Deadline 11 April 2011 2011 04 26

Deadline:
11. April 2011?

 

26. April 2011

 

Die tragischen Ereignisse in Japan und die unkalkulierbaren noch möglichen Folgen von Fukushima für die Menschheit sind dem Umfang nach schwer abzuschätzen. Auslöser für diese Tragödie waren Erdbeben, deren Gefahrenpotential aber seit Jahrtausenden bekannt ist. Die Ursachen für die heutige Tragödie sind aber die Ignoranz der Gefahren und die nackte Gier nach Profit und nicht das Entstehen von Erdbeben. Der Killer – Kapitalismus hat mit den Ereignissen in Japan sein wahres Gesicht gezeigt und allen Menschen die großen Gefahren des Neoliberalismus aufgezeichnet [ Verluste sozialisieren und Gewinne privatisieren ]. Das Thema Atomenergie und die berechtigte Angst der Bürger vor den Atomkraftwerken stellt auch in unserer Heimat alles andere in den Schatten. Andere Themen werden verdrängt oder nicht vollumfänglich wahrgenommen. Wahrscheinlich wieder einmal ein „willkommener” Zeitpunkt, um andere nicht mehr zu verschleiernde Nachrichten zu platzieren [ Modell: Chicagoer Schule ].

 

Denn als am 11. April 2011 die Nachricht über die Ticker lief, dass für 1,5 Millionen Riestersparer die Zulagen bereits zurückgefordert wurden, musste man anschließend die Menschen in unserer Heimat darauf vorbereiten, dass die

versteckten und hinterlistigen Fallen

der sogenannten Riesterrente nicht mehr zu verheimlichen sind. Nur wenige Tage nach dem 11. April 2011 forderte der Ex – Bundesarbeitsminister Walter Riester auf einmal Gesetzesänderungen, weil der

„Normalbürger”

mit den Bestimmungen überfordert sei. Dass diese Botschaft ausgerechnet zum

10 – jährigen Jubiläum der Riesterrente

zu verkünden war, ist schon kurios genug. Wie möchte man den Betroffenen nun aber das Versagen der verantwortlichen Politiker und deren externen Berater verkaufen, denen das gesamte Ausmaß des Riesterdesaster verborgen geblieben sein soll?
In allen Ministerien werden Statistiken über Statistiken geführt. Die seit Einführung der Riesterrente problembehafteten Einzelfälle der Nichtberechtigung zu einer Riesterzulage sollen sich nach 10 Jahren zu 1,5 Millionen Problemfällen ohne Vorwarnung für die Bürger entladen haben? Diese vermögensgefährdende Entwicklung soll zuvor unbemerkt an den Politikern und den beteiligten Verwaltungsstellen vorbeigelaufen sein? Nach der vorschnellen Meinung der Verbraucherschützer tragen jetzt erneut die deutschen Versicherungsberater Schuld an dem Desaster. Der Großteil der Versicherungsberater wurde aber bis heute zum Beispiel nicht auf die Auswirkungen der Berufsfalle in der Riesterrente geschult.
Selbst dem Namensgeber des privaten Rentenmodells,

Walter Riester,

will erst jetzt von den volksschädlichen Entwicklungen Kenntnis erlangt haben? Ist so etwas noch glaubwürdig? Oder werden demnächst die Mitarbeiter der ZfA für das konsequente Umsetzen des Altersvermögensgesetzes verantwortlich gemacht?

 

Jeder Tag, den die verantwortlichen Politiker ungenutzt verstreichen lassen, wird höchstwahrscheinlich den beteiligten Versicherungen und Banken vermutlich Millionen Euro kosten. Dieses verbrannte Geld fehlt dann den gutgläubigen Riestersparern als Rendite für Ihre Verträge.

 

Diese zum ersten Mal für alle Beteiligten deutlich spürbare Verwerfung der Riesterrente verheißt somit für die Branche und für die betroffenen Riestersparer nichts Gutes.

14,4 Millionen Riesterverträge

stellen ein gigantisches Verwerfungspotenzial für Versicherungen und Banken dar. Folgt womöglich in unserer Heimat mit dem

Riesterdesaster

nach der US – Finanz- und Wirtschaftskrise ein hausgemachtes Finanzbeben?
Wann möchte man in Berlin handeln, damit endlich valide, sinnvolle und nutzmehrende Gesetzesgrundlagen sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die private Altersvorsorge geschaffen werden? Denn das Thema lässt sich nicht mehr weiter untätig aussitzen. Der 11. April 2011 war dafür die ultimative Deadline.

Veröffentlicht unter Alle Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>