rohstoff bildung

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

Rohstoff Bildung:
Haben wir immer noch ein Bildungsprivileg?

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Andreas Kallen

Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Heinrich Sternemann

Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.

 

Meerbusch, den 17. September 2007

 

Die angebliche Schwäche der deutschen Bildungssysteme, insbesondere in den Bereichen

 

Forschung und Entwicklung

 

wird von einigen Wirtschaftsbossen schamlos als Vorwand genutzt, deutsche Arbeitsplätze ins Ausland zu verlegen.

 

So verlässt die Bayer AG den Standort Wuppertal, weil aus der Sicht des Managements Fachkräfte fehlen, die man in Kalifornien / USA angeblich besser finden soll.

 

Aufmerksame DRSB – Leser wissen aber, dass diese neoliberale Sichtweise der Bayerbosse ganz andere Hintergründe hat.

 

Wer in der Atlantik – Brücke e.V. mit am Tisch sitzen darf, wird sich amerikanischen Wünschen nicht mehr verschließen können, die gerne noch mehr qualifizierte Arbeitsplätze von deutschen Unternehmen in ihrem eigenen Land hätten.

Aus der Sicht von deutschen Bürgern ist auch die Abwanderung von

 

Hightech – Produktionen der Siemens AG

 

nach Asien vollkommen unverständlich.

 

Wenn so namhafte Unternehmen wie

 

Bayer und Siemens

 

ohne jede ethisch – moralische Verantwortung sichere deutsche Arbeitsplätze nachhaltig vernichten, verwundert es nicht weiter, dass mehr als

 

1200

deutsche Unternehmen

 

seit 2005 das Gleiche tun und vermehrt Langzeit – Arbeitsplätze nach Amerika oder Asien auslagern.

 

Die Argumentation

ist bei fast allen Arbeitsplatzvernichtern die gleiche:

 

Indien verdoppelte

in den letzen 20 Jahren die Zahl seiner Akademiker.

 

China verdoppelt

alle 5 Jahre die Anzahl der Akademiker.

 

China und Indien werfen jedes Jahr mehr als

3 Millionen Hochschulabsolventen

auf den Arbeitsmarkt.

 

Obwohl weltweit bekannt ist, dass das Niveau der Ausbildung in China, Indien und den USA zum Teil extrem schwach ist und nur ein paar so genannte

 

US – amerikanische Eliteuniversitäten

 

mit den „durchschnittlichen” deutschen Hochschulen mithalten können, wird so getan, als wenn zukünftige Spitzenforscher nur noch aus den Vereinigten Staaten kommen könnten.

 

Auch die Massenproduktion von preiswerten so genannten

 

Anwendungswissenschaftlern aus asiatischen Staaten

 

verbessert keinesfalls das weltweite Angebot von wirklich guten und produktiv einsetzbaren Akademikern.

 

Die asiatische „Schmalspur – Ausbildung” an den Massen – Hochschulen ist maximal vergleichbar mit einer fundierten Ausbildung an einer deutschen Fachoberschule.

 

Deutsche Medien verbreiten leider noch immer den falschen Eindruck, dass deutsche Universitäten überwiegend so genannte

 

„Mischakademiker”

 

ausbilden, die weder kostengünstig zu haben sind noch wirklich Weltklasse sein sollen.

 

Da ist es umso erstaunlicher, dass diese deutschen

 

Mischakademiker

 

weltweit umworben werden, da sie im Gegensatz zu den asiatischen und amerikanischen

 

SchmalSpurWissenschaftlern

 

über den „Tellerrand” hinausschauen und damit Sachzusammenhänge besser erkennen und verarbeiten können.

Der beste Beweis für die DRSB – These sind die Auswahlprogramme der

 

Atlantik - Brücke e.V.,

 

die gezielt nach deutschen Akademikern Ausschau halten, die dann mit ihrem Fachwissen in amerikanischen Unternehmen eingesetzt und ausgenutzt werden sollen.

