Pharma – Schock
Das nahezu perfekte Zusammenspiel von Kapitalismus und Kommunismus verdeutlicht die Profitgier westdeutscher Pharmakonzerne und der Staatsführung der ehemaligen DDR. Da nun der Skandal öffentlich wurde, stehen plötzlich die Pharmakonzerne und das ehemalige DDR – Regime in einem völlig anderen Licht.
Wieder einmal wurde bewiesen, dass man in der DDR Menschenrechte, die Gesundheit der Bürger und Menschenleben, gegen harte Devisen [ D - MARK ] verkaufte und aufs Spiel setzte. Für die westdeutschen Pharmakonzerne muss die ehemalige DDR quasi „DAS“ preiswerte Wunderland für klinische Studien gewesen sein. DDR – Ärzte waren in der DDR – Mangelwirtschaft dem Druck von allen Seiten ausgesetzt. Über Risiken und Nebenwirkungen machte man sich höchstwahrscheinlich wenig Gedanken. Welchen Arzt oder Apotheker sollten die ostdeutschen Versuchskaninchen auch fragen, denn die Apothekenzeitschrift gab es in der DDR nicht. Ein kommunistischer Staat verkaufte nicht nur seine kranken Menschen, sondern auch Häftlinge für die Produktion von Ikea – Regalen oder ließ sich für aufmüpfige Oppositionelle, die man in den Westen abschob Kopfprämien zahlen. Selbst kranke Kinder waren vor dem Handel mit Devisen nicht sicher. Möglicherweise erscheint vielen DEUTSCHEN dieser Skandal und die Dimension völlig neu und anders, doch das wirklich Erschreckende daran ist das Zusammenspiel der Systeme auf monetärer Basis.
Politiker sowie Manager reden gerne über Moral, Ethik und Menschenrechte. Im Kern der Sache zählt für sie jedoch offensichtlich nur der Profit. Trotzdem rechtfertigt rein gar nichts die unmenschlichen und verdeckten Experimente an Menschen in der ehemaligen DDR. Wer will da noch ausschließen, dass solche Studien demnächst an deutschen Langzeitarbeitslosen oder Hartz IV – Empfängern durchgeführt werden, die aus wirtschaftlicher Not ihre Gesundheit verkaufen müssen? Undenkbar? Können wir uns noch vollkommen sicher sein, dass es bei aktuellen Medikamententests anders zugeht? 50% Arbeitslosigkeit in immer mehr Euro – Länder ist nahezu das kommende Wunderland für die Pharmaindustrie. In Ländern – > in denen die Moral sowie Ethik unterentwickelt sind und in denen Hoffnungslosigkeit, Hunger und soziale Ausgrenzung den Tagesablauf diktieren, lassen sich Studien der Pharmaindustrie noch kostengünstiger und schneller umsetzen als zu DDR – Zeiten. Hohe ethische Standards scheinen auch in westlichen Demokratien und in der EU auf dem Rückzug zu sein. Und gesetzliche Vorgaben oder Vorschriften haben Pharmakonzerne vermutlich noch nie abschrecken können. Der Schaden ist im Nachhinein schon jetzt weitaus größer als der zunächst angenommene Nutzen.
