ohnmacht der finanzsysteme

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

„Ohnmacht der Finanzsysteme?”
Steht Deutschland vor einer Deflationskrise?

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Andreas Kallen

Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Heinrich Sternemann

Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.

und

Steuerberater Hans – Josef Leiting

Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V.

 

 

Meerbusch, den 02. Juli 2007

 

Wenn auf den internationalen Ölmärkten der Trend anhält, wachsen die chinesischen Ölimporte von aktuell rund 8 Millionen Barrel pro Tag bis zum Jahr 2015 auf geschätzte 20 Millionen Barrel pro Tag an.

 

Damit eine solche Nachfrage befriedigt werden kann, müsste die Ölindustrie schon gestern ein neues

 

Saudi - Arabien

entdeckt haben.

 

Da dies nicht der Fall ist,

bleiben nicht mehr all zu viele Möglichkeiten.

 

Selbst die neu entdeckten Ölvorkommen in Venezuela wollen erst einmal erschlossen werden.

 

Weder aus moralischen noch aus geopolitischen Gründen können wir China oder gar Indien sagen:

 

„Ihr bekommt leider ab sofort kein Öl mehr”.

 

Das bedeutet für den überschaubaren Zeitraum von 8 bis 10 Jahren für Europa und Amerika drastische Ölpreiserhöhungen.

 

Die Medien in China und Indien

berichten fast täglich über Stromausfälle, Versorgungsunterbrechungen und generelle Energieengpässe.

 

Diese Botschaften heißen für Deutschland stetig steigende Preise für Erdöl und Gas.

 

Im April 2007 erreichten die Kraftstoffpreise ein neues Jahreshoch. Der Liter Super kostete nach Feststellungen des ADAC in Deutschland im Schnitt 1,34 Euro.

 

Dies waren nur noch knapp vier Cent weniger als im Rekordmonat Juli 2006.

 

Selbst für den Liter Diesel mussten die Autofahrer im April 2007 durchschnittlich

1,138 Euro bezahlen.

 

Damit lag der Diesel – Preis nur noch gut einen Cent unter dem Rekordwert vom Sommer 2006.

 

Gegen Ende Mai 2007 stiegen die Benzin- und Dieselpreise dann noch weiter an.

Eine Rechtfertigung für die mittlerweile dramatisch hohen Kraftstoffpreise gibt es nicht, teilte der ADAC mit, weil der Ölpreis im April 2006 leicht gefallen war.

 

Nach einer Einschätzung des größten Automobilclubs manipulieren die Mineralölkonzerne derzeit die Preise zu ihren eigenen Gunsten und treiben sie gnadenlos nach oben.

Wenn Preise steigen, reagieren die Bürger mit Kaufzurückhaltung, weshalb der Absatz von Benzin und Heizöl im 1. Quartal 2007 deutlich zurückgegangen ist.

Ohnehin verringerte sich wegen des milden Winters die Nachfrage nach leichtem Heizöl verglichen mit der Vorjahresperiode um fast 40 Prozent auf 4,4 Millionen Tonnen.

Bereits 2006 war der Benzinabsatz um 3,5 Prozent auf 22,6 Millionen Tonnen zurückgegangen.

 

Der Dieselabsatz, der im Gesamtjahr 2006 um 2,1 Prozent auf rund 29 Millionen Tonnen zulegte, profitierte laut Informationen der Mineralölwirtschaft hingegen von dem milden Winterwetter.

 

Die deutsche Wirtschaftsleistung wird seit Jahren massiv gesteigert. Der technische Fortschritt sowie die sehr lange Friedenszeit von 62 Jahren haben ein beachtliches Realkapital entstehen lassen.

 

Bedauerlicherweise vergessen die Politiker,

aber auch viele Bürger, dass diese Entwicklung über wild wachsende Schulden finanziert wurde.

 

Analogien, also Vergleiche mit ähnlichen Entwicklungen lassen deutliche Parallelen zum Zeitfenster 1920 bis 1930 erkennen.

 

Die Situation ist heute in Deutschland leider wesentlich dramatischer, da extrem mehr Realkapital erwirtschaftet werden konnte und die Schuldenberge ins Unermessliche wachsen.

 

Bedingt dadurch ist der Markt voll gesättigt und wird die Preise für Produkte und Dienstleistungen zum Abrutschen bringen können.

 

Ein solches Szenario eines Waren- und Schuldenüberhanges kann nicht durch inflationäre Entwicklungen aufgelöst oder beseitigt werden.

 

Viel wahrscheinlicher ist dagegen er ein Deflations – Szenario, wie es zum Beispiel in den Jahren ab 1930 einsetzte.

