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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

IAA

13. bis 26 September 2007

Verändern vereinte Kräfte die Auto – Welt?

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Andreas Kallen

Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.

und

Steuerberater Hans – Josef Leiting

Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V.

 

Meerbusch, den 12. September 2007

 

Die Automobilkonjunktur

ist nicht nur in Deutschland in diesem Jahr ein Trauerspiel.

 

Mit dem DRSB – Artikel

Prognose

für

2007

Nach Konsumflaute folgt Rabattschlacht!

vom 29. Dezember 2006 hat der DRSB e.V. leider den Nagel auf den Kopf getroffen.

 

Nicht nur die Anhebung der Mehrwertsteuer sondern auch die anhaltenden und elenden Diskussionen um die Reduzierung des CO2 – Ausstoßes, den Erwerb von Feinstaubplaketten und die Nachrüstung mit Russfiltern bestimmen die Auto – Szene.

Die logische Folge davon ist, dass die Autofahrer noch weiter verunsichert werden und die Anschaffung eines neuen Autos vielfach einstweilen zurückstellen.

 

Viele Bürger sorgen sich, womöglich ein Auto zu kaufen, das dann in Sachen Umwelt nicht mehr dem Stand der Technik entspricht.

 

Die Hoffnungen und Erwartungen an die Internationale Automobil – Ausstellung in Frankfurt sind deshalb riesengroß.

 

Vom 13. bis 26. September 2007 präsentieren die Automobil – Konzerne nicht nur mehr als

128

so genannte echte Neuheiten.

 

Die Modelloffensive wird von einer nie dagewesenen Flut von Automobilen mit Spritsparmaßnahmen und alternativen Antrieben begleitet.

 

Neue Antriebstechniken und Kraftstoffsysteme wie zum Beispiel

 

AdBlue,

Bluetec,

BlueMotion

BioFuel,

CNG

Erdgas,

EcoFlex,

EcoNetic

Ethanol,

HCCI

Homogeneous Charge Compression Ignition,

LPG

Flüssiggas,

Mild – Hybrid,

Voll – Hybrid

oder auch

Wasserstoff

 

verunsichern eher die Bürger, denn was hinter den einzelnen kompliziert klingenden Kürzeln steckt, ist für sie schwer nachvollziehbar.

 

Die IAA startet deswegen mit durchwachsenen Vorzeichen in die bevorstehende Internationale Ausstellung, denn wie nie zuvor standen Umweltthemen so im Fokus des Interesses.

 

Der Präsident des VDA Verbandes der Automobilindustrie,

 

Matthias Wissmann,

 

kündigte bereits an, dass die IAA

 

mit Sicherheit die Leitmesse nachhaltiger Mobilität

 

werden kann.

 

Nahezu jeder Automobilhersteller legt den Schwerpunkt seines Messeauftritts auf spritsparende und umweltfreundliche Fahrzeuge.

 

CO2 und Umwelt werden die zentralen Themen sein und die Industrie hofft auf deutliche Impulse durch die IAA.

 

Im Vorfeld der morgen beginnenden Messe kann aber kaum mit positiven Vorzeichen aufgewartet werden:

 

Die bedeutenden Absatzmärkte

USA und Europa

zeigen bislang eine rückläufige Entwicklung auf.

 

Mit Ausnahme von General Motors verzeichneten die weltweit vier absatzstärksten Automobil – Konzerne im August 2007 auf dem weltgrößten Automobilmarkt USA sinkende Verkaufszahlen.

 

Bei Ford lagen sie um 14,4% unter denen des Vorjahresmonats, bei Chrysler um 6,1% niedriger, und selbst Toyota verkaufte 2,8% weniger Fahrzeuge als noch ein Jahr zuvor.

 

Deutsche Produkte

trotzten allerdings dem Trend und legten weltweit überwiegend zu.

 

Auf dem deutschen Automobil – Markt ist das Bild unerfreulicher:

 

Bei den Neuzulassungen wurde im August ein Rückgang um 2% verzeichnet. In den ersten acht Monaten des Jahres summierte sich das Minus auf 8%.

 

Bereits zweimal mussten die Autobosse ihre Erwartungen für das laufende Jahr zurückschrauben.

 

Selbst der neue VDA – Präsident, Matthias Wissmann, erklärte unmittelbar vor der Autoschau, dass ein nachhaltiger Aufschwung in Deutschland möglicherweise erst Anfang 2008 zu erwarten sei.

 

Nach Angaben des VDA werden in diesem Jahr zumindest in Deutschland wesentlich mehr schadstoffarme Autos als noch im Vorjahr gekauft. Allerdings schlägt sich der Umwelttrend mittlerweile auch im Verbraucherverhalten nieder, dass nämlich zunehmend zurückhaltender wird.

