DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
„Am liebsten ohne ältere Arbeitnehmer”
Sucht die deutsche Wirtschaft über 45-jährige?
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Heinrich Sternemann
Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 12. Juni 2007
Mit einem gigantischen Aufwand begann mit der Förderung durch die Politiker vor
30 Jahren das weltweit einmalige
Arbeitsplatzvernichtungskonzept der Frühverrentung.
Quasi in trauter Gemeinsamkeit unterstützten Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften den Jugendwahn und belasteten durch das
Arbeitsplatzvernichtungsmodell der Frühverrentung
nicht nur alle Sozialkassen, sondern verbannten zusätzlich Arbeitsvolumen auf Dauer aus Deutschland.
Was zunächst für viele betroffene Bürger wie ein „Glücksfall” aussah, entpuppte sich im Lauf der Jahre als
Megaflopp für alle Beteiligten.
Schenkt man dem, was Funktionäre so alles erzählen, uneingeschränkt Glauben, dann scheint der Jugendwahn vorbei zu sein.
„Der Jugendwahn der Betriebe ist vorbei.
Wir erleben eine Renaissance der Älteren”
meint zum Beispiel der Präsident der Arbeitgeber in Nordrhein – Westfalen,
Horst – Werner Maier – Hunke.
Angesichts des erkennbaren Mangels an Facharbeitern seien viele Unternehmen nahezu gezwungen, gezielt auf ältere Arbeitnehmer zurückzugreifen.
Der Präsident der Arbeitgeber in Nordrhein – Westfalen verweist dabei auf die neusten
Eurostat – Statistiken,
aus denen hervorgehen soll, dass Deutschland bei der Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern zulegt.
Die Beschäftigungsquote von über 55-jährigen Bürgern soll nach der
Eurostat – Statistik
seit dem Jahr 2001 bis heute um mehr als 10% auf 48,4% gestiegen sein.
Müssen jetzt alle älteren Bürger umdenken?
Sind plötzlich ältere Arbeitnehmer wieder gefragt?
Gibt es tatsächlich einen Best – Ager – Arbeitsplatzboom?
Der DRSB e.V. ging diesen Fragen, wie immer, gezielt nach und kam zu nachfolgenden realistischen Ergebnissen:
Euphorisch wird zurzeit in fast allen Medien oftmals kritiklos über den „tollen” Aufschwung berichtet.
Die mächtigen Politiker wünschen sich gute Nachrichten, also werden diese auch gemacht.
Angeblich soll der Aufschwung alle Bürger mitreißen!
Die Frage bleibt nur:
Wohin?
Für die meisten Bürger, die bereits in befristeten Arbeitsverhältnissen von Halbjahr zu Halbjahr als so genannte
„Lohnsklaven”
von Leiharbeitsfirmen vermutlich vorsätzlich missbraucht werden, führt der Weg wohl direkt in die Flächenarmut.
Allen arbeitlosen Bürgern über 50 Jahre, die sich nach dem Medienrummel berechtigt die Frage stellen, ob sie da irgendwo irgendwas verpasst haben, können sicher sein:
Nein!
Es werden im begrenzten Maße ältere Bürger eingestellt, doch in den meisten Fällen mit Zeitarbeitverträgen.
Gezielt gesucht wird aber äußerst selten!
Deutlich erkennbar stellen auch die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes bevorzugt über 50-jährige vermehrt ein.
Leider auch nur mit befristeten Zeitverträgen.
Es entsteht dadurch der Eindruck, dass arbeitslose Bürger mit Zeitverträgen von 6 bis maximal 12 Monaten aus der Arbeitslosenstatistik, kurzfristig in den Arbeitsmarkt verschoben werden sollen.
Die Verbesserung der so genannten „Beschäftigungsquote” der 55- bis 65-jährigen liegt hauptsächlich an der Verschiebung der Frührente auf das 63. Lebensjahr.
Dieser Vorgang ist somit
nur ein fragwürdiger, flüchtiger und zeitlich begrenzter Erfolg für die Rentenkassen.
Die
„Renaissance der Best – Ager in der Wirtschaft”
für den Arbeitsmarkt bleibt ein „schöner” Traum, der in den meisten Arbeitsämtern vollkommen unbekannt ist.
Nur schöne von totaler Euphorie geprägte Worte vom so genannten „Aufschwung” in Deutschland helfen den mehr als
1 Million
arbeitslosen Best – Agern
nicht weiter.
Der durch die demographische Entwicklung – ab 2015 – zu erwartende dramatische
Fachkräftemangel
ist aber schon auf die Ausbildungsversäumnissen der letzten 20 Jahre zurückzuführen.
Arbeitslose 50-jährige
werden 2015 bereits im 58. Lebensjahr und vermutlich als Arbeitnehmer dann nicht mehr gefragt sein.
„Am liebsten ohne ältere Arbeitnehmer”
bleibt in Deutschland nach wie vor die schonungslose Realität,
so lange durch das Verschieben von Arbeitsvolumen ins Ausland, Langzeit – Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen.
DRSB,
mit gutem Beispiel vorangehen.
Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
