Prognose 2009

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans – Josef Leiting

Düsseldorf, den 01. Januar 2009

 

Prognose 2009

Ende der Schonzeit

 

In der Öffentlichkeit beschwören alle deutschen Politiker ihr Eintreten für das deutsche Gemeinwohl, denn es wird ein heiß umkämpftes Wahljahr werden.

Heuchlerisch werden Beschimpfungen ausgetauscht und auf das Versagen des jeweils Anderen hingewiesen.

Ohne erfahrene Hilfe rutscht deshalb der Wahlkampf in Hessen zur reinsten Schlammschlacht ab.

Auch das Saarland wird davon nicht verschont bleiben und höchstwahrscheinlich mit der Unterstützung der Linken in ein Rot / Rotes Regierungsbündnis schliddern.

Im Bund kann es zu einer hauchdünnen Mehrheit von Schwarz / Gelb kommen, wenn es der FDP gelingen sollte, trotz Guido Westerwelle, ein klares Profil zu zeigen.

Versagt Westerwelle erneut, und das liegt durchaus im Bereich des Möglichen, bleibt vermutlich das Schwarz / Rote Herumgewürge allen Deutschen erhalten.

Wie aber das zurückliegende Jahr offenbarte, haben die

Gemeinwohl - Protagonisten

hauptsächlich das eigne Wohl im Sinn.

Auch im neuen Jahr verharren die Politiker in der Gleichschaltung der Medien und die indirekte Einflussnahme auf Justiz und Wissenschaft wird auf Grund der instabilen internationalen Wirtschaftslage zu einem direkten Ordersystem mutieren.

Man wird weiterhin versuchen, im eigenen kurzfristigen Interesse, die Verfassungsregeln für sich außer Kraft zu setzen.

Das ohnehin schon labile deutsche Demokratiesystem produziert dadurch abgehobene, instabile und handlungsschwache Strukturen. Wie bereits in 2008 werden Politik und Wirtschaft gegenseitig die schon lange nicht mehr existierende Moral einfordern.

Das System der deutschen Demokratie wird bedingt dadurch weiteren Schaden erleiden müssen, denn die politische Klasse wird sich zum Staat im Staate aufschwingen.

Es sei denn, man schafft mit vereinten Kräften das festgefahrene System des

BrauksiepeSyndroms

in allen Parteien ab und hört damit auf, die Barrieren gegen Machtmissbrauch zu schleifen.

 

Die Finanzkrise entwickelt sich für Fondsgesellschaften und sonstige dubiose Geldeinsammelsysteme zum reinsten Desaster. Die Massen – Flucht der Fondsanleger bleibt das Thema Nummer eins.

Die Liquidität für die Börsenjunkies wird sich parallel dazu verknappen, denn immer mehr so genannte Kleinanleger, also die normalen Bürger, haben realisiert, dass Aktienanlagen zur Alterssicherung völlig untauglich sind.

Die Marktausrichtung der deutschen und europäischen Versicherer richtet sich nach dem Grad ihrer Angeschlagenheit.

Das Sorgenkind AWD wird in einer nie gekannten Dynamik dafür sorgen, dass der schwer angeschlagene Schweizer Versicherer Swiss Life aus der selbst gewählten strategischen Sackgasse nicht mehr heraus kommen kann.

Damit ist das Problem der Assekuranz aber noch nicht ausreichend beschrieben, da vermutlich auch deutsche Unternehmen an die Grenze der finanzielle Leistungsfähigkeit stoßen und dadurch eine weiterführende Marktteilnahme gefährdet werden kann.

Einigkeit besteht zwischenzeitlich in den Kreisen der Politik und der Finanzbranche nur darin, dass Investoren ausschließlich noch das kaufen sollten, wovon sie tatsächlich etwas verstehen.

Eigentlich dann nichts mehr.

So aber kann es nicht ablaufen, denn dann würden Banken unnötig erheblich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

 

Der deutsche Mittelstand bleibt trotz der Unkenrufe der deutschen Medien grundsolide und wachstumsstark.

Er bleibt nach wie vor der größte Arbeitgeber, kann aber bedauerlicherweise die Freisetzungen von Leiharbeitern und die weitere Vernichtung von Langzeitarbeitsplätzen in den Multikonzernen nicht auffangen.

Die gesunde deutsche Stahlindustrie kommt um Produktionskürzungen nicht herum, wird aber die Position im Weltmarkt festigen und ausbauen können.

 

Die leistungsfähigen deutschen Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken sind gut positioniert, so dass die Chancen steigen ihren Anteil am Privatkundengeschäft wesentlich zu erhöhen.

Für die Deutsche Bank und die Commerzbank bleibt abzuwarten welche

Überraschungspapiere

noch aus den Untiefen der Frankfurter Tresore auftauchen.

 

Das größte Sorgenkind ist und bleibt die deutsche Automobilindustrie, denn sollten alle Stricke reißen und GM trotz der Schutzmöglichkeiten von Chapter 11 absaufen, wird es extrem eng für den deutschen Ableger Opel werden.

Obwohl schwerpunktmäßig in der Amtszeit von Ex – Mekkie Forster die Marktanteile auf heute knapp 7% heruntergefahren wurden, könnte es viele deutsche Bürger schmerzen auf Opel zukünftig verzichten zu müssen.