 

Die Hauptgründe für jede Deflationskrise liegen verborgen in der Psyche jedes Einzelnen von uns. Bei vermeintlichen Unsicherheiten verschieben die meisten Bürger alle nicht zwingend notwendigen Käufe und setzen damit die Unternehmen unter Druck, weil diese dann weniger verkaufen und zu Preissenkungen gezwungen werden.

 

Dadurch kann sich eine Deflation entwickeln.

 

Unter Deflation verstehen Wirtschaftswissenschaftler ein anhaltendes Absinken des Preisniveaus von Gütern oder des gesamtwirtschaftlichen Preisniveaus, das bedingt durch zurückgehende Kaufkraft entstehen kann.

 

Die Ursachen liegendarin, dass die Nachfrage dauerhaft unter dem Angebot liegt, also nachhaltige Überkapazitäten produziert werden, die nicht regelmäßig abgebaut werden können.

 

Die Erfahrung zeigt auch, dass eine Deflation mit der Verringerung der umlaufenden Geldmenge und der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes einhergeht.

 

Die für die meisten Bürger spürbaren direkten Auswirkungen sind schnell erkennbar.

 

Als erstes werden Schuldner massiv benachteiligt, da die über Kredite finanzierte Sachgüter an Wert verlieren, die Schuldner aber nach wie vor den gleichen, anfangs festgesetzten monetären Wert ( Zinsen / Tilgung ) begleichen müssen.

 

Alle Gläubiger dagegen profitieren von einer Deflation, da das eingesetzte Kapital zinsbereinigt höhere Werte erreicht.

 

Spätesten an dieser Stelle werden kritische DRSB – Leser aufschreien und lauthals die Autoren dieses Artikels beschimpfen:

 

Was hat der DRSB wieder zu meckern,

Deutschland befindet sich im Aufschwung und der Verein hat nichts Besseres zu tun, als rumzumäkeln”!

 

Deshalb sollten wir die realistische Lage in Deutschland einmal unter die Lupe nehmen.

 

Nachfolgende Symptome deuten in der Regel auf eine schleichende Deflation hin:

 

Fallende Löhne und Realeinkommen,

Verlust von Massenkaufkraft,

ständige Preiserhöhungen für Energie,

( Mehrwert ) Steuererhöhungen

( so genannte Gegenfinanzierungen eingeschlossen ),

Ansteigen von Staats- und Monopolpreisen,

sinkende Zinsen

und

zurückgehende Kreditnachfrage.

 

Wer sich im zynischen Denken übt, könnte jetzt auch sagen:

 

„Keine vernünftige Bank der Welt vergibt

billige Kredite, wenn eine Inflation zu befürchten ist”.

 

Wenn nämlich eine Inflation vor der Tür steht, erhöhen Banken nahezu automatisch die Kreditzinsen.

 

Deutschland befindet sich zweifellos in einer Aufschwungphase, die aber noch nicht bei den meisten Bürgern angekommen ist und vermutlich nie ankommen wird.

 

Da können die Politiker und Medien behaupten,

was sie wollen:

Immer mehr Bürger haben

immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung.

 

Auch das bewirkt auf Dauer eine deflationäre Abwärtsspirale.

 

Alles zusammen hat für jedes

Wirtschaftssystem als Ganzes einen deflationären Effekt zur Folge.

 

Die Wahrheit ist also, dass sich Deutschland eigentlich in einer Krise befindet, wenn auch in einer Krise, die sich sehr langsam und sehr leise aber stetig entfaltet.

 

Diese Art von

„stillen Krisen”

 

werden erfahrungsgemäß von kurz aufflammenden Wirtschaftsaufschwüngen begleitet, die nach dem Erlöschen umso größere Schäden bei den Bürgern hinterlassen.

 

Man kann durchaus von einer schleichenden Erosion der nationalen Werte sprechen, die in der Vergangenheit die Grundlage für Innovationsfähigkeit und unserem Lebensstandart war.

 

Nun fällt uns nicht gleich – wie bei Asterix und Obelix üblich – der Himmel auf den Kopf, da wir in Deutschland nach wie vor eine gute Basis der Bürger haben, die aber durch das laienhafte Agieren der Mächtigen leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.

 

Aus den vorgenannten Gründen ist es viel wahrscheinlicher,

dass die Deutschen zuerst in eine Deflationskrise geraten,

bevor dann eine zu erwartende Währungszerrüttung spontan und ohne jegliche Vorwarnung einsetzen wird.

 

Das allerdings ist dann die Folge der

 

Handlungsunwilligkeit der Politiker”.

 

Wann werden die deutschen Politiker

endlich die ihnen sehr wohl bekannt gegebenen

sinnvollen Handlungen einleiten?

 

 

DRSB,

mit gutem Beispiel vorangehen, denn

nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

 

Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

Veröffentlicht unter Alle Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>