„Dampf ablassen“
Das demokratisch soziale Ventil - 45. Kalenderwoche 2011
Leserbriefe von DRSB - Lesern
08. November 2011
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Die Leserzuschriften werden nach Themengebieten aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.
An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.
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E – Mail / anonymisiert
Haben die Ratingagenturen deutsche Versicherungen im Visier?
Es ist schon beängstigend, dass die Eliten und Mächtigen der USA schon dermaßen auf den Hund gekommen sind, vor den Augen der Welt mit ihren europäischen Partnern wie mit Kriegsgegnern umzugehen. Die amerikanischen Ratingagenturen führen sich ja wie die Fünfte Kolonne in einem „Finanzkrieg – Vietnam“ auf.
Verfolgt man kritisch die Medien, so kann man durch aus von einem Währungskrieg des Dollars gegen den Euro sprechen. Dass hierbei die Ratingagenturen völlig schmerzfrei und unberechtigt ihre „Napalmbomben“ auf Europa werfen, ist in unseren Augen eine klare „Währungskriegserklärung“. Der Ursprung der US – amerikanischen
Wirtschafts – und Finanzkrise liegt in dem Top – Rating [ AAA ] des toxischen Derivatedschungels des amerikanischen Immobilienmarkts.
Die Kriterien für die Ratings europäischen Staaten und Banken sind sachlich und inhaltlich vermutlich ebenso willkürlich, da sie sich objektiver Bewertungsmethoden und Bewertungskriterien entziehen. Nur in eine andere Richtung. Man kann geradezu schon erahnen, welcher Staat oder welche Bank morgen wieder dran ist. Für uns steht eindeutig fest, dass dieser Währungskrieg nur den Versuch darstellt, die Dollar-Krise in eine Euro-Krise ummünzen zu wollen.
Was nützt es aber den Amerikanern, unsere Sozialsysteme zu zerstören? Geteiltes Leid ist halbes Leid? Wollen die Amerikaner den Europäern die Schuld an deren eigenem Versagen in die Schuhe schieben?
Standard & Poors wollte bereits vor Jahren das Rating der Bundesrepublik Deutschland abstufen, mit der Begründung, dass die „Agenda 2010“ nicht vollständig umgesetzt worden sei.
Was haben die amerikanischen Ratingagenturen mit unseren Sozialsystemen und der Riesterrente zu tun? Der Riesterwahnsinn kann doch wohl nicht auf dem Mist von amerikanischen Ratingagenturen entstanden sein?
Oder doch?
Nun werden nach den Staaten und Banken auch noch die Versicherungsgesellschaften von den Ratingagenturen ins Visier genommen. Der Grund hierfür sei, dass aufgrund des Niedrigzinsniveaus das Geschäftsmodell der Versicherungen in Frage zu stellen sei. Liegt das Zinsniveau in den USA auf einmal nicht mehr zwischen 0,0 und 0,1 %?
Wer beauftragt die Ratingagenturen mit derart dubiosen Analysen?
Von selber und ohne Honorar legen die Ratingagenturen doch nicht los!
Haben die Manager der deutschen Versicherungsgesellschaften auf das falsche Pferd gesetzt und alle kritischen Hinweise über Bord geworfen?
MfG
DIE VERFASSER
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E – Mail / anonymisiert
Fehler eingestehen?!?
Politiker können das Licht auf die Wirklichkeit aus allen möglichen Perspektiven verzerrt und verfälscht werfen wie sie wollen, ein Schatten wird die Wirklichkeit aber nie überholen können.
Trotz gezielter Wahrheitsverdrehungen geht kein Weg an der Wahrheit vorbei.
Die Wahrheit holt einen immer wieder ein.
Ob die Occupy – Bewegung gezielt gesteuert ist oder nicht und ob diese Bewegung für wirtschaftliche und parteipolitische Zwecke missbraucht wird oder nicht, den Teufel, den sie riefen, werden sie nicht mehr los. Der Flächenbrand ist ausgelöst. Italien steht vor der Tür.
Für die etablierten Parteien im Deutschen Bundestag ist es ethisch und moralisch bedenklich, sich in einer APO sonnen zu wollen, wenn man Nutzmehrendes für die Teilnehmer aus der Mitte des Volkes in einer parlamentarischen Opposition oder sogar aus der Regierungstätigkeit nicht auf den Weg bringt.
Die Heuchelei der selbsternannten Gutmenschen, sich in die vorderen Reihen einer Protestbewegung zu stellen, ist nicht mehr zu toppen, wenn die Grünen gezielt und bewusst die gesetzlichen Grundlagen dazu geschaffen haben, den Killerkapitalismus ins Volks zu treiben [ Beispiele: Heuschrecken - Einladungsgesetz, Zwangsveröffentlichung von Bilanzdaten von mittelständischen Unternehmen im Internet, Agenda 2010; Riesterwahnsinn; Hartz IV ].
Der SPD – Chef Sigmar Gabriel spricht sich auf einmal für eine Trennung von Investmentbanking und Geschäftsbanken aus, damit Mittelständler, die einen Kredit brauchen, nicht in Schwierigkeiten kommen. Sigmar Gabriel ist der erste Politiker, der offen die gravierenden Fehler des Neoliberalismus eingesteht. Es gibt keinen Manager und keinen Politiker, welcher täglich Entscheidungen zu treffen haben, die keine Fehler machen.
Aber Fehler zu erkennen, diese zu analysieren, offen einzugestehen und anschließend zu korrigieren, war für Politiker im Gegensatz zu Managern immer noch ein Tabuthema [ Ein gutes Beispiel: Rückrufaktionen in der Automobilindustrie ].
Nur alleine schon wegen der Berufsfalle ist eine geordnete Rückabwicklung der Riesterrente ohne eine Systemumstellung überfällig. Solch einen Zeitraum des Verschleierns könnte sich ein Manager der Automobilindustrie aus Haftungsgründen wegen eines Unfallrisikos mit Personenschaden nicht leisten.
Fehler zu erkennen, sich selbst einzugestehen und gegenüber den Bürgern nicht zu leugnen, ist seit Sigmar Gabriel ein echtes Novum und verdient zunächst einmal Respekt.
Denn diese veränderte Grundsatzeinstellung ist der einzig mögliche Weg, Deutschland aus der Krise zu führen. Seit Einführung der
„Jahrhundertreform Riesterrente“
sind 10 Jahre vergangen. Jeder der verantwortlichen Politiker aus allen Parteien kennt die versteckten Fallen und die Konstruktionsfehler dieses Modells. Nur keiner der verantwortlichen Politiker traut sich aus dem Quark und gesteht für dieses schlechte Beispiel Fehler ein.
Mit besten Grüssen
DER VERFASSER
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