dampf ablassen 38 08

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans – Josef Leiting

Düsseldorf, den 17. September 2008

 

 

Dampf ablassen
Das demokratisch soziale Ventil - 38. Kalenderwoche 2008

Leserbriefe von DRSB - Lesern

 

 

Die Leserbriefe wurden nach Themengebiete aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.

Der DRSB e.V. versichert allen Lesern, dass der Wunsch nach Anonymität respektiert und gewahrt bleibt.

 

An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.

 

 

1. Leserbrief / anonymisiert

 

Herrn

Hans – Josef Leiting

Vorsitzender der Rentenkommission

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8

40625 Düsseldorf

 

XXXXXXXX, den 31. August 2008

 

Riesterrente

 

Sehr geehrter Herr Leiting,

 

in nicht mehr zu ertragender Penetranz wird in der Werbung und in den Medien auf die Vorteile der Riesterrente und Rüruprente auf die Bevölkerung eingedroschen:

 

Für Arbeitnehmer soll sich das „Riestern” lohnen und für Selbständige wirbt man mit den angeblichen Steuervorteilen von der Rüruprente.

 

Als Familienvater hatte ich frühzeitig und blauäugig eine Riesterrente abgeschlossen.

Wegen eines anstehenden Abenteuers in die Selbständigkeit bin ich mit meinem Versicherungsspezialisten alle Versicherungsverträge durchgegangen.

 

Bezüglich meines Riestervertrages musste mein langjähriger Berater eingestehen, dass eine Fortführung des Riestervertrages bei Selbständigkeit nicht möglich ist und ich den Großteil meines Geldes verlieren werde. Ein Wechsel und eine Anrechnung der von mir eingezahlten Beträge in einen neuen Rürupvertrag seien nicht möglich. Zur Begründung verwies er, etwas kleinlaut, mehrfach ausweichend auf Ihre Internetseite.

 

Da ich eine unvererbliche Rente meiner Familie nicht zumuten kann, habe ich das Thema mit meinem Versicherungsberater nicht weiter vertiefe können. Ich bin zurzeit noch als Angestellter im Bereich der Automobilindustrie tätig und sehe die Sache als Techniker mit anderen Augen.

 

Ihre analytischen Ausführungen, zu der wohl schon als tragisch zu bezeichnenden Lage der Altersvorsorge, haben mich fasziniert. Von den Versicherungen wurde offensichtlich Bert Rürup als „Konstrukteursweltmeister” der Altersvorsorge auf dem Silbertablett durch die Gegend getragen.

 

Dass dieser Rürup Ihre Konstruktionsunterlagen geklaut hat und sich mit fremden Federn schmückt, ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten – solche „Ausflüge” kosten in meiner Branche schon mal schnell ein paar Millionen Strafzahlung.

Auf die fatalen Auswirkungen der Konstruktionsänderungen von Rürup, mit der von Ihnen so treffend bezeichneten „Berufsfalle”, haben Sie auch noch mit aller Deutlichkeit die verantwortlichen Politiker hingewiesen.

 

Wäre man in der Automobilwirtschaft, ähnlich wie in der Versicherungswirtschaft verfahren, würde bei einem Wechsel von Arbeitnehmer zum Selbständigen ein gebrauchtes „Riester – Mobil” nicht mehr in Zahlung genommen.

 

Solch einen ( Fehl ) – Konstrukteur hätte man müde belächelt und sofort gefeuert, da es in meiner Branche härter zur Sache geht als in der Versicherungswirtschaft. Die Versicherungsbranche kannte offensichtlich jahrzehntelang keinen „Modellwechsel”, so dass man auf erfahrene und besonnene Konstrukteure, wie den DRSB, verzichten wollte.

Aber auch meine Branche brauchte sehr lange, um aus dem „Chrysler – Debakel” zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

 

Mein Rechtsanwalt ist aber zuversichtlich, dass ich auch ohne „Inzahlungnahme” mein eingezahltes Geld aus dem Riestervertrag durch Wandlung des Vertrages zurück erhalte, da ich bei Vertragsabschluss nachweislich über die versteckte Berufsfalle nicht aufgeklärt wurde.

 

Wie lange will die Versicherungswirtschaft noch Altersvorsorgeverträge mit einer „eingebauten Berufssperre” verkaufen? Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Automobilbranche sind Rückrufaktionen aufgrund von Konstruktionsfehlern immer sehr teuer und kosten viel Renommee.

