Gabriel Sigmar 2011 09 29

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf

Herrn

Sigmar Gabriel / MdB

SPD – Parteivorstand

Willy – Brandt – Haus

Wilhelmstraße 141

D – 10963 Berlin

 

29. September 2011

 

Zweites offenes Schreiben an Herrn

Siegmar Gabriel

Parteivorsitzender der SPD

 

Aktuelle und zukünftige Rentenbezieher

 

Sehr geehrter Herr Gabriel,

 

es ist sehr erfreulich, dass Sie nun auch die Forderung des DRSB nach mehr Basisdemokratie durch Volksentscheide nach vorne treiben möchten.

Volksentscheide

sollten sich dabei aber nicht nur auf Themen zu Europa beschränken.

Bis heute wird den Menschen gebetsmühlenartig eingetrichtert, dass sich Riestern aufgrund der Zulagen und Rürupen aufgrund der Steuervorteile lohnt.

Hier stellt sich zwangsläufig die Frage, woher ein junger Bürger den zukünftigen Verlauf seines beruflichen Werdegangs erahnen soll, um sich frühzeitig für eines der beiden Modelle der privaten Altersvorsorge entscheiden zu können.

 

Das unbefriedigende Ergebnis:

Riestern führt in die Berufsfalle.

Rürupen lässt die Berufsfalle zuschnappen.

Folgt man den Worten Ihres Parteikollegen Walter Riester soll Professor Dr. Dr. Hans – Adalbert Rürup bereits im Kalenderjahr 2003 gefordert haben, die Riesterrente auch für Selbständige zu öffnen.

Die Info – Briefe und Änderungsvorschläge des DRSB zu diesem Thema dürften Ihnen vorliegen.

Auch wenn die Berufsfalle der Riesterrente von offizieller Stelle als Wechsel im Förderstatus bezeichnet wird, ändert diese verharmlosende Bezeichnung nichts an den fatalen Folgen des Riesterdesasters.

Es ist daher nicht zielführend, dass Walter Riester in Kenntnis der Konstruktionsfehler sowie der versteckten und hinterlistigen Fallen der Rentenmodelle aus der Agenda 2010 Vorträge vor Schülern hält.

Zur Erhaltung des sozialen Friedens ist es deshalb wenig ratsam, gutgläubige und ahnungslose Schüler mit den Modellen Riester und Rürup in eine ungewisse und unberechenbare Zukunft zu führen.

Dieses Vorgehen hat in Elternkreisen bereits zu Verstimmungen geführt.

 

Ihre Einforderung nach mehr Basisdemokratie setzt aber zunächst voraus, sich selbst gegenüber Fehler aus der Vergangenheit einzugestehen, diese gegenüber den Menschen in unserer Heimat nicht zu leugnen, sie wahrheitsgemäß aufzuklären, um letztendlich hierüber mittels Volksentscheid abstimmen zu lassen.

 

Erst die Einsicht der Notwendigkeit in die richtige Vorgehensweise führt bei einem Volksentscheid zu echter Basisdemokratie.

 

Ihre warnenden Worte

„Die Menschen merkten, dass es so nicht weitergehe“

sind nicht nur beim Thema Euro angekommen, sondern haben zwischenzeitlich auch den Themenkreis gesetzliche und private Rente erfasst.

 

Mit Ihrem gezielten Einsatz und der Unterstützung Ihrer Partei wäre es durchaus noch möglich, dass weitere schädliche Entwicklungen für gutgläubige Riesterkunden ausgeschlossen werden könnten.

 

Mit freundlichen und besten Grüßen

Ihr Ihr

Udo Piasetzky Hans – Josef Leiting

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V. Vorstandsmitglied des DRSB e.V.

 

 

 

 

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