Infobrief – 06. Mai 2013 / Nützliche Strategien gegen Judenhass?

Nützliche Strategien gegen Judenhass?

 

Seit gestern Abend tagt der 14. jüdische Weltkongress in Budapest. Mehr als 600 Delegierte des Jüdischen Weltkongresses [ WJC ] möchten vor dem Hintergrund des wachsenden Antisemitismus in Ungarn ein Zeichen setzen. Gegen den erstarkenden Judenhass in Ost- und Westeuropa scheint kein Gras gewachsen zu sein. Der Jüdische Weltkongress ist der Dachverband der jüdischen Gemeinden und Organisationen außerhalb Israels. Das jüdische Plenum findet alle 4 Jahre statt und dauert bis zum 07. Mai 2013. Bereits seit Samstag sind antisemitische Parolen von Anhängern der rechtsextremen Partei Jobbik zu hören, die lärmend durch die Straßen von Budapest ziehen. Sie verbreiten dieselben Parolen wie zur Zeit des Holocausts. Heute wird in Budapest Bundesaußenminister Guido Westerwelle als Gastredner erwartet.

 

Solche antijüdischen Hass – Demonstrationen kommen in einer Demokratie bedauerlicherweise immer wieder vor. Die antizionistische Welle schadet derzeit vor allem Ungarns Ruf. Dennoch möchte die Crème de la Crème der Juden der Welt zeigen, dass es in Ungarn und in Ost- und Westeuropa ein hervorragendes und wunderbares jüdisches Leben gibt – > und zwar in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart. Hassreden sind in Ungarn und vielen EU – Staaten offiziell verboten, ebenso wie Nazi – Symbole. Trotzdem wächst der Judenhass in beängstigten Formen. Sind es rein wirtschaftliche Gründe? Ist es die Dominanz in der globalen Finanzwelt? Quasi der Soros – Effekt? Ist es der rüde Umgang mit den Muslimen? Ist es womöglich der Anspruch darauf, dass man das auserwählte Volk sein möchte?

Oder ist es etwa von allem etwas?

Haben Juden in Ungarn oder in den EU – Staaten jetzt angesichts der explodierenden antisemitischen Stimmung Angst? Und wenn – > Ja – > warum? Vor allem die Überlebenden des Holocaust, die älteren Juden, haben Angst, denn sie hören dieselben Parolen wie damals. Die gleichen Schlagworte, und ähnliche Sätze. Hingegen lebten die jungen Leute – > die zweite und dritte Generation nach dem Holocaust – > bis heute unbeschwert in ihrer eigenen Welt und sie kannten keine Angst. Doch immer öfter sprechen europäische Juden von einer neuen Auswanderungsgwelle, angesichts des explosionsartig wachsenden Antisemitismus. Der DRSB ist diesen Aussagen einmal gezielt nachgegangen und konnte noch keinerlei Anzeichen einer Auswanderungswelle feststellen. Denn der Anteil der Juden, die derzeit Ungarn oder die EU verlassen wollen, ist nicht ungewöhnlich hoch.

 

Möglicherweise findet die Crème de la Crème der Juden in der Welt noch rechtzeitig nützliche Strategien gegen Judenhass. Dies scheint dringend notwendig zu sein, denn in London, Paris, Madrid, Rom, Kopenhagen, Oslo, Stockholm und auch in Berlin tauchen immer häufiger massive antizionistische Parolen auf und vergiften die Stimmung.

Die aktuellen Militärschläge gegen Syrien

verstärken bedauerlicherweise das gesamte Szenario.

Der 14. jüdische Weltkongress in Budapest ist deshalb aufgerufen rasch Abhilfe zu schaffen, denn die Aufrufe gegen das jüdische Leben in ganz Europa nehmen an Frequenz zu. Mit der geballten Staatsmacht, mit fleißigen Gerichten oder mit Appellen in den Medien wird der Prozess kaum noch zu stoppen sein.  Nützliche Strategien gegen Judenhass  sind dringend erforderlich.

Nur wie sehen solche möglichen Strategien aus?

Vielleicht wissen wir am 07. Mai 2013 alle etwas mehr? Und wenn nicht? Was passiert dann? Wie antisemitisch sind die Europäer wirklich? Und wie verbreitet ist der Judenhass in Europa tatsächlich?

 

In Ungarn machten in den vergangenen Wochen diverse judenfeindliche Vorfälle Schlagzeilen. Die zunehmend judenfeindliche Stimmung im Land führte dazu, dass der Jüdische Weltkongress Budapest als Ort für die Jahresversammlung 2013 auswählte.

Man ist bemüht die Solidarität mit den ungarischen Juden zu zeigen.

Aber die rechtsradikale Jobbik öffnete Schleusen für den Antisemitismus. Dadurch sind in Ungarn zwei ehemalige gesellschaftliche Tabuthemen mit einem Schlag salonfähig geworden. Jobbik Chef Gabor Vona forderte in einer Rede den Rücktritt aller Parlamentsabgeordneten und Beamten mit israelisch – ungarischer Doppelstaatsbürgerschaft.

Deshalb ist die größte Gefahr für alle Juden die Ungewissheit.

In Wien kursiert ein Witz, der uns alle zum Nachdenken bringen müsste: // Kommt ein ausländischer Journalist in Stadt, wo ihm einige Jugendliche über den Weg laufen. Danach befragt, ob es in Österreich Antisemitismus gebe, antworten sie alle NEIN und fügten sofort hinzu – > aber wenn es Nachfrage danach gibt, dann schon. //

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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