Die falsche, völlig verfehlte Modellpolitik, das verschrobene Design, das sinkende Qualitätsniveau sowie die verfahrenen Kostenstrukturen und Investitionen könnten womöglich dem BMW – Konzern gefährlicher werden als gemeinhin vermutet.

 

Ford Deutschland verfügt mittlerweile über ein ansprechendes und durchgängig hervorragendes Produktdesign. Auch die Qualitätsanmutung bewegt sich auf

VW – Niveau, so dass der deutsche Ableger der US – Ford – Company auch in diesem Jahr Gewinne nach Amerika überweisen kann.

 

Derweil quälen VW, Audi und Skoda andere Sorgen, denn die total verfehlte langfristige geostrategische Ausrichtung kann sich möglicherweise auf das wirtschaftliche Ergebnis in diesem Jahr negativ auswirken.

Bei Porsche muss man abwarten inwieweit in Stuttgart wieder mit dem Kerngeschäft Geld verdient werden kann.

Quasi nur als Investmentbank kann Porsche auf Dauer nicht überleben.

 

Mercedes, wie noch immer im Volksmund der deutsche Daimler – Konzern genannt wird, hat bereits im Jahr 2008 Vorsorge getroffen und die Produktionszahlen der Marktentwicklung angepasst.

Durch diese strategisch geschickte Verknappung kann es gelingen das hohe Preisniveau der Produkte zu halten.

Letztendlich muss man abwarten welche

Kuckuckseier

der Chrysler – Konzern noch aus dem Hut zaubert. Bis heute hat Mercedes das amerikanische Milliardengrab gut verdauen können. Produktverschlechterungen zu Lasten der Kunden wird man sich aber nicht mehr erlauben können. Sollte es also gelingen, wie vor Jahrzehnten üblich, mit überragender Produktqualität die Mercedesgemeinde wieder zu begeistern, sind die Arbeitsplätze bei Daimler auf Jahre hinaus zu sichern.

 

Das Überleben von Tunern und Kleinstserienherstellern, wie zum Beispiel Alpina, Brabus oder Wiesmann, hängt davon ab, ob die Besserverdienenden ihren Einkommenslevel halten können und auch bereit sind, für Luxus weiter Geld auszugeben.

Das Wachstum in Deutschland wird nach den Erwartungen des DRSB e.V. deutlich geringer ausfallen als 2008.

Nach Einschätzung wird das reale so genannte

BIP

Bruttoinlandsprodukt

in diesem Jahr nur noch 0,3% bis 0,7% erreichen.

Die Zahl der Arbeitslosen wird erneut rapide ansteigen, wenn die Leiharbeiter aus ihren Verträgen entlassen werden müssen. Geht der Beschäftigungsabbau ungebremst weiter, kann sich die Arbeitslosenzahl schnell auf 3,5 bis 4,1 Millionen erhöhen.

Dass trotzdem ein reales Konsumplus um 0,7% zu erwarten ist, wird vor allem der Beruhigung der Energie- und Rohstoffpreise zu verdanken sein.

 

Bedauerlicherweise gelten die Leiharbeiter noch immer als effektivste Maßnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Diese armen Bürger tragen nicht nur in diesem Jahr die Hauptlast der US – Finanzdesaster. Die Bedingungen, unter denen die betroffenen Bürger tagtäglich schuften müssen, sind skandalös und gleichen immer deutlicher dem rechtlosen Knechtdasein im 18. und 19. Jahrhundert. Eine steigende Diskriminierung dieser Personengruppe zum Beispiel bei der Wohnungssuche oder bei der Kreditvergabe ist deshalb nicht mehr auszuschließen. Die ursprüngliche Idee, vermehrt arbeitslose Bürger in solche Beschäftigungsverhältnisse zu bringen, hat sich mittlerweile völlig pervertiert. Denn der Politikerplan sah vor, dass auf der Basis niedriger Löhne die Betroffenen nur einen begrenzten Zeitraum tätig sein sollten, um dann vom Arbeitgeber übernommen werden.

Genau das Gegenteil ist aber der Regelfall.

Langzeitarbeitsplätze werden gezielt vernichtet und in Leiharbeit umgewandelt.

BMW und Porsche spielen hier sogar die Vorreiter dieser Entwicklung.

Der deutsche Osten ist bedingt dadurch schon lange das klassische

Leiharbeiterland,

denn eine Übernahme zu besseren Bedingungen erfolgt eher selten. Zudem trifft es die „billigen” Arbeitskräfte als Erste, wenn die Unternehmen in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben müssen, Mitarbeiter abbauen.

 

Die Quittung für dieses Versagen der Politiker wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Links- und Rechtsextremismus erhalten durch solche Szenarien erheblich Auftrieb.

So etwas ist soziale Härte am vollkommen falschen Platz und deckt die tatsächlich erbrachten schwachen Leistungen der Berliner Politiker schonungslos auf.

Noch immer streichen Manager, selbst wenn sie wieder einmal ihr Unternehmen an die Wand gefahren haben, unvorstellbare Geldsummen ein.

Die Arbeitnehmer dagegen werden aber nach wie vor ungebremst geschröpft, wo man nur eine neue Möglichkeit bietet.

 

Diese Entwicklung entlarvt in einer nie gekannten Form in diesem Jahr, wieweit die Usurpation durch die politische Klasse bereits die Volkssouveränität unterlaufen hat.

 

 

 

 

DRSB

 

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