Vision für Syrien?
Immer öfter wird Washington auf eine mögliche Bewaffnung der syrischen Opposition angesprochen. US – Präsident Obama gerät in einer schwierigen Situation, denn es stehen sowohl seine Glaubwürdigkeit als die Sicherheit im Nahen Osten auf dem Spiel.
Einen endlosen Krieg kann das
wirtschaftlich stark geschwächte Amerika nicht riskieren.
Die Gefahr, dass aber amerikanische Waffen in den Händen islamistischer Extremisten landen, ist groß und birgt weitere Risiken, denn die vermeintlich syrischen Rebellen stehen vermutlich mit zur Al – Kaida in enger Verbindung. An der latenten Gefahr von Giftgaseinsätzen würde eine Bewaffnung der syrischen Opposition nichts ändern.
Alle vorliegenden Geheimdienstinformationen zu möglichen Giftgaseinsätzen reichen offensichtlich nicht für Kriegshandlungen der USA in Syrien aus. Vor einem militärischen Eingreifen der USA im syrischen Konflikt müssten zunächst Russland und China konsultiert werden. Selbst die Machthaber in Teheran dürfte man nicht außen vorlassen, denn der Iran hat großes Interesse am Erhalt des Assad – Regimes und gilt in der Region als Schutzmacht der Schiiten. Bekanntlich versorgen die Iraner Assad mit Geld und Waffen. Geostrategisch ein brillanter Schachzug. Im Gegenzug kann der Iran durch Syrien eine Basis im Mittelmeer nutzen und problemlos die Hisbollah im Libanon versorgen.
Hisbollah – > Teherans wichtiger Partner im Kampf gegen Israel.
Gibt es also eine politische Vision für ein Syrien nach dem Sturz des Assad – Regimes? Seriöse Beobachter gehen davon aus, dass das Töten nach Assad erst richtig beginnen würde. Mehr als 590 bewaffnete Rebellengruppen kämpfen derzeit in Syrien hauptsächlich gegeneinander und teilweise gegen Assad.
Wie immer geht um Ideologien, Geld,
undurchsichtige Interessen, Religion und das Abstecken von Einflusssphären.
Die Mächtigen in Washington wissen, dass sie ein solches Spiel niemals kontrollieren oder sogar gewinnen könnten. Dennoch könnte Barack Obama erneut die NATO – PARTNER unter Zugzwang setzen – > damit sie auf mögliche amerikanische Interventionsabsichten einschwenken. Berlin sollte nicht einfach völlig unkritisch Andeutungen aus Israel, Großbritannien oder Frankreich übernehmen, wonach in Syrien chemische Waffen eingesetzt wurden. Stattdessen sollte die Regierung Berlin – > sollte unser BND offensiv nach den belastbaren Informationen suchen, die ein weiteres Eingreifen in Syrien ausschließen. Washington und Tel Aviv wollen höchstwahrscheinlich unverrückbare Fakten schaffen. Frieden zu bewahren, ist eine schwierige Aufgabe und andauernde moralische Pflicht zugleich.
