DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Andreas Kallen ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 18. Dezember 2007
„Nur heiße Luft?”
Kommt Strom wirklich nur aus der Steckdose?
Dass der tägliche Kraftsaft „Strom” aus der Steckdose kommt, ist bekannt.
Nur wie gelangt der „Kraftsaft” zu
Privathäusern, Geschäften oder Industrieunternehmen?
Strom fliest durch ein Überland- und Unterlandnetz, so dass man diese bundesweiten Netzwerke durchaus mit einem Straßennetz vergleichen kann.
Das gesamte deutsche Stromnetz hat eine Länge von rund 1,6 Millionen Kilometern. Knapp 1/3 der Stromleitungen sind als so genannte Überland- oder Freileitungen sichtbar.
2/3 der Kraftsaft – Transporteure liegen „unsichtbar” unter der Erde. In diesem verzweigten Netzwerk muss ein ständiges Gleichgewicht herrschen zwischen Stromproduktion und Kraftsaft – Nachfrage, denn gemäß den Regeln der Physik fließt der Strom immer dahin, wo der Widerstand am geringsten ist.
Wird dieses Gleichgewicht gestört zwischen der in einem Kraftwerk produzierten Stromleistung und der von den Stromabnehmern tatsächlich nachgefragten Energie, verändern sich die Frequenzen im Kraftsaft – Netzwerk und es kann zu Ausfällen kommen.
Deshalb wird in den so genannten Leitwarten des Stromnetzes darauf geachtet, dass die Netzfrequenz von exakt 50 Hertz eingehalten werden kann.
Abweichungen von nur wenigen Prozentpunkten können in den Haushalten und Industriebetrieben bereits zum Stromausfall führen.
Detaillierte Stromfahrpläne in Deutschland geben ständig darüber Auskunft, wann, wo und wie viel „Kraftsaft” innerhalb von 24 Stunden tatsächlich produziert und bereitgestellt werden muss.
Staaten, die unabhängig von fossiler Energie werden wollen oder müssen, setzen deshalb verstärkt auf regenerative Energiespender, wie zum Beispiel Bio-, Solar- oder Windkraftanlagen.
Leider sind diese regenerativen Energiespender in ihrer Stromproduktion extrem großen Schwankungen unterworfen.
Sonne oder Wind sind nicht auf „Bestellung” zu bekommen.
Weil das Verhältnis von benötigter und produzierter Strommenge nur äußerst schwierig vorherzusagen ist, entsteht für alle Stromleitzentralen und Kraftwerksbetreiber eine sehr große Herausforderung.
Der in Deutschland produzierte Windstrom wird in den nächsten 10 Jahren den größten Anteil des so genannten grünen Stromes ausmachen.
Die Windkraftanlagen sind die am weitesten entwickelte Technologie in unserem Land. Da aber die Windart und Windmenge nicht so einfach bestellt werden kann, bleibt die Erzeugung von Windstrom unvorhersehbar und führt immer wieder zu Problemen in allen Stromnetzen.
Die zunehmende Anzahl von Windkrafträdern wird den Kraftsaft – Stress in den deutschen Stromnetzwerken in den nächsten Jahren also deutlich erhöhen.
Mit innovativen neuen Netzwerksystemen könnte man problemlos den windstarken Norden Deutschlands mit dem Süden verbinden und so für wirtschaftlichen Ausgleich im Gesamtnetz sorgen.
Die geplanten küstenfernen Windkraftanlagen, die man in „denglisch” auch als
„Off – Shore” – Anlagen
bezeichnet, könnten recht bald schon die Leistung von mehren Atomkraftwerken erbringen und somit den gefährlichen „Atomstrom” vollkommen überflüssig machen.
Bedauerlicherweise fehlen aber innovative neue Netzwerksystemen, so dass der überschüssige Windstrom nicht gefahrlos vom Norden Richtung Süden verteilt werden kann.