 

Die ganze Sache der Altersvorsorge ist aber für die Bevölkerung traurig und fatal, bei so viel Dummheit kann man sich nur noch an den Kopf fassen und laut lachen. Ihre Enthüllungen über das Zustandekommen der nachgelagerten Besteuerung der Renten haben mich in Angst und Schrecken versetzt. Wozu sind unseren „lieben” Politiker wohl noch alles imstande und bereit, um sich mit aller Gewalt an der Macht zu halten?

 

So lange nichts anderes vorhanden ist, werde ich meine Altersvorsorge entsprechend Ihren Empfehlungen zunächst ohne „Förderung” – dafür aber sorgenfrei – aufbauen.

Für Ihre aufklärenden Hinweise bedanke ich mich recht herzlich und wünsche Ihnen für Ihre aufopfernde Arbeit und Ihren Mut für die Zukunft alles erdenklich Gute.

 

Bei allem Berufsstress, ein täglicher Blick auf Ihre Internetseite lohnt sich immer.

Mit freundlichen Grüssen

DER VERFASSER

 

 

2. Leserbrief / anonymisiert

 

 

Herrn

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

Ikenstraße 8

40625 Düsseldorf

 

XXXXXXX, den 02. September 2008

 

Riester – Verträge vernichten bares Geld der Bürger

 

Sehr geehrter Herr Piasetzky,

 

noch immer entscheiden sich bedauerlicherweise Bürger in unserem Land für die vermeintlich vom Staat geförderte Riester – Rente. Rund 12 Millionen gutgläubiger Menschen haben mittlerweile einen Riester – Vertrag abgeschlossen und hoffen darauf, im Ruhestand eine zusätzliche Rente zu erhalten.

 

Nicht nur der DRSB e.V. und die Verbraucherzentrale Baden – Württemberg warnen deshalb die Deutschen vor dem Abschluss von Riester – Verträgen – weil sie zu teuer sind – denn die staatlichen Zulagen kommen in der Masse nicht der geplanten Altersversorgung zugute und werden im Rentenalter von der Steuer aufgefressen.

 

Die Hauptschuld daran tragen auch die viel zu hohen Aufwendungen, die sich bei Fondsanlagen aus den Abschluss- und Vertriebskosten sowie aus den jährlichen Verwaltungskosten ergeben.

 

Das nachfolgende Rechenbeispiel verdeutlicht was eine 28jährige Frau, die bis zu ihrem 64. Lebensjahr den Höchstbetrag von 2.100,00 Euro jährlich in eine fondsgebundene Rentenversicherung einzahlt, tatsächlich noch erhalten wird.

 

Das Ergebnis wird Ihre Leser erschüttern und hoffentlich aufwecken, denn bei einer Rendite von 5% per annum entstehen bis zum Ende der Laufzeit Kosten in Höhe von gigantischen 40.320,00 Euro.

 

 

Zieht man die entgangenen Kapitalerträge hinzu, die aufgrund der anfallenden Kosten nicht für eine Wiederanlage zur Verfügung stehen, so kommt man auf runde 38.000,00 Euro.

 

Dadurch reduziert sich das für die Rente angesammelte Vorsorgekapital von knapp

200.000,00 Euro auf nur noch magere 121.680,00 Euro. Der DRSB e.V. kritisiert vollkommen zu Recht, dass die Mitarbeiter von Strukturvertrieben nur die Produkte empfehlen, die die höchste Provision auslösen.

 

Die Riester – Verträge verursachen nicht nur unnötig hohe Kosten, sondern vernichten systematisch das bare Geld der gutgläubigen Bürger. Aktien und undurchsichtige Fondsanlagen taugen deshalb ebenso wenig wie die Bausparverträge für eine tragfähige Altersvorsorge.

 

Als Alternative bleibt zurzeit nur die von Ihnen empfohlene Festgeldanlage, wie Sie auch von risikoarmen Fondsmanagern bevorzugt wird und die Hoffung, dass sich die vom DRSB e.V. entworfenen privaten Vorsorgesysteme durchsetzen.

 

Mit freundlichen Grüssen

IHR

MATHEMATISCHER FREUNDESKREIS AUS XXXXXXXXXX

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

Veröffentlicht unter Alle Artikel, Dampfablassen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>