 

Noch besser kann man

deutsche Spitzenakademiker nicht dauerhaft „abschöpfen”.

 

Dabei sollten wir berücksichtigen, dass deutsche Ingenieure oder Physiker von morgen aus Geburtenjahrgängen kommen werden, die maximal nur noch halb so stark sind wie die Jahrgänge der so genannten

 

Baby - BoomerGeneration.

 

Hinzu kommt verschärfend, dass die Kinder und Jugendlichen der heutigen Generationen lediglich nur noch zur Hälfte die Möglichkeit einer akademischen Ausbildung erhält, weil die andere Hälfte durch einen so genannten

 

„bildungsfernen Hintergrund”

oder ihre

Herkunft aus Migrantenfamilien

 

erst gar keinen Zugang mehr zu hochqualifizierten Bildungssystemen findet oder geboten bekommt.

 

Schon in 10 Jahren wird die Gruppe der gut ausgebildeten

 

Mischakademiker

 

womöglich nur noch für einen Staat mit höchsten 35 Millionen Bürgern ausreichen.

 

Das ist bereits jetzt schon zu wenig für 80 Millionen Bürger, damit Deutschland auch in Zukunft noch

 

Exportweltmeister

bleiben kann.

 

Dies sind Gründe genug für alle deutschen Unternehmen, die spärlich nachwachsenden

 

deutschen Talente

 

im eigenen Land zu halten, zu fördern und gleichzeitig verbunden damit sichere

Langzeit – Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Dies ist aber auch Gründe genug über unser

 

ZweiklassenBildungssystem

 

nachzudenken.

 

Es ist ein Armutszeugnis für alle deutschen Politiker, dass in Deutschland 36 Jahre nachdem die

SPD mit Willy Brandt

 

das Bildungsprivileg brechen wollte, gute Bildung und Ausbildung nach wie vor eine Frage der sozialen Herkunft ist.

 

Denn gute Bildung beginnt bereits im Kindergarten und wird qualitativ fortgesetzt im Schulsystem.

 

Oftmals klingen da die geäußerten Meinungen oder Ideen unserer „lieben” Politiker zum Thema

 

„vorsorgender Sozialstaat”

 

wie blanker Zynismus.

 

Noch immer sind unsere Kindergärten kostenpflichtig, was nur noch getoppt wird von den Studiengebühren an den deutschen Universitäten.

 

Wenn wir in Deutschland nicht blitzartig dafür sorgen, dass unsere Kinder und Jugendlichen realistische Chancen für eine qualifizierte Bildung erhalten, fördern wir bereits heute die

 

Armuts- und Sozialhilfekarrieren

 

von noch mehr deutschen Bürgern.

 

Je weniger Geldmittel in eine sinnvolle Bildungsstruktur investiert werden, desto mehr werden die Bürger in Deutschland zu spüren bekommen, was

 

Armut, Not und Elend

 

wirklich bedeuten können.

 

Der Polittourismus von

 

Angela Merkel

 

sowie die „schönen” und meistens inhaltslosen Sonntagsreden der Spitzenpolitiker aller Parteien können ein Auseinanderdriften zwischen

 

ganz arm und ganz reich

 

nun wirklich nicht verhindern.

 

Die Chancen für Deutschland im Wandel der Globalisierung liegen im

 

„Rohstoff”

Bildung”.

 

Denn wie betont sogar die Mehrzahl der neoliberalen Politiker, Manager und Medien immer wieder gefühlskalt im Gleichklang:

 

Wir sollten mehr in das Humankapital investieren

Nur, für deutsche Kinder und Jugendliche reicht nicht das Erzählte -

für

deutsche Kinder und Jugendliche

zählt ausschließlich das Erreichte.

 

 

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

Einhaltung rechtsgültiger Gesetze,

Modernisierung überkommener Vorschriften

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

Veröffentlicht unter Alle Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>