ist der freie waehlerwille nur eine illusion

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

Ist der freie Wählerwille nur eine Illusion?

 

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Andreas Kallen

Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Heinrich Sternemann

Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.

 

Meerbusch, den 20. Juli 2007

 

Unaufhörlich verlangt das Leben

täglich allen Bürgern Entscheidungen ab.

 

Bereits am frühen Morgen, nachdem der Wecker geklingelt hat, müssen sich Bürger entscheiden, ob sie sofort aufstehen oder noch ein bisschen liegen bleiben.

 

Danach gilt es, die richtige Kleidung für den Tag auszuwählen.

 

Die Wahl des Transportmittels zum Arbeitsplatz erfordert erneut eine Entscheidung.

 

Nimmt man besser den Bus oder das Auto oder ist es vielleicht sinnvoller, mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz zu fahren?

 

So bestimmen viele kleine Entscheidungen unseren Tagesablauf.

 

Egal, ob sich ein Bürger für den Kauf von neuen Schuhen entscheidet oder beim Italiener zwischen Pizza oder Spaghetti die Wahl trifft, stets begleitet ihn der Glaube, dass man nach freiem Willen handelt.

 

Bürger

treffen täglich Entscheidungen und handeln danach – zumindest glauben sie es.

 

Doch sind es wirklich Verstand und Vernunft, die uns leiten?

 

Oder sind die Bürger

nur machtlos ihren unbewussten Gefühlen ausgeliefert?

 

Ist der freie Wille nur eine Illusion?

 

Tun wir wirklich immer das, was wir wollen?

 

Untersuchen wir einmal das Verhalten von Bürgern beim Hauskauf.

 

Wochenlang wird gegrübelt, geplant und gerechnet, wie teuer das Haus sein darf. Diskussionen über Lage, Wohnfläche und Technikausstattungen bestimmen die Wunschsituation.

 

So glauben wahrscheinlich die meisten Bürger, dass sie sich dabei nicht allzu stark von Emotionen leiten lassen, sondern sich nach intensiven und reiflichen Überlegungen für die beste und vernünftigste Lösung entschieden haben.

 

Ist das wirklich so?

 

Seriöse Wissenschaftler, wie zum Beispiel der Bremer Hirnforscher

 

Gerhard Roth,

 

machten den potentiellen „Häuslekäufern” in diesem Punkt wenig Hoffnung:

 

Am Ende, wenn nur noch zwei oder drei Haustypen zur Wahl stehen, wird die Entscheidung doch wieder emotional und nicht rational.

 

Für Professor Roth sind auf den Bürger einwirkende Emotionen der Schlüssel für ihr Tun und Handeln.

 

Trifft das auch auf unsere Wahlentscheidungen zu?

 

Bekanntlich ist die Vernunft ein guter Ratgeber,

doch gegen die Emotion hat Vernunft kaum eine Chance und damit spielen die Medien in Deutschland.

 

Der Politikprofessor

Karl – Rudolf Korte

 

von der Universität Duisburg – Essen vertritt die Meinung, dass zum Beispiel Landtagswahlen in der Regel überinterpretiert sind und oftmals sogar zu Testwahlen für die Bundespolitik hochstilisiert werden.

 

Die generelle Stimmung bei den Bürgern hat sich eindeutig nach links verschoben. Die Wahl in Bremen bestätigt eindrucksvoll diesen Trend.

 

Dazu beigetragen hat auch die harsche Kritik an der SPD von dem DGB – Boss

 

Michael Sommer,

 

der in äußerst scharfer Form zur Kurskorrektur auffordert.

 

Zitat Michael Sommer:

„Mit dem Agenda – Kurs 2010 hat die SPD 10 Wahlen verloren.

Sie sollte jetzt ein klares sozialdemokratisches Profil entwickeln.

Die SPD sollte sich die soziale Gerechtigkeit zum Maßstab nehmen und sich an den Erwartungen der Arbeitnehmer orientieren.”

Zitat Ende.

Die von Sommer geforderte Renaissance der SPD wird aber wieder zu abgelutschten klassenkämpferischen Parolen führen, wie das Thema Mindestlohn bereits zeigt.

 

Darüberhinaus wird es vermutlich zu einer Kannibalisierung des linken politischen Spektrums kommen, auf dem sich

 

„Die Linke”,

„SPD”

und

„Bündnis 90 / Die Grünen”

 

tummeln und verzweifelt einen „Schlingerkurs” auf die bürgerliche Mitte halten.

 

Diese neue Art von linker Polit – Ökomene kontert die CDU mit den vollmundig vorgetragenen Themen der Bildungs- und Familienpolitik.

