Das Wort am Sonntag – 30. September 2012

Agonie oder Revolution

Welche Aussichten haben zukünftige Rentenbezieher?

 

Am 08. Mai 1945 ging mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende. Für viele Familien im besiegten Deutschland wuchs blitzartig die Einsicht am totalen moralischen Ruin. Die vormals stabile wirtschaftliche Basis war zunächst auf unbestimmte Dauer für Millionen Bürger verloren. Die alliierten Gegner zerbombten nicht nur Wohnungen, Produktionsanlagen und ganze Städte, sondern auch das Wirtschaftssystem mit Sparguthaben und dem Währungssystem.

 

Die Reichsmark verlor jegliche Bedeutung als tägliche Währung. Lebensmittel, Bekleidungsstücke und Zigaretten, wie Camel oder Lucky Strike ersetzten die Reichsmark. Schwarzhandel und Tauschgeschäfte waren nun die Basis der Wirtschaftsordnung.

 

Im Schutz der alliierten Westmächte entstand langsam und zähflüssig eine neue demokratische Parteienlandschaft. Bürgerlich orientierte Christen gründeten die CDU und im Freistaat Bayern die CSU. Nach brutaler Verfolgung und einem zwölfjährigen Verbot wurden sozialistisch orientierte Bürger erneut für die SPD aktiv. Freiheitlich denkende Bürger, die früheren „Liberalen“, nennen sich nun FDP. Erste zaghafte Medien – Pflänzchen bilden sich unter den strengen Augen der Besatzer. Eine vermeintlich freie deutsche Presse steht am Anfang eines langen Erfolgsweges.

 

Die Existenz aus den Trümmern wird im Hungerwinter der Jahre 1946 bis 1947 einer harten Prüfung unterzogen. Für tausende schlecht ernährte und entkräftete Menschen in unserer Heimat bringt der „Hungerwinter“ den Tod. Nur wer gute Kontakte, Freunde oder Gönner hat, kann einigermaßen den Lebensunterhalt organisieren. Der ständig wachsende Schwarzmarkt wird zum Gradmesser für den Marktwert von Waren.

 

Die Währungsreform 1948 bot allen deutschen Bürgern eine chancenreiche und ökonomische Zukunft. Das Desaster aus Zigarettenwährung und alter Reichsmark war beendet.

 

Mit dem Beginn der 50er Jahre wird Deutschland schlagartig politischer. Adenauer erringt 1957 einen grandiosen Wahlsieg. Otto Graf Lambsdorff findet seine politische Heimat bei der FDP in Aachen. Mit der historischen Mitgliedsnummer 7 startet Lambsdorff seine politische Laufbahn. Die damals revolutionären Gedanken und Ideen der FDP, wie zum Beispiel:

Abschaffung der Landtage und der überflüssigen Landesminister,

wurden schnell auf dem Altar der Klientelpolitik geopfert. In den Jahren 1950 bis 1965 vervierfachte sich die Wirtschaftskraft in Deutschland. Sozialpolitik war wie eine Art Volksversorgung organisiert und verfünffachte die Summe aller Sozialleistungen im gleichen Zeitraum. Zwei politische Größen

Karl Schiller SPD und Ludwig Erhard CDU

warnten damals schon vor den katastrophalen Spätfolgen. Ihre Stimmen wurden nicht gehört sondern verlacht. Anfang der 70er Jahre veränderte der produktive Kern in Deutschland sein Erscheinungsbild. Der produktive Kern, der Bereich also, in dem der Wohlstand produziert wurde, lehnte sich verstärkt an die Weltwirtschaft an. Die Folgen sind heute noch bekannt: Das Aussteuern von abhängig Beschäftigten aus dem Arbeitsprozess begann. In Deutschland sprach noch niemand von einer Globalisierung, Themen wie Humanisierung der Arbeitswelt waren angesagt. Niemand wollte auch nur Ansatzweise das Wort Rationalisierung in den Mund nehmen, aber nur die setzte sich durch. Sehr wenige ehrliche Politiker haben damals der Öffentlichkeit klar gemacht, dass mehr Staatsleistungen bei abnehmender Beschäftigung automatisch Steuererhöhungen zur Folge hat. Deutschland verfügte über ausreichend gut ausgebildete Erwerbsfähige, aber bereits in der Mitte der 70er Jahre auch über 1 Million nicht Erwerbstätige. In den Jahren 1989 und 1990 machten alle Deutschen den Crashkurs „Deutsche Einheit“.

 

Durch den fortwährenden Abbau des deutschen Sozialstaats wurden immer größere Teile der Gesellschaft deformiert. Immer mehr Menschen stellten sich die Frage: Wer soll sich um alte und pflegebedürftige Menschen oder um Kranke und Kinder kümmern?

 

Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung gewann mit der Regierungsübernahme durch ROT / GRÜN 1998 noch zusätzlich an Fahrt. Zum Teil haben es große Teile der Bevölkerung mittlerweile schlicht verlernt, sozial zu denken und zu handeln. Die Entfremdung der Gesellschaft von sozialen Funktionen ist aber das eigentliche Hauptproblem in Deutschland; nicht so sehr die wirtschaftlichen. Viele Werte sind auf Jahre verloren. Nachdem Kommunismus, Sozialismus und Agendapolitik auf deutschen Boden nachhaltig gescheitert sind, verabschiedet sich auch das bewährte System der Sozialen Marktwirtschaft.

 

Das Sozialmodell Deutschland verschwand schleichend im Nirwana der deutschen Geschichte. Aus den Trümmern der Hitler – Jahre auferstanden, wird es noch heute weltweit beneidet und häufig kopiert.

