braucht der ruhrpott wieder industrieansiedlung

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

Braucht der
Ruhrpott
wieder
Industrieansiedlung?

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Andreas Kallen

Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Heinrich Sternemann

Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.

 

Meerbusch, den 11. September 2007

 

Das Ruhrgebiet, auch liebevoll

 

Ruhrpott

 

genannt, ist der größte Ballungsraum in Deutschland.

 

Auf einer Fläche von etwa 4.435 Quadratkilometern leben circa 5,3 Millionen Bürger.

 

Das ist der Großteil der in der NRW – Region Rhein – Ruhr ansässigen Einwohner, der über 10 Millionen Bürger angehören und die ein Gebiet von fast

 

10.000 Quadratkilometern

umfasst.

Die Bezeichnung

 

Ruhrgebiet oder Ruhrpott

 

ist keine offizielle, so genannte Verwaltungsbezeichnung.

 

Eine exakte Abgrenzung ist frei interpretationsfähig, denn viele Städte, Gemeinden oder Kreise gehören auch den Landesteilen Rheinland und Westfalen an.

 

Genau genommen besteht das Ruhrgebiet aus einer Reihe von zusammengewachsenen Industriestädten und geht am mittleren Niederrhein in den Rhein – Ruhr – Raum über.

 

Stark verallgemeinert könnte man den

 

Ruhrpott

 

nach dem Verbreitungsgebiet des

 

RVR

Regionalverbands Ruhr

 

definieren.

 

Zum Regionalverband Ruhr zählen die kreisfreien Städte

 

Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen,

Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen

sowie die Kreise

Recklinghausen, Unna, Wesel und der EnnepeRuhr - Kreis.

 

Diese Region entstand bereits im Mittelalter entlang des so genannten Hellwegs und erreichte ihre heutige Ausdehnung und Infrastruktur mit der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert.

 

Die meisten kreisfreien Städte des Ruhrgebiets haben in ihren Randbezirken durchaus einen ländlichen Charakter.

Rein geologisch wird das Ruhrgebiet über die Vorkommen von kohleführenden Schichten des Oberkarbons definiert.

 

Diese so genannten Kohle – Flöze streifen entlang der Ruhr die Oberfläche und senken sich nach Norden ab.

 

Der Kohlereichtum war maßgeblich ausschlaggebend für die damalige rasante Besiedelung, sowie die Standortbildung der Montanindustrie.

 

So ist es nicht verwunderlich, dass es ab dem Jahr 1965 Pläne der damaligen Landesregierung zur Bildung eines Regierungsbezirkes Ruhrgebiet gab, die aber nach einem Regierungswechsel nicht weiter verfolgt wurden.

 

Dem Ruhrpott ging es durch Kohle und Stahl Jahrzehnte lang sehr gut, so dass sichere und langfristige Arbeitsplätze ein Markenzeichen dieser Region waren.

 

Getrieben von wissenschaftlichen Untersuchungen und der amerikanischen Heilslehre von einer neuen Wertschöpfung wurde ab der Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von den herrschenden NRW – Politikern eine

 

DeIndustrialisierung

 

eingeleitet und zügig durchgeführt.

 

Im Zuge dieser

DeIndustrialisierung

 

wurde gleichzeitig eine Rekultivierung von Industrieflächen eingeleitet, so dass eine Reihe von neuen Parklandschaften und Naherholungsgebieten entstehen konnte.

 

Die zahlreichen Garten- und Parkanlagen im Ruhrpott sind heute in das

 

EGHN

European Garden Heritage Network

 

eingebunden.

Seit dem Beginn der Kohlekrise im Jahr 1958 befindet sich das Ruhrgebiet in einem ständigen Strukturwandel, der bis heute von großen wirtschaftlichen Anpassungsschwierigkeiten begleitet wird.

 

Selbst massive und gezielte staatliche Subventionen konnten einen Wandel zu den beschleunigten Arbeitsplatzverlusten nicht aufhalten.

 

Die Industriezweige, auf die das Ruhrgebiet seinen Reichtum gründete,

 

Steinkohleförderung und Stahlindustrie,

 

wurden entweder abgeschafft oder nach und nach ins Ausland verlegt.

 

Der angestrebte Wandel von der Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft brachte den meisten Bürgern in der Region nur

 

Arbeitsplatzverlust und Armut.

 

Sicherlich veränderten sich die Perspektiven für Industrieunternehmen durch die rasanten Entwicklungen neuer Technologien. Aber genau das waren vor 20 Jahren die riesigen Chancen

 

Hightech - Systeme mit historischen Industrien

 

zu kombinieren.

 

Denn wenn heutzutage ein neues Stahlwerk in den USA gebaut wird, passiert genau dieses vorgenannte Szenario.

 

Mit dem Strategiepapier

 

Raus aus dem RuhrpottRein ins Ruhrgebiet

 

stellte der DRSB e.V. bereits 1990 ein realistisches Förderkonzept vor.

 

Eine Resonanz darauf hat der DRSB e.V. bis heute bemerkenswerter Weise nicht erhalten.

 

Die DRSB – Botschaft an die ehemaligen Ministerpräsidenten

 

Wolfgang Clement und Peer Steinbrück

- beide SPD -

lautete:

 

Verknüpfung von Industrie und Dienstleistung

zu einer expansiven und anspruchsvollen Wertschöpfungskette.

 

Damit könnte man sogar heute noch sichere Langzeit – Arbeitsplätze im Ruhrpott schaffen.

 

Eine sinnvolle Kombination von innovativen

 

Produkten und Produktionsverfahren

 

würde für den Standort Ruhrpott auf Jahrzehnte hinaus dauernde internationale Wettbewerbsfähigkeit aufbauen und sichern.

 

Seit die Armut und das Elend in den Städten wachsen, weisen verstärkt auch die regionalen

 

Industrie- und Handelskammern

 

im Ruhrpott auf die Probleme der

 

DeIndustrialisierung

hin.

 

Aus einer einst blühenden Wirtschaftsregion verblieben noch ganze

 

6 fördernde Bergwerke

und

3 Kokereien,

 

deren Produkte zur Herstellung von Stahl benötigt werden.

Es nützt dem Ruhrpott wenig, ein Teil der

 

Metropolregion RheinRuhr

 

zu sein und neben

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