dampf ablassen 28 08

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans – Josef Leiting

Düsseldorf, den 10. Juli 2008

 

 

Dampf ablassen
Das demokratisch soziale Ventil - 28. Kalenderwoche 2008

Leserbriefe von DRSB - Lesern

 

 

Die Leserbriefe wurden nach Themengebiete aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.

Der DRSB e.V. versichert allen Lesern, dass der Wunsch nach Anonymität respektiert und gewahrt bleibt.

 

An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.

 

 

1. Leserbrief / anonymisiert

 

Herrn

Udo Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Ikenstraße 8

40625 Düsseldorf

 

XXXXXXXX, den 02. Juli 2008

 

Die SPD – Krise

 

Sehr geehrter Herr Piasetzky,

 

Kurt Beck fühlt sich ganz offensichtlich missverstanden und zwei Jahre nach der Übernahme des Parteivorsitzes in Berlin unwohl. Die oftmals seltsam anmutenden

Medien – Auftritte sorgen bei immer mehr Bürgern für Irritationen. Becksche Äußerungen werden spöttisch kommentiert und haben für mich schon Symbolcharakter für einen Verlierer.

 

Die Berliner Politikszene und die nachrichtenhungrige Medienhaie sind Kurt Beck aus Steinfeld, einem Dorf mit 1932 Einwohnern, vollkommen fremd und geben dem „Volkstribun” unlösbare Rätsel auf.

 

Viele SPDler merken, dass der „Volkstribun” die Bürger nicht mehr erreicht. Was aber für mich und meine Freunde noch schlimmer ist, dass der Kurt Beck die Stimmen der Basis nicht hören kann oder will und gut gemeinte Ratschläge in den Wind schlägt. Das ist die besondere Tragik an der Politfigur „Kurt Beck”.

 

Der „Volkstribun” lebt in einem Schatten – Reich und entwickelt sich als Parteichef zu einem Fremdkörper in der SPD. In der Berliner Parteizentrale arbeiten die meisten nur formell für den Vorsitzenden. Von dem gemütlichen Teddybär – Image, mit dem der bärtige Beck noch vor zwei Jahren punkten konnte, hat er sich weit entfernt.

 

Niemals in der Geschichte der Sozialdemokratie schlug einem amtierenden

SPD – Vorsitzenden so viel offenes Misstrauen entgegen. Die offen geführte Nachfolgedebatte der ebenfalls untauglichen Kandidaten, wie Nahles, Gabriel, Wowereit, Steinmeier, Annen und andere, ist eine Tabuverletzung ohne Gleichen.

 

Angeblich klebt der „Volkstribun” nicht an seinem Sessel. Warum geht er dann nicht?

 

Kurt Beck zeigt genau genommen keine Führungsstärke und die meisten Aktionen scheinen Verzweiflungstaten zu sein. Ein SPD – Parteichef, der ständig seine Führungsqualitäten allen erklärt, führt nicht. Der wird nur noch geführt.

In unserem Kreis stellen deshalb viele SPD – Mitglieder die Frage, was Sie, sehr geehrter Herr Piasetzky, gegen die SPD haben? Mir ist bekannt, dass einige sogar den Wunsch an Sie gerichtet haben, sich für ein Amt in unserer Partei zu bewerben. In der Parteizentrale in NRW ist aber keine Kontaktaufnahme von Ihnen bekannt.

 

Eine glaubwürdige und unbestechliche Persönlichkeit wie Sie, würde uns Sozialdemokraten und unserem Staat gut tun. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Meinung einmal schriftlich mitteilen würden.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

DER VERFASSER

 

 

2. Leserbrief / anonymisiert

 

 

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Herrn Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender

Ikenstraße 8

40625 Düsseldorf

 

XXXXXXX, den 04. Juli 2008

 

Riester – Milliarden: Subventionen für die Versicherungen?

 

 

Sehr geehrter Herr Piasetzky,

 

Medienberichten zur Folge schlossen 11 Millionen deutsche Bürger schon einen

Riestervertrag ab und öffnen damit Jahr für Jahr die Subventions – Schleusen für Milliarden von Euro für die Versicherungen.

 

Nicht nur die Monitor – Recherchen zeigten, dass ein großer Teil dieser staatlichen Subventionen viele zukünftige Rentenbezieher nie erreichen wird. Der Grund ist die Verquirlung der Förderwege sowie die nachgelagerte Besteuerung, deren Gefahr heute kaum einer erkennt. Unabhängige Versicherungsexperten haben für die

Monitor – Redaktion auf der Grundlage von Sterbetafeln und Garantiezinsen berechnet, dass ein Bürger für den Erhalt seiner Riester – Rentenleistungen in der Regel älter als 87 Jahre werden muss, um mehr als seine Eigenleistung zu erhalten. Höchstwahrscheinlich werden die meisten „Riesterrentner” früher versterben, so dass er SPD – Sozialpolitiker Dressler die Bundesregierung aufforderte, diese „unsinnigen Subventionen” wieder abzuschaffen.

 

Es kommt verschärfend hinzu, dass die meisten Riester – Angebote mit Fondanlagen unterlegt sind und dadurch rein „optisch aufgepeppt” werden sollen. Riskant für die Bürger ist auch, dass ein Großteil der Investitionen in die Fondsanlagen einer unsicheren Zukunft entgegen sieht.

 

Deutsche Versicherungen sind ständig auf der Suche nach neuen Produktideen. Das soll womöglich den Gutgläubigen eine nicht vorhandene Dynamik suggerieren.

 

Zu den jüngsten Kreationen der Branche zählen Währungsfonds, auch Devisenfonds genannt. Acht Produkte wurden bislang in Deutschland zugelassen. Möglich wurde dies dank neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen. Danach dürfen neu aufgelegte Fonds künftig in alle Anlageklassen investieren, darunter auch Derivate. Letztere werden von den Devisenfonds in besonders starkem Maße genutzt.

 

Diese „neuen” Produkte aber, die bereits mindestens ein Jahr am Markt sind, haben mit Wertentwicklungen zwischen minus 0,23 und plus 3,54 Prozent zumindest auf die Jahressicht allesamt ihr Renditeziel und Renditeversprechen erheblich verfehlt.

 

Schuld daran sind vor allem die hohen Fondsgebühren, die neben den laufenden Kosten auch noch Performance – Gebühren anfallen lassen. In Verbindung mit den völlig überhöhten Abschlusskosten der Versicherungen für Riesterverträge dürfte es auch in Zukunft schwer sein, die ambitionierten Renditeziele zu erreichen, damit später die Rentenbezieher von ihrem sauer verdienten Geld auch noch etwas erhalten.

 

Die riskanten Fehlspekulationen mit faulen US – Hypotheken kosten die Deutschen bis heute Milliarden Euro. Nach Medien – Berichten mussten die US – Fondsgesellschaften in den ersten sechs Monaten des Jahres erneut Abschreibungen in Höhe von 6,5 Milliarden

US – Dollar vornehmen. Das „lustige” US – Dollar verbrennen geht also ungebremst weiter.

 

Nach unserer Auffassung sollte der DRSB e.V. sein Engagement vervielfältigen und verstärken, damit nicht noch mehr gutgläubige Bürger auf den Riesterschwindel herein fallen und mit Milliarden Subventionen die Versicherungen stärken, die ihre Unfähigkeit zur Altersvorsorge tagtäglich aufs Neue dokumentieren. Schützen Sie, sehr geehrter Herr Piasetzky, die deutschen Bürger vor der Altersarmut.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

DIE VERFASSER

 

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

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