Bedingt dadurch könnte es zukünftig immer öfter zu plötzlichen Stromausfällen kommen, weil die Energie – Konzerne den Ausbau moderner Stromnetze jahrelang vernachlässigt haben.
Aufgrund der geplanten so genannten „Windparks” in der Nord- und Ostsee fordern verantwortungsbewusste Energie – Experten schon seit Jahren einen zügigen Ausbau moderner und leistungsfähiger Stromnetzwerke, denn nicht nur die Windstromerzeugung unterliegt erheblichen Schwankungen, sondern auch die im Süden Europas entstehenden Solarkraftwerke.
Auch die Sonne scheint nicht auf Bestellung der Energie – Konzerne, so dass der Solarstrom nur tagsüber erzeugt werden kann.
Schnelle, kostengünstige und nutzmehrende Abhilfe würde das deutsche System der
Druckluftspeicherkraftwerke
für alle Bürger weltweit bringen, die mit intelligenten und wirtschaftlichen Systemen Energie vorhalten möchten.
Das Prinzip der
Druckluftspeicherkraftwerke
ist so einfach wie genial.
In 500 bis 800 Meter Tiefe wird – durch Windkraftsaft – komprimierte Luft zwischengelagert und bei Strombedarf oberirdisch über Generatorsysteme zu Stromerzeugung genutzt. Bis heute werden die Salzkavernen meistens nur als Lagerstätten für Erdgas genutzt.
Speicher- und abrufbare elektrische Energie aus Norddeutschland könnte so zum Beispiel Haushalte in Süddeutschland sicher versorgen.
Das vermeintliche „Hauptproblem” ist zurzeit allerdings noch der so genannte Wirkungsgrad. Geschätzte 40% bis 50% der Energie, die man in Form von Windstrom benötigt, damit die Luft verdichtet werden kann, ist mit gewonnener Heißluft zu erzeugen.
Zur Verbesserung des Wirkungsgrades, erforschen bereits Wissenschaftler neue Methoden, normal temperierte Luft zu komprimieren.
Mit innovativen Verfahren könnten riesige Ventilatoren Luft ansaugen und komprimieren, wenn Strom aus Windkraftanlagen im Netz nicht benötigt wird
Diese Kompressorentechnik verdichtet die Luft auf das hundertfache des Normaldruckes.
Dadurch steigt die Temperatur auf mehr als 600 Grad Celsius. Das heiße Gas strömt danach durch Wärmetauschersysteme, die Steine erhitzen, die dadurch zusätzliche Energie speichern.
Bei Bedarf kann die heiße Druckluft Turbinen antreiben und mit modernster Generatortechnik Strom erzeugen.
Mit diesem Verfahren geht die Wärme nach der Kompression nicht verloren, so dass man mit der Hilfe eines solchen Druckluftspeichers rund
70%
des „gespeicherten” Windstroms wieder in das Stromnetzwerk einspeisen könnte.
Druckluftspeicherkraftwerke
könnten damit in naher Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, deutsche Stromnetzwerke zu stabilisieren und die Strompreise wieder bezahlbar zu gestalten.
Umweltbewusste deutsche Bürger stellen deshalb schon lange die Fragen:
Warum werden Druckluftspeicherkraftwerke
nicht bereits eingesetzt?
Wieso verbrennen wir in Deutschland zur Energieerzeugung noch teures Erdöl, Erdgas und Kohle?
Weshalb ist Atomstrom überhaupt noch notwendig?
Warum sind wir bei der
Energieerzeugung nicht schon lange unabhängig?
Vielen deutschen Bürgern erscheint es deshalb immer sinnvoller, die Energieerzeugung wieder in kollektive Systeme einzubetten und damit Preisexplosionen für Strom vorzubeugen.
„Alles nur heiße Luft?”
Auch bei deutschen Politikern
kommt der Strom nur aus der Steckdose.
DRSB
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