 

Dass damit alle etablierten Parteien einen nützlichen und sinnvollen Ansatz auf eine zeitgemäße Sozialstaatlichkeit verspielen, stört die handelnden Politiker offenbar wenig.

 

Vom Aufschwung wird sowieso weniger geredet, weil man feststellen musste, dass dieser bei den meisten Bürgern noch immer nicht angekommen ist.

 

27,2% Minus

in der deutschen Automobilwirtschaft in Deutschland spricht da eine klare Sprache.

 

Der Rückgang bei den Neuzulassungen in Deutschland geht auf das Konto des Privatkundenmarktes, der in den ersten vier Monaten des Jahres vollkommen eingebrochen ist.

 

Zitat Alain Visser – Opel Vertriebs- und Marketing – Boss:

So etwas habe ich in meiner Laufbau noch nie erlebt

Zitat Ende.

 

Das Minus beim Autoabsatz fällt höher aus, als aufgrund der gestiegenen Mehrwertsteuer erwartet wurde.

 

Die nachfolgenden Negativ – Zahlen belegen den Abwärtstrend.

 

Quelle: Dataforce.

 

Prozentuale Veränderung im Vergleich April 2006 zu April 2007:

 

Marke

April 2007

Januar - April 2007

 

Stückzahl

%

Stückzahl

%

VW

17 805

- 24,55

59 866

- 34,36

Mercedes

12 269

- 12,41

45 401

- 6,12

BMW

7 029

- 25,88

18 748

- 39,12

Opel

6 640

- 34,74

23 505

- 29,75

Toyota

6 482

- 22,14

23 845

- 15,88

Renault

5 786

- 25,56

16 854

- 33,52

Skoda

5 547

- 11,06

22 632

- 1,58

Audi

5 459

- 32,03

16 977

- 34,56

Peugeot

5 097

- 4,50

13 701

- 24,41

Ford

4 773

- 53,11

16 284

- 54,44

Citroen

4 527

- 6,62

13 234

- 23,85

Fiat

2 515

- 44,17

8 324

- 38,20

Honda

1 913

- 24,95

7 157

- 13,85

Mazda

1 892

- 36,89

10 702

- 27,77

Hyundai

1 824

- 33,36

7 997

- 24,56

 

So sieht kein Aufschwung aus!

 

Aus dieser Situation die richtigen strategischen Schlussfolgerungen zu ziehen, fällt den Politikern von

Bündnis 90 / Die Grünen, CDU, FDP und SPD

erkennbar immer schwerer.

 

Lediglich das politische Personal der

 

CSU und Die Linke

 

machen in diesem sozialen Spannungsfeld noch eine halbwegs glückliche Figur.

 

Leider ist aber das Thema

 

nützliche und sinnvolle Rentensysteme

 

auch für CSU oder Die Linke noch immer keine Beachtung wert.

 

Unsichere Bürger wählen keine unsicheren Politiker.

 

Da helfen auch massive Medienmanipulationen nicht weiter, die Tag für Tag das Versagen der Politiker als Großtaten verkaufen.

 

Vielleicht auch aus diesen Gründen hat der amtierende

 

Bundestagspräsident

Norbert Lammert

( CDU )

 

allen Politikern am 23. Mai 2007 Zurückhaltung bei Fernsehauftritten empfohlen.

 

Zitat Norbert Lammert:

„Vielleicht sollten alle Politiker

mal eine zweijährige Talkshow – Pause einlegen”

Zitat Ende.

 

Jedenfalls hat die permanente Präsenz von Politikern in immer mehr Talkshows keine nachhaltige Verbesserung des Ansehens der Politiker oder deren Arbeitsergebnisse bewirkt.

 

Die selbstauferlegte Abstinenz von dem neoliberalen Vordenker der FDP

 

Guido Westerwelle,

 

seit Frühjahr 2006 nicht mehr in den Sendungen Sabine Christiansen ( ARD ) oder Berlin Mitte ( ZDF, neuer Titel: Maybrit Illner ) aufzutreten, hat der FDP zwar nicht geholfen, aber auch nicht geschadet.

 

Die deutschen Bürger sind also doch keine Marionetten.

 

Sie bevorzugen Politiker die sich fürsorglich um ihre tatsächlichen Belange und ihr Wohl kümmern.

 

Der eloquente Medienstar ist Megaout!

 

Gefragt ist mehr und mehr der Problemlotse, der als echter

 

Kümmerer

 

die anstehenden Aufgaben für alle Bürger löst, sonst bleibt der freie

 

Wählerwille nur eine Illusion.

 

 

Nur, wo sind diese Politikertypen zu finden?

 

 

 

DRSB,

mit gutem Beispiel vorangehen, denn

nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

 

Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

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