Bezahlbares Wohnen und Bauen?
Die Nutzungsdauer von Wohnungen ist im Steuerrecht auf 50 Jahre festgeschrieben. Nach der Abschaffung der degressiven Abschreibung beträgt zurzeit die Abschreibung für alte und neue Wohnimmobilien linear 2 %. Bei der degressiven Abschreibung sind die Abschreibungssätze gestaffelt, mit dem Ergebnis, dass die Abschreibungen nur zeitlich vorgezogen werden. Durch die degressive Abschreibung entstehen im Zeitverlauf daher keinerlei Steuerausfälle. In der Summe beträgt der Abschreibungszeitraum immer 50 Jahre und das Abschreibungsvolumen immer 100%. Die Gebäudeabschreibung [ degressive und 7b - Abschreibung ] diente immer als konjunkturelles und sozialpolitisches Steuerungsinstrument dazu, Anreize für den Wohnungsneubau zu schaffen. Durch den Wohnungsneubau entstehen nicht nur sichere sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sondern es sprudeln zusätzlich Steuereinnahmen aus Umsatz -, Einkommen -, Gewerbe – und Grunderwerbssteuer in die Staatskassen. Die Nachricht kam vermutlich für die Politiker nicht völlig überraschend und unerwartet, dass in den kommenden Jahren in Deutschland rund 920.000 Wohnungen fehlen werden und eine massive Wohnungsnot ausgebrochen ist. Bei angenommenen 100.000,00 Euro Baukosten für eine Wohnungseinheit beträgt alleine das Umsatzsteueraufkommen für 920.000 neue Wohnungseinheiten circa 17 Milliarden Euro.
Warum lassen Politiker dieses Steueraufkommen links liegen?
Welche volkswirtschaftlichen und sozialen Folgen können darüber hinaus noch entstehen, wenn die Politik nicht unverzüglich sinnvoll und zielführend eingreift? Bekanntlich ergeben sich Marktpreise durch Angebot und Nachfrage. Dem sinkenden Angebot von Wohnungen durch technischen Verbrauch steht erhöhte Nachfrage, zum Beispiel aus der gewollten Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland, gegenüber. Die zu erwartenden Mietpreissteigerungen belasten dann nicht nur direkt die Menschen sondern auch die Kommunen durch weitere Wohngeldzuschüsse und höheren Belastungen aus der Hartz IV – Konstruktion. Ausschreitungen aufgrund der Zunahme von Segregation und Exklusion wären die wahrscheinliche Folge. Wegen fehlender Bauaufträge sinken die Steuereinnahmen sowie die Beiträge in den Sozialkassen, weil mittelständische Unternehmen im Baugewerbe und die Hersteller von Gebäudeeinrichtungen die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze nicht mehr halten können. Bezahlbares Wohnen und Bauen werden Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag versprechen. Herausgekommen sind Obergrenzen für Mieterhöhungen, Heizkostenzuschüsse für Wohngeldempfänger, Maklerkosten für Vermieter, Fördermittel für Städtebau und Energiesanierung sowie Steuervorteile für Wohnungsbauherren. Diese kruden Ideen für bezahlbares Wohnen ist vor allem eins:
Völlig unbezahlbar!
Die sogenannte Mietpreisbremse mag Wohnungssuchenden in Ballungsräumen vorübergehend helfen. Auf Dauer ist sie – > nach der Abschaffung von 7b oder 10e ein weiterer Sargnagel für den Neubau.
Ohne auskömmliche Rendite baut keine Familie oder Investor.
Die Mietpreisbremse ist nicht anderes, als ein gefährliches politisches Placebo. Am Ende sind tausende DEUTSCHE wieder vergeblich auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum.
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