 

Die ständigen Politiker – Rufe nach strengeren Emissionsvorschriften haben längst zu einer Zeitenwende geführt und zwischen den Automobilherstellern einen Streit über die Implementierung der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Abgasnormen entfacht.

 

Im Mittelpunkt der Kritik fanden sich dabei vor allem die deutschen Premium – Hersteller Mercedes, BMW, Audi und Porsche wieder.

 

Diese Premium – Hersteller stehen vor der sicherlich lösbaren Aufgabe, leistungsstarke Luxus – Karossen mit einer nachhaltigen Umweltfreundlichkeit auszustatten.

 

BMW

 

macht dabei mit dem Programm

 

Efficient Dynamics

 

verstärkt auf seine Produkte aufmerksam.

 

Efficient Dynamics

 

steht nach Unternehmensangaben auch im Mittelpunkt des Auftritts bei der weltweit größten Automobilausstellung.

 

Schon im Modelljahr 2008 sollen rund 40% aller in Europa verkauften Neufahrzeuge des BMW – Konzerns einen CO2-Wert von maximal 140 Gramm pro Kilometer aufweisen.

 

Zum Auftakt des Modelljahres liegt der Anteil noch bei 22%.

 

Der

VWKonzern

 

mit seiner Premium – Marke Audi stellt gleich sechs neue Modelle der spritsparenden Modellreihe

 

BlueMotion

vor.

 

Mercedes

 

setzt ebenfalls unter dem Namen

 

BlueTec

 

auf die Diesel-Technologie zur Verbrauchsreduzierung, will zusätzlich sieben

Hybrid – Fahrzeuge dem Publikum präsentieren.

 

Von

Opel

 

wird es unter anderem ein Corsa Hybrid – Konzeptauto mit einem Durchschnittsverbrauch von unter 3,75 Litern auf 100 Kilometern zu sehen geben.

 

Wie hoch aber das Vertrauen der Bürger noch in die Automobilwirtschaft ist, wird sich möglicherweise schon in den nächsten Wochen zeigen.

 

Während also die meisten Automobil – Hersteller erkennbar bemühter als noch vor wenigen Jahren sind, Maßnahmen für eine geringere Umweltbelastung beizusteuern und auch zu präsentieren, sind die Verbraucher noch skeptisch:

 

Wenn nur die reine Sprit – Effizienz gefragt ist,

dass heißt ein optimales Verhältnis zwischen Verbrauch und Leistung, sind die Deutschen Autos unangefochten Weltspitze.

 

Betrachtet man jedoch den durchschnittlichen Verbrauch je Fahrzeug, sind deutsche Fahrzuge plötzlich im Mittelfeld und bei den Hybridtechnologien liegen die Deutschen sogar drei bis fünf Jahre hinter dem Weltmarkt.

 

Bleibt letztendlich die Frage offen, ob nicht auch die Preisgestaltungen der deutschen Premium – Hersteller die Zurückhaltung der Bürger beim Autokauf erklären kann.

 

Was nützen die tollen Spritspartechniken, wenn schon ein

 

VW Golf 2.0 TDI

 

im Grundpreis runde 25.020,00 Euro kostet.

 

Viele Familien greifen dann zum Beispiel lieber auf einen

 

Honda Jazz 1.4

 

zurück, der im Grundpreis mit einer guten Ausstattung für lediglich 15.170,00 Euro zu haben ist.

Mit den gesparten

9.850,00 Euro

 

kann eine Familie bei durchschnittlich 185,00 Euro Kraftstoffkosten monatlich

 

53,24 Monate oder 4,44 Jahre

 

das neue Automobil bewegen.

 

An einem solchen einfachen Rechenbeispiel werden im wachsenden Maße nicht nur die deutschen Automobilhersteller gemessen werden, denn selbst Fahrzeuge der Mercedes C-Klasse, VW Passat oder auch der neue Audi A4 / A6 werden schon heute mehrheitlich als Geschäftsfahrzeuge zugelassen.

 

Da nützt es herzlich wenig, wenn der frühere Bundesverkehrsminister

 

Matthias Wissmann

 

die EU – Kommission vor einer Diskriminierung der deutschen Autoindustrie warnt.

 

Denn eine Diskriminierung der deutschen Autobauer findet eigentlich nicht statt, vielmehr werden Arbeitsplätze hier in Deutschland durch anhaltende Managementfehler gefährdet.

 

Darüber braucht Wissmann in Brüssel nicht reden.

 

Da hilft es zu erfragen,

was deutsche Autokäufer wollen

und

vor allem sich noch wirklich leisten können.

 

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

Einhaltung rechtsgültiger Gesetze,

Modernisierung überkommener Vorschriften

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

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