DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Andreas Kallen ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 02. Februar 2008
„Die Nachwehen der US – Kriege”
- Teil 17 -
Können Deutsche täglich duschen?
„We are the indispensable nation.
We stand tall.
And therefore we can see farther”.
Deutsche Übersetzung:
„Wir sind die unentbehrliche Nation.
Hochaufgerichtet stehen
wir da und verfügen deshalb über den größeren Weitblick”.
Diese arrogante Formulierung quoll aus dem Mund von
Madeleine Albright,
die als ehemalige US – Außenministerin und Ziehmutter von Joschka Fischer mit ungetrübter Begeisterung die Politik ihres Präsidenten Bill Clinton verkaufen wollte.
Was die heutige Weitsicht und Strategie der US – Politik angeht, ist davon auszugehen, das sie auf immer weniger Anhänger oder Bewunderer trifft.
In Anbetacht der Albright – Worte ist es müßig, ernsthaft darüber zu spekulieren, inwieweit der US – Überfall auf den Irak, den orientalischen Lebensraum neu zu gliedern vermag oder sogar den Friedensprozess in der Region fördern kann.
Mangelnde Bildung oder Bildungsverständnis führen eigentlich immer zu Fehleinschätzungen, Fehlleistungen und Chaos, denn bereits der Wüstensand des Partherreichs im heutigen Irak wurde römischen Feldherrn zum Verhängnis.
Es steht für unabhängige Militärbeobachter schon heute fest, dass die angeblich Befreiung der irakischen Bürger, zum Pyrrhus – Sieg geworden ist.
Misst man die USA an ihren potentiellen Gegenspielern präsentiert sich die vermeintliche Mega – Supermacht aber weiterhin als gefährlicher und unberechenbarer Militär – Gigant.
Täglich häufen sich die Fehlschläge der US – Geostrategie, falls es jemals so etwas in Washington gegeben haben sollte. Zu schlecht ist die Bildung und das Allgemeinwissen der amerikanischen Bürger.
Es verwundert kaum noch, wenn deutsche Manager oder Rechtsanwälte zum Beispiel in New York von amerikanischen Kollegen – ohne scherzhafte Absicht – gefragt werden:
„Können Deutsche täglich duschen”?
Wahrscheinlich steckt die redliche Absicht hinter solchen Fragen, allen deutschen Bürgern die „Segnungen” des amerikanischen Lebensstils zu ermöglichen.
Denn wer sich heuchlerisch mit Phrasen und Parolen von
„politischem Pluralismus” und „human rights”
eine moralische Aura verleihen möchte, kann sich nicht mit „so” profanen Fragen wie der Hygiene der Deutschen befassen.
Lieber fabuliert man in so genannten intellektuellen Kreisen über die
„family of nations”
um sich einen demokratischen Anstrich zu verpassen.
Nicht nur in der so genannten Dritten Welt entsteht heutzutage tiefes Misstrauen und frösteln wenn die Mächtigen in Washington, mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes, die Welt retten wollen und unbekümmert über
„politischem Pluralismus” - „human rights”
und
„family of nations”
diskutieren.
Denn im Klartext bedeuten die vorgenannten US – Parolen:
Zwangsunterwerfung – Zwangsdemokratisierung
und
Ausbeutung.
Die Stätten des Zerfalls und des Mordens sowie die Anzahl unlösbarer Regionalkonflikte mehren sich Weltweit, wo immer amerikanische Aktivitäten nicht vermieden werden können.
Einen Gewinner gibt es bereits jetzt schon in der Islamischen Welt.
Die Islamische Republik Iran.
Wie immer die Abenteuer ausgehen mögen, auf die sich
George Walker Bush und seine Polit – Cowboys
eingelassen haben, Teheran wird immer der lachende Dritte sein, denn in Europa fangen zunehmend Realpolitiker damit an, die wahren Verhältnisse mit weniger
US – Ressentiments zu beurteilen.
