Gastbeitrag von einer politisch aktiven Arbeitsgemeinschaft ANONYMISIERT / Down with the D-Mark

Gastbeitrag

von einer politisch aktiven Arbeitsgemeinschaft

ANONYMISIERT  

 

Down with the D-Mark

 

Deutsche Bank in fremder Hand? Diese Ausgangslage umfasst nicht nur die Eigentumsverhältnisse, sondern auch das Management aus Vorstand und Aufsichtsrat. Nach aktuellen Medienberichten kappt die Deutsche Bank die Bande zur deutschen Wirtschaft. Im neuen Aufsichtsrat werden vermutlich keine deutschen Manager der Realwirtschaft mehr Platz nehmen. Die Aktionäre der Deutschen Bank sind in ihrer Struktur für eine strategische Neuausrichtung nicht gleichgerichtet und auch in ihrer Interessenlage nicht homogen. Wenn überhaupt sollen deutsche Manager nur übergangsweise den Posten des Vorstandsvorsitzenden besetzen. Rückblickend betrachtet ist die Kappung der Bande der Deutschen Bank zu der deutschen Wirtschaft womöglich keine aktuelle

Zeitpunktentscheidung,

sondern eine geplante Zeitraumentscheidung gewesen. Womöglich begann diese Neuausrichtung nach dem gewaltsamen Tod des charismatischen Vorstandsvorsitzenden Alfred Herrhausen – dem Freund und Berater des verstorbenen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Womöglich wurde mit der Einführung des Euro und mit der Hilfe des Heuschrecken-Einladungsgesetzes im Kalenderjahr 2001 der Gesetzes-Turbo des Neoliberalismus zur Vernichtung von deutschen Vermögen eingeschaltet. Über die volksschädliche und volksfeindliche Riester-Rente hat der DRSB bereits sehr ausführlich berichtet. Kurze Zeit später wurde mit dem Gesetz zur Zwangsveröffentlichung der Unternehmensdaten im Internet mit den brutalen Zwangsmaßnahmen des Bundesamtes der Justiz neben der Deutschland AG auch der deutsche Mittelstand zum Ausschlachten und zur Übernahme auf dem Silbertablett serviert. Das denkbare Spektrum der systematischen Vernichtung von deutschen Vermögenswerten und der Zerschlagung der Deutschland AG reicht von leichter Fahrlässigkeit womöglich bis zum Vorsatz. Fragen des DRSB aus den offenen Schreiben an dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann aus dem Kalenderjahr 2010 zur geschäftsplanmäßigen Ausrichtung der Deutschen Bank nach der vollständigen Übernahme der Postbank und der Zukunft des Investmentbanking wurden nur ausweichend beantwortet. Die Frage nach dem Erfordernis zur Gründung einer

„Bad-Bank“

blieb unbeantwortet. Das extreme Volumen an toxischen Wertpapieren im Investmentbanking sprengt auch heute noch jegliche Vorstellungskraft. Ein Großteil der Bilanz der Deutschen Bank scheint aus einem gigantischen Zahlen-Torso aus undefinierbaren Derivaten zu bestehen. Nach der Aussage von Ackermann wollte er die Deutsche Bank „besensauber“ verlassen. Nach den aktuellen Medienberichten schwächelt das Investmentbanking bei der Deutschen Bank dauerhaft. Demnach hat die Deutsche Bank

20 Milliarden Verluste

über ein „Bad-Bank-Modell“ ausgelagert. Die Straf- und Vergleichszahlungen summieren sich mittlerweile auf weitere 15 Milliarden Euro. Bis heute ist die Deutsche Bank „noch“ ohne Staatshilfe ausgekommen. Die Medien sprechen bereits offen darüber, dass die Frage nach der Notwendigkeit einer großen Bank für die deutsche Volkswirtschaft obsolet sei. Die Medien versuchen aber immer noch, Alfred Herrhausen als den Ursprung und den Schuldigen des Investmentbankings bei der Deutschen Bank auszumachen. Alfred Herrhausen war bis zu seiner Ermordung im Kalenderjahr 1989 ein unerbittlicher Feind der Gemeinschaftswährung Euro und einer Zentralregierung in Europa. Alfred Herrhausen war nicht der Vorreiter der „Globalisierung“ und auch nicht für das heutige Desaster verantwortlich. Die Deutsche Bank ist nicht mehr der Hüter der Deutschland AG. Im Konzert der großen Banken spielt die Deutsche Bank heute nicht mehr mit. Die Manipulationen einiger Geschäftsbanken bei dem Festlegen des Euribor-Zinssatzes sind gerichtlich noch nicht ausgestanden. Während aktuell der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner den neuen Aufsichtsrat durch Investmentbanker der Wall Street ersetzen will, predigte der ausscheidende Vorstandsvorsitzende John Cryan noch davon, dass sich die Bank wieder stärker auf Deutschland konzentrieren soll. [ ? ] Der neue Vorstandsvorsitzende Christian Sewing wird es nicht einfach haben, seine Deutschbanker mit dem Aufruf zur „Jägermentalität“ bei der Vielzahl der offenen Prozesse und dem unbestimmbaren Verlustvolumen bei Laune zu halten. In den Medien philosophiert man über die mögliche strategische Neuausrichtung der Deutschen Bank. Der US-Finanzguru George Soros forderte 1993:

„Down with the D-Mark!”

Noch haben die US- Ratingagenturen ihr Monopol zur Einstufung der Bonität von deutschen Banken nicht manipulierend zum Einsatz gebracht. Die Macht der selbst ernannten Bonitätswächter wurde um die US-Wirtschafts- und Finanzkrise im Kalenderjahr 2007 bereits getestet. Die Gefahr des US-Monopols hatte die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Forderung nach einer unabhängigen europäischen Ratingagentur erkannt. Wegen „fehlender finanzieller Mittel“ wurde kurze Zeit später diese Forderung wieder einkassiert. Nach den Medienberichten bedarf es bei der Deutschen Bank einem vollständigen Neuanfang. Mit den Altlasten des Investmentbankings und den Kreditausfallversicherungen in den Büchern der Deutschen Bank sowie mit fast 100.000 Mitarbeitern wird ein Neuanfang vermutlich schwierig zu gestalten sein. Die Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts scheint sich im 21. Jahrhundert mit der Investmentmanie zu wiederholen. Das Investmentbanking und das Monopol der US-Ratingagenturen hängen wie Damoklesschwerter über der internationalen Finanzwelt. Die Gefahren des Investmentbankings in Kombination mit den Kreditausfallversicherungen bei den Banken in Europa und der westlichen Welt können sich zum Beispiel bei einer Bankenunion und einer Haftungsunion in der EU noch verstärken. Ein Einwirken von verantwortungsbewussten Politikern und Managern aus den USA, Europa und China könnte einen denkbaren weltweiten Finanz-Tsunami verhindern. Womöglich hat sich der Schattenkapitalismus gezielt Deutschland und einige deutsche Banken über eine längere Zeitachse mit der willfährigen Hilfe von Marionetten-Politikern und skrupellosen Managern „passend“ zurechtgelegt. Auf die Eigentumsverhältnisse von börsennotierten Banken hat der Staat keinen Einfluss. Nach dem Verkauf der IKB und WestLB in Düsseldorf und der HSH in Hamburg an Hedgefonds verstärkt sich diese prekäre Ausgangslage für die deutsche Wirtschaft.

 

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Vielen Dank für die Veröffentlichung unseres Gastbeitrages.

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