DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Braucht der
Ruhrpott
wieder
Industrieansiedlung?
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Heinrich Sternemann
Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 11. September 2007
Das Ruhrgebiet, auch liebevoll
Ruhrpott
genannt, ist der größte Ballungsraum in Deutschland.
Auf einer Fläche von etwa 4.435 Quadratkilometern leben circa 5,3 Millionen Bürger.
Das ist der Großteil der in der NRW – Region Rhein – Ruhr ansässigen Einwohner, der über 10 Millionen Bürger angehören und die ein Gebiet von fast
10.000 Quadratkilometern
umfasst.
Die Bezeichnung
Ruhrgebiet oder Ruhrpott
ist keine offizielle, so genannte Verwaltungsbezeichnung.
Eine exakte Abgrenzung ist frei interpretationsfähig, denn viele Städte, Gemeinden oder Kreise gehören auch den Landesteilen Rheinland und Westfalen an.
Genau genommen besteht das Ruhrgebiet aus einer Reihe von zusammengewachsenen Industriestädten und geht am mittleren Niederrhein in den Rhein – Ruhr – Raum über.
Stark verallgemeinert könnte man den
Ruhrpott
nach dem Verbreitungsgebiet des
RVR
Regionalverbands Ruhr
definieren.
Zum Regionalverband Ruhr zählen die kreisfreien Städte
Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen,
Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen
sowie die Kreise
Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe – Ruhr - Kreis.
Diese Region entstand bereits im Mittelalter entlang des so genannten Hellwegs und erreichte ihre heutige Ausdehnung und Infrastruktur mit der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert.
Die meisten kreisfreien Städte des Ruhrgebiets haben in ihren Randbezirken durchaus einen ländlichen Charakter.
Rein geologisch wird das Ruhrgebiet über die Vorkommen von kohleführenden Schichten des Oberkarbons definiert.
Diese so genannten Kohle – Flöze streifen entlang der Ruhr die Oberfläche und senken sich nach Norden ab.
Der Kohlereichtum war maßgeblich ausschlaggebend für die damalige rasante Besiedelung, sowie die Standortbildung der Montanindustrie.
So ist es nicht verwunderlich, dass es ab dem Jahr 1965 Pläne der damaligen Landesregierung zur Bildung eines Regierungsbezirkes Ruhrgebiet gab, die aber nach einem Regierungswechsel nicht weiter verfolgt wurden.
Dem Ruhrpott ging es durch Kohle und Stahl Jahrzehnte lang sehr gut, so dass sichere und langfristige Arbeitsplätze ein Markenzeichen dieser Region waren.
Getrieben von wissenschaftlichen Untersuchungen und der amerikanischen Heilslehre von einer neuen Wertschöpfung wurde ab der Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von den herrschenden NRW – Politikern eine
De – Industrialisierung
eingeleitet und zügig durchgeführt.
Im Zuge dieser
De – Industrialisierung
wurde gleichzeitig eine Rekultivierung von Industrieflächen eingeleitet, so dass eine Reihe von neuen Parklandschaften und Naherholungsgebieten entstehen konnte.
Die zahlreichen Garten- und Parkanlagen im Ruhrpott sind heute in das
EGHN
European Garden Heritage Network
eingebunden.
Seit dem Beginn der Kohlekrise im Jahr 1958 befindet sich das Ruhrgebiet in einem ständigen Strukturwandel, der bis heute von großen wirtschaftlichen Anpassungsschwierigkeiten begleitet wird.
Selbst massive und gezielte staatliche Subventionen konnten einen Wandel zu den beschleunigten Arbeitsplatzverlusten nicht aufhalten.
Die Industriezweige, auf die das Ruhrgebiet seinen Reichtum gründete,
Steinkohleförderung und Stahlindustrie,
wurden entweder abgeschafft oder nach und nach ins Ausland verlegt.
Der angestrebte Wandel von der Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft brachte den meisten Bürgern in der Region nur
Arbeitsplatzverlust und Armut.
Sicherlich veränderten sich die Perspektiven für Industrieunternehmen durch die rasanten Entwicklungen neuer Technologien. Aber genau das waren vor 20 Jahren die riesigen Chancen
Hightech - Systeme mit historischen Industrien
zu kombinieren.
Denn wenn heutzutage ein neues Stahlwerk in den USA gebaut wird, passiert genau dieses vorgenannte Szenario.
Mit dem Strategiepapier
Raus aus dem Ruhrpott – Rein ins Ruhrgebiet
stellte der DRSB e.V. bereits 1990 ein realistisches Förderkonzept vor.
Eine Resonanz darauf hat der DRSB e.V. bis heute bemerkenswerter Weise nicht erhalten.
Die DRSB – Botschaft an die ehemaligen Ministerpräsidenten
Wolfgang Clement und Peer Steinbrück
- beide SPD -
lautete:
Verknüpfung von Industrie und Dienstleistung
zu einer expansiven und anspruchsvollen Wertschöpfungskette.
Damit könnte man sogar heute noch sichere Langzeit – Arbeitsplätze im Ruhrpott schaffen.
Eine sinnvolle Kombination von innovativen
Produkten und Produktionsverfahren
würde für den Standort Ruhrpott auf Jahrzehnte hinaus dauernde internationale Wettbewerbsfähigkeit aufbauen und sichern.
Seit die Armut und das Elend in den Städten wachsen, weisen verstärkt auch die regionalen
Industrie- und Handelskammern
im Ruhrpott auf die Probleme der
De – Industrialisierung
hin.
Aus einer einst blühenden Wirtschaftsregion verblieben noch ganze
6 fördernde Bergwerke
und
3 Kokereien,
deren Produkte zur Herstellung von Stahl benötigt werden.
Es nützt dem Ruhrpott wenig, ein Teil der
Metropolregion Rhein – Ruhr
zu sein und neben
