Sonderinfobrief – 07. Mai 2013 / Der Michel und die Mariann

Der Michel und die Mariann

 

Trotz desaströser Konjunktur und steigender Schulden kann sich Frankreich problemlos Geld am Kapitalmarkt leihen. Die Emission dreier Geldmarktpapiere brachte dem französischen Staat gestern rund 8,2 Milliarden Euro ein. So lautet die offizielle Mitteilung des Finanzministeriums in Paris.

 

Eine nutzmehrende Erfolgsbilanz für das französische Volk sieht anders aus. Dieses Verhalten  ramponiert schon wieder das deutsch – französische Verhältnis. Die Regierung in Paris ist zerstritten, Korruption wohin man schaut und die Wirtschaft liegt völlig am Boden. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 3,2 Millionen so hoch wie nie zuvor. Die Dunkelziffer soll aber bei knapp 6 Millionen liegen. Circa 76% der Franzosen äußern sich enttäuscht über Frankreichs Präsidenten François Hollande.

 

Wäre Frankreich irgendein unbedeutendes Land in Europa, wäre dies noch zu verschmerzen. Doch Frankreich ist „noch“ die zweitgrößte europäische Wirtschaftsmacht, die mitten in der Euro – Krise die Übersicht verloren hat und täglich schwächer wird. Man hofft auf „DIE DEUTSCHEN EUROS“ und stellt sich im Streit um die Rettungspolitik offen gegen Berlin.

 

Das deutsch – französische Verhältnis wackelt sichtbar und hat tiefe Risse bekommen.  Der sogenannte Red Adair der Lyrik [ Ewald Eden ] hat eine feine Spürnase für Meinungsströmungen und Ereignisse. Sein heutiges Gedicht spiegelt sie wider:

 

Der Michel und die Mariann

 [ Ein Gedicht von Ewald Eden ]

 

noch niemals konnten sie sich leiden – auch wenn sie sich so dann und wann

mal flüchtig herzten diese beiden.

In beider Rücken blinkte stets ein scharfer Dolch in willig’ Händen –

wenn Krieges Kopf gepürt’ jetzt geht’ s, dann stach man zu – wollt ’s Schicksal wenden.

Mal siegt man hier auf dieser Seite – und jubelt’ hell im Preußenrausch

mal kassierte man ’ne Riesenpleite und wurd’ verdammt in Bogens Bausch.

So ging es ständig hin und her – Schlachtens Felder wurden markiert –

mit Frieden tat man sich stets schwer, weil Krieg viel leichter man gebiert.

 

Bis dann nach großen Volkes Morden zwei Lenker sich zusammenfanden

im Hoffen beider Länder Horden würden gemeinsam Siege landen.

 

Die Hoffnung trog, sie ging schnell unter – weil jeder log, ganz frech und munter.

Der alte Hass treibt wieder oben – ganz frisch und richtig gut erholt,

er ist in Zeit fest eingewoben – als Völkers Treiben neu gepolt.

 

 

 

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