: Sollte der Iran sein Atomprogramm offenlegen, das Versteckspiel aufgeben und kooperieren, so wird die internationale Gemeinschaft die Sanktionen gegen das Land beenden – > kann der Iran pfeifen. Die Kooperation mit dem asiatischen Wirtschaftsraum und mit Russland steht in Teheran im Fokus. Die Iraner verlangen klar und deutlich, dass die USA jede militärische Drohung vom politischen Schachbrett nehmen müssen. Diese Haltung zeigt die innere Stärke der Iraner und ihrer echten Freunde. Washington kann sich darauf nicht einlassen und ist faktisch SCHACH MATT gesetzt. Nach den militärischen Abenteuern im Irak, in Afghanistan oder derzeit in Syrien und Mali kann man keinen neuen Brandherd mehr gebrauchen.
In Hinblick auf die wachsenden Spannungsfelder wäre es beispielsweise sinnvoll den Bürgerkrieg in Syrien beenden zu können.
Aber selbst dazu fehlt den USA die Kraft.
Joe Biden kam als UNO – Sonderbeauftragter -> für Syrien und Lakhdar Brahimi, mit dem russische Außenminister Sergej Lawrow auf inoffizieller Ebene zusammen. Passiert ist nichts – > und verbindliche Beschlüsse wurden auch nicht gefasst. Das Verhältnis Russland / USA hat sich durch die Gespräche in München nicht verbessert. Wir sollten deshalb endlich aufhören, von der Sicherheitskonferenz in München Wunder zu erwarten, denn auch das transatlantische Verhältnis steckt in einer tiefen Krise. Die USA werden täglich schwächer und die Europäer spielen ihren Stärken noch nicht aus. Das verhindern die atlantischen Netzwerker – vermutlich nicht mehr allzu lange.
