Das Wort am Sonntag
Null Frustration – Die Rente mit 70
02. Januar 2011
Seit Gildo Horn wissen es die meisten Menschen in unserer Heimat: Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb. Doch wer erfahren möchte, woran er tatsächlich ist, der wird so lange angelächelt, bis er nichts mehr fragen will. Quasi in vielen Vorgängen und Fällen erhält man statt klarer Antworten lediglich Unverbindliches, wodurch ständig unklare Situationen entstehen. Häufig liest man von asiatischen Umgangsformen, zu denen ein direktes NEIN als Gesichtsverlust gewertet wird. Trotzdem ist die asiatische Höflichkeit und Europäern fremd. Führende Psychologen sehen in der Unfähigkeit zum NEIN ein schwaches Ego und Angstgefühle abgelehnt und nicht gemocht zu werden.
Woran scheitert also ein klares NEIN?
Oftmals hängt es mit der Sozialisierung in unserer Kuschelgesellschaft zusammen, in der Ablehnung oder Kritik so lange weichgespült wird, bis letztendlich mit der Hilfe der Medien ein Klima der Zustimmung erzeugt werden kann. Als nach der Wende der DRSB allen deutschen Parteien das flexible Rentensystem
SVR 70
[ Stabile und variable Rente mit 70 ]
vorstellte, führte dieses Vorgehen bei den Adressaten nicht zum Nachdenken. Erst als man, genau wie der DRSB, die Zahlenwerke genauer unter die Lupe nahm, traute sich Franz Müntefering die Ideen des DRSB aufzugreifen und die Rente mit 67 zu fordern. Das SPD – Modell sollte jedoch lediglich zu einer verdeckten Rentenkürzung herangezogen werden, so dass der SPDler Müntefering den Charme des
flexiblen Rentensystems
SVR 70,
ungeachtet der massiven Kritik von Sozialverbänden und Gewerkschaften, Einfach wegließ. Der DRSB hat durchaus nichts gegen den Wandel von Sitten, Gebräuchen oder Gesetzen, wenn dadurch etwas Nutzmehrendes für die Menschen in unserer Heimat entstehen kann. Anstatt sich klar auszudrücken, wird beharrlich von unserer
Arbeitsministerin an dem völlig untauglichen Rentenmodell mit 67 festgehalten, dass die Rentenkürzung noch immer verschleiert. Das Bundeskabinett billigte den Bericht von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen über die Beschäftigungssituation von abhängig Beschäftigen über 50 Jahre.
Wie vom DRSB bereits vor Jahren zutreffend prognostiziert wird sich ab 2012 eine extrem positive Lage am Arbeitsmarkt abzeichnen. Nicht nur für heute 60- bis unter 65-Jährige wird Beschäftigungsquote auf über 45% ansteigen. Deshalb ist eine flexible Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre nicht nur vertretbar sondern notwendig, wenn wir nicht auf Fachwissen und Fertigkeiten verzichten möchte, die schon heute durch ein Vielzahl prekärer Arbeitsverhältnisse verloren gehen. Ältere abhängig Beschäftigte werden schon bald zu den Gewinner auf fast allen Arbeitsmärkten in unserer Heimat werden. Das vorgestellte flexible Rentensystem
SVR 70
ermöglicht deshalb, dass jeder nach seinem Lebensmuster zwischen dem dreiundsechzigsten und siebzigsten Lebensjahr „in Rente” gehen kann. Diejenigen, die bis zum Lebensalter 70 arbeiten möchten haben die Chance voll integriert am Arbeitsleben teilzuhaben. Selbstverständlich können zum Beispiel körperlich hart Arbeitende nicht mit 70 „in Rente” gehen. Die nachfolgende Grafik von Eurostat
[ Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaft ] verdeutlicht, dass die Menschen in unserer Heimat heute bereits mit durchschnittlich 61,7 Jahren „in Rente” gehen.
Seit 1989 wirbt der DRSB deshalb für eine längere Lebensarbeitszeit, damit die die Rentenlasten auch zukünftig noch gerecht zu verteilen sind und unnötige Konfliktsituationen mit jüngeren Generationen vermieden werden.
Wir brauchen ein radikales Umdenken bei der gesetzlichen und der privaten Rente.
Die Unternehmen müssten sich stärker auf eine ältere Belegschaft einstellen. So etwas erleichtert die Zusammenarbeit und das gesellschaftliche Leben ungemein und lässt Menschen die Hintertür offen über ihr Leben als aktueller Rentenbezieher selbst zu entscheiden. Dazu gehört auf jeden Fall eine wesentlich bessere Gesundheitsvorsorge in den deutschen Unternehmen, sowie ein runderneuertes kostengünstiges System der gesetzlichen Krankenversicherung mit einem maximalen Beitragsatz von 10%. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ist ein realistische und sofort umsetzbare Alternative zu dem unglücklichen Herumgewürge in unserem Sozialsystem.
Flexibel und gesund ins Rentenalter
ist die Zukunftsformel für den gesellschaftlichen Erfolg. Gedankenlesen ist die schwierigste Aufgabe für Meinungsforscher und das Nichtgedankenlesen ist unmöglich. Das Ziel kann nur lauten:
SVR 70
[ Stabile und variable Rente mit 70 ],
Null Frustration und Begeisterung für die Rente mit 70.
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Deutscher Rentenschutzbund e.V.
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