Das Wort am Sonntag – 12. April 2015 / Canada is an energy super-power!

Canada is an energy super-power!

 

So sehen es viele kanadische Politiker und der Premierminister. Man ist stolz auf sein Land und die wirtschaftlichen Leistungen. Noch immer sind die USA mit Abstand der wichtigste Handelspartner der Kanadier. Mit 73,2% gehen fast drei Viertel aller Warenexporte in die USA. In das dahinsiechende Kunstgebilde EU werden lediglich 8,8% der kanadischen Waren exportiert. Auch die Volksrepublik China liegt mit einem Exportanteil von 4,3% weit hinter dem Kunstgebilde EU auf dem dritten Platz der kanadischen Warenexportländer. Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise in den USA und der steigenden Lohn- und Gehaltskosten hat Kanada als Standort von Industriearbeitsplätzen – > besonders durch das unsinnige Nordamerikanische Freihandelsabkommens NAFTA – > an Attraktivität verloren. Profi-Investoren – > ergo Investmentbanken, Kapitalgesellschaften oder Hedgefonds – > ziehen reihenweise ihre Gelder aus Kanada ab. Die daraus resultierenden Sozial- und Wirtschaftsprobleme betreffen derzeit hauptsächlich den Ostteil des Landes. Sie greifen aber schon auf das gesamte Land über. Die kanadischen Politiker kennen die Gefahren und haben in zurück liegenden Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen – > einen Wandel von einer verlängerten billigen Werkbank der US-Industrie bis hin zu einer ressourcengestützten Wissensgesellschaft mit zunehmender Wertschöpfung im Hochtechnologiebereich zu vollziehen.

Nichtsdestoweniger stützt sich der wirtschaftliche

Erfolg von Kanada weitgehend auf den Export von Rohstoffen.

Diese politische Übung ist also nicht gelungen. Die noch starke Stellung des Landes bei fossilen Energieträgern, Wasserkraft und auch Kernkraft soll nun aktuell durch eine Marktführerschaft bei erneuerbaren Energien ergänzt werden. Man möchte auch die Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie verbessern – > damit Forschungsergebnisse schneller zur Marktreife gebracht und deren Markteinführung durch besseren Zugang zu Risikokapital gefördert wird. Eine Hoffnung ohne viel Realitätsbezug. Nach wie vor sind die USA mit Abstand wichtigster Handelspartner. Und soziale Verantwortung ist dort noch immer ein Fremdwort. Kränkelt die US-Wirtschaft – > dann geht auch Kanada am wirtschaftlichen Stock. Nun droht nach dem Ende des kanadischen Wirtschaftsbooms vielen Ausländern die Ausweisung. Rund 100.000 Gastarbeiter sollen deshalb keine weitere Aufenthaltsgenehmigung mehr erhalten. Und DAS ist erst der Anfang. In Zeiten des Booms hatte die kanadische Regierung qualifizierte und preiswerte Arbeitskräfte massenhaft angeworben. Nun schickt man sie zurück in ihre Heimatstaaten. Unmissverständlich hat der kanadische Arbeitsminister Pierre Poilievre den Standpunkt der Regierung erläutert:

Es ist unsere Politik – > dass Kanadier den

ersten Zugriff auf kanadische Jobs haben sollten.

So eine Aussage nennt man KLARE KANTE! Obwohl man auch berücksichtigen muss – > dass alle von der Ausweisung Betroffenen wussten – > dass ihr Aufenthalt in Kanada befristet ist. Deshalb warnte Arbeitsminister Pierre Poilievre auch ständig davor – > illegal in Kanada zu bleiben. Die Anzahl der so genannten

Temporary Foreign Workers

in Kanada liegt über 350.000. Die meisten arbeiten in sehr schlecht bezahlten Mini-Jobs im Dienstleistungsgewerbe. Hotels, Gaststätten und besonders Fast-Food-Restaurants decken ihren Personalbedarf hauptsächlich im Bereich der

Temporary Foreign Workers.

Dort müssen die Gastarbeiter alle Aufgaben übernehmen – > die kein Kanadier zu der miserablen Bezahlung übernehmen möchte. Die meisten Gastarbeiter dürfen maximal 4 Jahre in Kanada bleiben. Bis Ende 2014 konnten diese Ausgebeuteten ihr Visum erneuern.

Das ist nun nicht mehr möglich.

Auch die Hoffnung auf eine Einbürgerung ist wie Seifenblasen im Sturm zerplatzt – > denn Kanada wünscht keine Arbeitslosen oder Armutszuwanderung. Wenn man BILLIGE Arbeitskräfte sucht – > dann werden sie angeworben. Liegen sie ohne Einkommen auf der Straße – > dann wirft man diese armen Menschen wieder aus dem Land. Im Ausland – > und besonders im invaliden Kunstgebilde der EU – > wird das Einwanderungssystem Kanadas oft als vorbildlich eingestuft. Doch bei genauer Durchleuchtung fällt sofort auf – > dass die kanadische Regierung tatsächlich enorm viel tut – > um hochqualifizierte Zuwanderer zu gewinnen und zu integrieren. Dafür stehen auch großzügige Finanzhilfen zur Verfügung. Und man lockt natürlich mit dem kanadischen Pass. Für gering qualifizierte Gastarbeiter gibt es diesen Luxus nicht.

Temporary Foreign Workers

sind quasi Freiwild und leben ohne einen sicheren Aufenthaltsstatus in Kanada. Kanada ist mit einem BIP von 1.473,51 Milliarden Euro die elft -größte Volkswirtschaft auf der Erde. Kanada ist Gründungsmitglied der G7 [ G8 ] und der G20. Die Wirtschaft stützt sich hauptsächlich auf Rohstoffe, Energie, Industrie und die Landwirtschaft. Alle Wirtschaftszweige sind zu einem ganz erheblichen Grade exportabhängig. Stottert der Exportmotor – > dann fliegen zuerst die

Temporary Foreign Workers

aus dem Land. Die kanadische Regierung möchte dadurch sozialen Unruhen vorbeugen und den Staatshaushalt schonen sowie die eigene Bevölkerung vor Alters- und Flächenarmut schützen.

Canada is an energy super-power!

So sehen es in der Tat die meisten kanadischen Politiker. Aber sie sehen auch die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Bevölkerung. Und die wünscht keine unkontrollierte Armutszuwanderung. Könnte – > ergo – > auch als Blaupause für unsere Volksvertreter gelten.

Tut es aber nicht! Warum wohl?

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