 

In Deutschland hat es seit längerem schon aufgehört zu funktionieren. Das einstige Erfolgssystem wurde regelrecht vernichtet.

Ein Neustart wie bei einer Computerfestplatte ist nicht möglich. Irrtümer, Bequemlichkeiten und Missverständnisse der politischen Eliten zwingen uns damit zu einer zweiten Staatsgründung. Aber wie könnte das neue Deutschland und die Zukunft aussehen?

 

Kein Mensch wird gerne „ALT“. Diese ganz persönliche und intime Empfindung wird in den nächsten drei Jahrzehnten auf eine nie gekannte Weise zu einer öffentlichen Massenerscheinung. Wer heute lebt, nimmt an einem in der Menschheitsgeschichte einzigartigen Abenteuer teil. Nicht nur unser Volk sondern ganze Völker werden altern. Wir im sogenannten alten Europa erleben dabei zusätzlich ein besonderes Paradoxem, den demographischen Angriff an zwei Fronten. Die Europäer leben länger und bekommen weniger Kinder. Die Bevölkerungsdynamik wird durch das Sterben geprägt und nicht mehr durch die Geburt. Gesellschaft und Kultur werden in den Grundfesten erschüttert sein wie nach einem kalten und lautlosen Krieg.

 

Deutschland steht dabei seit langem wieder an der Spitze. Nach seriösen UN – Schätzungen haben wir im Jahre 2050 zwölf Millionen Deutsche weniger. Das sind mehr als alle Gefallenen aller Länder im Ersten Weltkrieg. Im Tierreich wäre diese Art der Population zum Aussterben verurteilt. Die Anthropologie bezeichnet solche Arten als:

Lebende Tote.

 

Jetzt ausschließlich auf die Politiker zu setzen wäre der größte Fehler. Eine normale politische Lebensspanne beträgt immer noch 4 bis 5 Jahre, die Dauer einer Legislaturperiode.

Danach verschwindet die Mehrzahl wieder im politischen Nichts. Beispiele wie Gerhard Schröder oder Joschka Fischer stehen hierbei oftmals für diese geistige Grundhaltung und Ideologie. Es gibt Menschen in unserer Heimat, die sich bewusst dafür entscheiden, kürzer zu leben. Sie koksen, rauchen oder trinken und tauschen in ihrer eigenen Wahrnehmung, das kürzere Leben gegen den Kick eines aktuellen schnellen Genusses.

 

Die Selbstzerstörung durch Rassismus des Alters kennt keinen Genuss. Sie hat nur den schalen Geschmack sich über andere Menschen zu erheben. Die permanente Fixierung auf Jugendbilder und der damit verbundenen ewigen Schönheit macht heute schon viele Jüngere unglücklich und depressiv. Dorian Gray bleibt somit für alle Zeiten nur eine Romanfigur von Oscar Wilde.

 

Das Dorian Gray – Syndrom quält aber täglich viele Menschen der so genannten Generation „i- Phone“. Die teilweise apokalyptischen Prognosen der demographischen Institute wurden in der Trennschärfe besser und benannten als Beginndatum eines Alterskonflikts das Jahr 2010. Die deutsche Gesellschaft wird sich gleichzeitig aus zwei Richtungen verändern:

1.

Die Menschen, um die es geht, sind alle schon geboren. Die Länge ihres Lebens wird wahrscheinlich die heute schon guten Prognosen übersteigen.

2.

Während die älter werdenden Menschen länger leben, werden die Jüngeren, die Deutschland für die Zukunft dringend benötigt, nie geboren.

Auch mit Hilfe einer „Zeitmaschine“ wäre die Situation nicht zu korrigieren. So wird die Basis unserer Zukunft unterwandert, ohne, dass jemals ein Schritt auf ihr versucht wurde. Da die benötigten Kinder nie geboren wurden, werden auch sie niemals Kinder gebären.

 

Der geburtenstärkste Jahrgang war 1964. Altersruhe – Stichjahr ist folglich das Jahr 2031 [ Rente mit 67 ]. Der Beginn der katastrophalen Alters- und Flächenarmut in Deutschland. Städte und Gemeinden werden sich entvölkern. Zwischenmenschliche Beziehungen verändern sich dramatisch. Die Zahl der Verbraucher von Gütern, Dienstleistungen, Bildung, Medien und Kultur sinkt erheblich. Familiäre Strukturen werden nur noch vertikal verlaufen.

 

Die wahrscheinlichen Folgen sind sehr unklar, dennoch besteht die Befürchtung, dass die Lebensformen dramatischen Charakter haben werden. Steigt der Altenquotient um die vorhergesagten 100%, halbiert sich automatisch das Rentenniveau. Parallel verdoppelt sich der Beitragssatz zur Rentenversicherung. Die allgemeine Marktsituation muss sich dem Wandel schnell anpassen.

 

2027 würden mehr als 75% der Wähler gegen jede Rentenreform stimmen müssen, zur Wahrung ihrer Interessen. Angesichts solcher harten Daten und Fakten gibt es nur eine Möglichkeit:Schnelles Handeln und entwickeln von validen und sinnvollen Rentensystemen. Der Riesterwahn und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Problemen müssen sofort beseitigt werden, denn es gilt weiter Schäden vom Volk abzuwenden. Das vom DRSB vorgeschlagene Nutzmehrende System

ALLE von ALLEM für Alle

könnte die Lage der GRV erkennbar in kürzester Zeit positiv verändert. DRSB – wir kämpfen seit 1988 für sinnvolle, lernfähige und zukunftssichere Rentensysteme.

 

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