In diesem Zusammenhang kann man es kaum glauben, dass seit dem Untergang des Roten Mannes nur etwas mehr als ein Jahrhundert vergangen ist. Der letzte kämpfende Indianerhäuptling, der legendäre
Geronimo
musste vor der Übermacht der demokratischen Amerikaner die Waffen strecken. Mit dieser Kapitulation wurde die endgültige Unterwerfung der Indianer und eigentlichen Ureinwohner Nordamerikas für alle Zeiten besiegelt.
Lediglich ein Denkmal aus unbehauenen Steinen mit einer Plakette, weisen in dem Bundesstaat Arizona in der kleinen Ortschaft
Apache
darauf hin, dass verzweifelte, tapfere Rote Männer für ihre Freiheit kämpften und starben.
Aber da gab es ja noch ein kleines asiatisches Volk, dass der Mega – Supermacht der USA die Stirn bot und sie tief demütigte. Man wiedersetzte sich einer Unterwerfung und Ausbeutung mit zähem Kampf.
Das Syndrom des Kriegabenteuers in Vietnam
wird sich niemals aus den Köpfen der Amerikaner verbannen lassen.
In den Köpfen der Vietnamesen dagegen ist zum Beispiel
Cu Chi
ein heroischer Ort an den man sich gerne erinnert und heute als Ausflugsort für internationale Touristen nutzt.
Hat man den Eintrittspreis in US – Dollar entrichtet zeigen die siegreichen Vietnamesen den staunenden Besuchern die einstige Bastion des Widerstands gegen die USA.
Das ist erfahrungsgemäß für hochgewachsene europäische Touristen eine ziemliche Tortur, da die Wehranlage einem Fuchsbau ähnelt, dessen endlos verwinkelte Gänge und Schächte ein Areal von mehreren Quadratkilometern umfasst.
Rein vorsorglich haben die Vietnamesen die engen Gänge und Erdhöhlen erweitert und so eine Besichtigung erst ermöglicht.
Cu Chi
war für die Vietcong, wie die Partisanen der
Nationalen Befreiungsfront
genannt wurden ein strategisch äußerst wichtiges Verteidigungssystem. In dieser unwirklichen Höhlenwelt waren
Kommandozentralen,
medizinische Operationsräume,
und
Munitions- und Waffendepots
untergebracht. Die Belüftung wurde durch ein genial einfaches System gewährleistet, dass sogar den Rauch der Desinfektionsanlagen und der Küchen an weit entfernte Orte herausleitete.
Der gigantischen US – Militärmaschinerie gelang es nicht mit
B 52 - Bombenteppichen,
Nervengas,
Spürhunden
oder
Spezialeinheiten
das verzweigte Tunnelsystem zu knacken. Man merkt es den jungen vietnamesischen Höhlenführern an, dass sie sehr Stolz sind auf diese Leistung ihres Volkes.
Cu Chi
gilt in Vietnam als unzerstörbare, unauffindbare Festung gegen
US – Zwangsunterwerfung – US – Zwangsdemokratisierung
und
US – Ausbeutung.
Ein deutliches Mahnmal gegen den Imperialismus.
Die Vietcong waren der eigentliche Auslöser für den unaufhaltsamen Zerfall und den Niedergang der amerikanischen Hegemonialmacht und traten eine Lawine los, die das weltweite Staatengefüge noch Jahrzehnte später erschüttern wird.
Selbst in Japan wächst eine Bewegung heran gegen die Hegemonialmacht, die an Kraft täglich zunimmt.
Da lässt Hiroshima und Nagasaki nach 62 Jahren kein Vergessen zu.
Die Europäer sollten sich schon deshalb frühzeitig auf ihre Stärken besinnen und ihre zukünftigen Positionen deutlich abgrenzen.
Der asiatische Zauber und Einfallsreichtum der Vietnamesen hat diesem Volk die Freiheit erhalten, obwohl in den Höhlensystemen von
Cu Chi
ein tägliches Duschen kaum möglich war.
Aber das ist selbst für gut
gebildete US – Politiker mit „Weitsicht” bis heute nicht zu begreifen.
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