Mundus vult decibi, ergo decipiatur
Die Welt will betrogen sein, also soll sie betrogen werden
Bohemian Grove, das ist ein einsames waldreiches Gelände in der Nähe des Monte Rio in Kalifornien. Jahr für Jahr treffen sich dort die exklusiven Mitglieder des 1872 gegründeten Bohemian Club. Rund 2000 amerikanische Männer aus den Eliten der Politik, der Kunst, der Medien und selbstverständlich aus der Wirtschaft. Alle Mitglieder sind natürlich „handverlesen“, denn wer in den exklusiven Bohemian Club aufgenommen werden möchte, muss erst beweisen, dass er bereit ist für die Kreise der Superreichen Außergewöhnliches zu leisten. Das alljährliche Club – Treffen dieser selbsternannten US – Machtelite ist eine skurrile Mischung aus Luxuscamping, Hausmusikabend und Junggesellen – Party.
Die Altherrenriege des Clubs sorgt immer für eine „lockere“ Atmosphäre, damit man seine Geschäfte und seine Welt wieder in Ordnung bringen kann. Dieses Club – Treffen der amerikanischen Macht- und Geldmenschen zu beobachten, ist für die ganze Welt von größter Bedeutung, denn die dort getroffenen politischen und wirtschaftlichen Vereinbarungen betreffen in ihren direkten oder indirekten Auswirkungen alle Menschen. In Verkennung ihrer tatsächlichen „Wichtigkeit“ vergleichen sich einige Clubmitglieder bevorzugt mit dem römischen Reich. Deshalb hat der DRSB diesen Artikel auch unter ein lateinisches Sprichwort gestellt, dass seit Jahrzehnten das überwiegende Handeln der US – Eliten prägend ist. Auch der der Nachfolger von Obama wird auf das „Goodwill“ und die Unterstützung des exklusiven Bohemian Clubs angewiesen sein. Deshalb wurde auch das Buch von Barack Obama
The Audacity of Hope
aufgenommen, dass man als politisch unsinnige Fingerübung einsortierte. Man baute darauf, dass der schwarze Messias genau weiß, wie schnell die langen Messer gezückt werden, wenn die Privilegien der US – Eliten ernsthaft bedroht sein sollte. Natürlich reicht den Mitgliedern des Bohemian Clubs gegenseitiges Verständnis letztendlich nicht aus, obwohl sie wissen, dass das Reden im Wahlkampf nichts kostet. Barack Obama thematisierte zwar noch heute, dass die Politiker nach der Pfeife ihrer Geldgeber tanzen müssen, vermeidet aber eine tiefer gehende Analyse, wenn es um die Mängel in der amerikanischen Demokratie geht. Die Drahtzieher in Washington, die mit einem Telefonanruf eine politische Karriere starten oder beenden können, kennt der Obama ganz genau! Zweifellos nützte ihm sein Status als „Underdog“ in den Wahlen zum Präsidenten der USA, doch den Durchbruch schaffte er nur mit der Unterstützung der Reichen und Mächtigen. Obamas geäußerte Visionen auf dem demokratischen Parteitag 2004 kann man getrost auf den markigen und von den meisten falsch verstandenen Satz reduzieren Zitat Barack Obama: „Es gibt kein schwarzes Amerika und kein weißes Amerika und kein Latino – Amerika und kein asiatisches Amerika – es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika.“ Zitat Ende.
Diese vordergründige Vertrautheit mit dem Leben der armen amerikanischen Schwarzen, Weißen, Latinos uns Asiaten weckte nicht nur Sympathie, sondern löste besonders bei den Reichen und Mächtigen heftige Anfälle von Angst und offener Verachtung aus. Selbst ein Barack Obama kennt nur zu genau die Realitäten, dass die schwarzen Männer hauptsächlich die amerikanischen Gefängnisse füllen, schwarze und Latinokinder nicht lesen oder schreiben können und viele von ihnen bei Schießereien zwischen rivalisierenden Gangs im Kreuzfeuer sterben. Er kennt die Probleme der obdachlosen Schwarzen und Latinos, die Nachts auf Abluftgittern von Gebäuden oder in den Parks von Washington, New York und anderen US – Städten schlafen und von quasi „halbstaatlichen“ Tafelorganisationen verpflegt werden müssen. Schon ein überraschender Kälteeinbruch bedeutet dann für viele der Obdachlosen den Tod. Es gab Zeiten, in der eine solche chronische und tiefgreifende Armut noch die ganzen USA schockieren konnte. Spätestens seit der Ära Clinton ist die Vorstellung von einer schwarzen Unterschicht sowie das Bild von Latinos und Asiaten, die absonderlich mit eigenen Werten leben, zum völlig normalen Tagesbild in den USA geworden, dass eigentlich niemanden noch tief berührt.
Denn heute sind diese Bilder von der amerikanischen Unterklasse allgegenwärtig und werden zynischer weise sogar von der Pop – Kultur im Film und Fernsehen gnadenlos vermarktet. Videoclips in denen das Gangsterleben glorifiziert wird und man dreckige, verwahrloste Kinder zeigt, sind absolut im Trend und werden von Schwarzen und Latinos sogar sehr gerne gesehen. Diesen seit Jahrzehnten tobenden
War on Poverty
- Krieg gegen die Armut -
hatte der verbrannte Hoffnungsträger bereits vor seinem Amtsantritt bedingt durch die US – Immobilien- und Finanzkrise verloren. Böse Zungen aus dem republikanischen Lager kolportieren bereits damals, dass das nicht der einzige Krieg sein wird, den Obama verlieren wird. Sie haben Recht behalten! Denn auch die versprochene Sanierung der Ghettos würde Unmengen an Steuergeldern kosten, die der amerikanische Staatshaushalt nicht mehr aufbringen kann, wird aus ihm doch das System der Reichen und das Militär gespeist. In mancher Hinsicht ist die Einstellung der Schwarzen, Latinos und Asiaten, was die Ursachen der chronischen Armut anbetrifft, nur noch mit totaler Resignation zu beschreiben. Gerade aber diese Entwicklung wird von den meisten schwarzen Politikern verdrängt. Tatsächlich ist der wachsende Unmut über die Zustände in den amerikanischen Innenstädten keineswegs nur auf weiße Bürger beschränkt. Auch noch gutverdienende Schwarze suchen immer mehr Schutz durch Polizei oder private Sicherheitskräfte, weil auch sie zunehmend Opfer von Verbrechen werden. Derweil präsentiert sich der US – Präsident noch immer als „der Mann“ der Integration, überzeugter Liberaler, kämpferischer Frauenrechtler und Neuordner des Gesundheits- und Sozialsystems. Nichts von diesen Idealen verkörpert Barack Obama wirklich, denn es gibt bereits deutliche Anzeichen dafür, dass die Regierungsära Obama durch den Satz,
mundus vult decibi, ergo decipiatur
- die Welt will betrogen sein, also soll sie betrogen werden -,
der ursprünglich aus dem römischen Senat stammt, gebrandmarkt sein wird. Barack Obama wird erkennen und zugeben müssen, dass
Hoffnung wagen
allein nicht ausreichte. Weder für amerikanische, für asiatische noch für europäische Bürger.
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