Gastbeitrag von Ewald Eden / Die transatlantische Götterdämmerung

Gastbeitrag

von

Ewald Eden

 

Die transatlantische Götterdämmerung

 

In den Köpfen der meisten europäischen, und da vornehmlich der deutschen Politiker im Einklang mit den Spitzenmanagern der Wirtschafts- und Finanzwelt, sieht es momentan wohl aus als wenn jemand mit hartem Griff ein in Jahrzehnten mühsam zusammengesetztes vieltausendteiliges Puzzle wild durcheinandergeschüttelt hat. Die gesamteuropäische

transatlantische Netzwerker-Clique

steht plötzlich ohne ihr Mutterhaus da – was vergleichbar wäre mit der Zugangssperrung zum Vatikan für alle Katholiken. Schlimmer noch – da hat ihnen jemand den Boden, den die Herrschaften für sich stets für so belastbar gehalten haben, unter den Füßen weggezogen. Und nicht nur das – dieser Jemand hat zusätzlich noch ihr Haus abgedeckt. Jetzt stehen die europäischen US Hinterher-Dackler der letzten Jahrzehnte schlicht und einfach im Regen. Nicht einmal einen eigenen Schirm haben sie zur Verfügung um sich gegen die heftigsten Güsse aus bisher heiterem Himmel zu schützen. Ob noch keinem der

europäischen Pseudo-Wichtigtuer

der Gedanke gekommen ist, dass die Drahtzieher im Hintergrund jenseits des Westenwassers sie mittlerweile einfach für entbehrlich oder dass sie gar schon die Zeit für gekommen halten, die EU, sowie es vor Jahren als Zitat aus dem „Jüdischen Weltjournal“ dem Sinne nach in der „Süddeutschen“ zu lesen war, im Urinal der Geschichte verschwinden zu lassen? Es wurde damals in dem Zusammenhang aber gleichzeitig die Frage aufgeworfen und unbeantwortet gelassen, wieviel Schmutz bei dem Prozess dann anfallen und zurückbleiben würde. Wer in den zurückliegenden Jahren geglaubt hat, am Hegemonie- am Machtstreben der beiden Großmächte USA und Russland ( vormals UdSSR ) der ist schlicht einem ihm eingetrichterten Irrglauben erlegen. Das rote China als unbestritten dritte Großmacht auf dem Globus kann in diesem Zusammenhang getrost außer Acht gelassen werden. Der Welt bevölkerungsreichstes Land nimmt seit jeher in seinem Machtstreben eine Sonderstellung ein. Spätestens die uns nachfolgende Generation wird – gefördert durch die unkontrollierte Gier der westlichen Finanzinvestoren und durch die politisch Verantwortlichen nicht verhindert – erleben was es heißt, von der, wie mein Großvater es stets bezeichnete, gelben Gefahr aus dem fernen Osten vereinnahmt zu werden. Die Rotchinesische Administration agiert ohne viel Aufhebens davon zu machen. Auf dem afrikanischen Kontinent bestimmen schon chinesische Investoren, sprich der staatliche Parteikader, über das Wohl und Wehe ganzer Landstriche. Die Kapital-Sachwalter Europas und der restlichen Welt sehen es zum Teil mit Genugtuung – ist man auf diese Art als Teil der ehemaligen Kolonialmächte doch von der moralischen Verpflichtung befreit, dort den elendigen Hunger der Bevölkerung ( in der Mehrheit Frauen und Kinder ) zu stillen. Das allein ist schon eine Unmoral unvorstellbaren Ausmaßes, denn man halte sich einmal vor Augen, dass allein in Deutschland in jeder Sekunde

313 kg Lebensmittel

im Abfall landen! Die Chinesische Komponente ist hier aber nicht das Thema, da sie mit dem Verhalten der US Aministration bzw. der russischen Staatslenkung in keiner Weise zu vergleichen ist. Auch wenn endliche das Ziel der Ostasiaten das gleiche ist. Das Verhalten der USA und Russlands in ihrem Bestreben in möglichst vielen Gebieten und über möglichst viele Völker auf dem blauen Planeten die bestimmende Macht darzustellen das hat sich auf beiden Seiten nur grundsätzlich geändert – ich bin geneigt zu sagen, die beiden Kontrahenten haben in der Verhaltensweise nur die Plätze getauscht. War es bis zum Ende der UdSSR der russische Bär der mit seinem Ungestüm und ohne Rücksicht auf die jeweilige Bevölkerung im direkten Zugriff sich alles nahm was auf seinem Wege lag, bzw. es wagte sich ihm in den Weg zu stellen. ( Ich erinnere nur an das sowjetische Vorgehen in Afghanistan ) währenddessen in dieser Phase des Zeitlaufes die US-Mächtigen stets auf die diffizile Art darangingen unbotmäßige Länder und Völker zu züchtigen, sich hörig oder untertan zu machen, ja im Bedarfsfall sogar auf grausame Art und Weise zu vernichten ( man denke nur an den Vietnamkrieg mit seinen schrecklichen Folgen )!

Die US-Administration schreckte auch zu keiner Zeit davor zurück, unter falschem Vorwand ihres Volkes eigene Söhne zu opfern, um durch diese Hintertür in kriegerische Auseinandersetzungen auf der Erde eingreifen zu können. Von dieser perfiden und das eigene Volk verachtenden Taktik hat man im Weißen Haus am Potomac-River nun Abstand genommen. Man bedient sich offenbar keiner Fälschungen mehr um irgendwo in eine kriegerische Auseinandersetzung eingreifen zu können – man marschiert heute frank und frei auch ohne ersichtlichen Grund in fremde Länder und Territorien ein um da alles platt zu machen bzw. zu vernichten. Da ist dann jeden Tag Erntedankfest für die waffenproduzierende Industrie – vornehmlich im eigenen Lande. Genau aus dem Grunde der Verdienstschmälerung für die eigenen Waffenbarone will man sich auf jedwede Art der europäischen Konkurrenz entledigen. Darauf zielte meine Eingangsbemerkung ab, ob die Drahtzieher im Hintergrund es für an der Zeit hielten, die EU im Urinal der Geschichte verschwinden zu lassen.

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Beim verbliebenen Russland als immer noch größtem Flächenstaat der Erde und Stammzelle der ehemaligen UdSSR stellt es sich genau andersherum dar. Der russische Bär scheint geläutert und momentan bar jedweder Angriffslust zu sein. Aber auch DAS scheint nur so. Während an der Spitze der US Administration gegenwärtig ein Mächtiger wie ein Elefant im Porzellanladen agiert, bietet sich dem Beobachter der Kremlszenerie ein völlig anderes Bild. Dort steht ein mit allen Vollmachten versehener und mit allen Wassern der psychologischen Menschenführung gewaschener Staatspräsident als stiller Betrachter des Weltgeschehens – und lächelt, während die

Pseudo-Staatenlenker der EU

vom Trumpel-Tier aus dem Weißen Haus bei jedem sich bietendem Anlass aufs Neue gedemütigt werden und sich gegenseitig am liebsten zerfleischen würden. Es gilt naturgemäß auch hier immer noch der alte Spruch unserer Altvorderen, dass Einigkeit stark macht – von Einigkeit ist aber jetzt – und wird auch in der Zukunft – in der EU nichts zu entdecken sein.

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