DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Der Stoff, an dem alles hängt
Meerbusch, den 24. Februar 2006
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Hans-Josef Leiting
Vorsitzender der DRSB Rentenkommission
Der DRSB-Artikel
Ölpreise in der historischen Betrachtung
hat europaweit positive Reaktionen und zu extrem vielen Anregungen geführt.
Die eindeutige Aufforderung an den DRSB e.V., bitte mehr Informationen zum einstigen Billigrohstoff Erdöl.
Der Stoff, an dem alles hängt
Zunächst die Beantwortung von mehr als 2500 Fragen gleichen Inhalts:
Was passiert, wenn es kein Erdöl mehr gäbe?
Die Antwort ist einfach:
Kein Erdöl >< Keine Arbeitsplätze >< Keine Rente!
Die aktuelle Situation beim Erdöl ist kurz beschrieben:
In den USA sind schon mehr als zwei Drittel der Ölreserven verbraucht. Den Ölmarkt werden in der Zukunft die arabischen Länder und Russland dominieren.
06. März 1999
das renommierte britische Wirtschaftsmagazin
Economist
verkündet laut tönend das Ende der
Ölpreis-Odyssee.
Die Euphorie war darauf zurückzuführen, dass sich der Preis pro
Fass >< Barrel >< 159 Liter
innerhalb von zwei Jahren um circa 50% absenkte und im März 1999 um
10 US-Dollar
pendelte.
Ein baldiges Ende des Abwärtstrends war nicht in Sicht, meinten die Journalisten vom Economist. Die Welt werde, so die Vorhersage, in
Billigöl
ertrinken. Ein Barrelpreis von weniger als
5 US-Dollar
schien auch anderen so genannten Experten realistisch. Algerische Politiker sprachen damals sogar von maximal
2 bis 3 US-Dollar.
Heute, Nachrichten aus einer anderen Welt.
Nur 6 Jahre später,
Ende April 2005
Meldete der
Economist
himmelhohe Preise von mehr als
50 US-Dollar
pro Barrel. Der Weltwährungsfonds warnt vor einem
permanenten Ölschock.
Die
IEA
Internationale Energie Agentur
in Paris führt für europäische Verkehrsminister den Workshop
Saving Oil in a Hurry
Ölsparen im Eiltempo
durch.
Schon lange ist die Diskussion, wie lange das Ölzeitalter noch währt, heftig entflammt.
Die Weltwirtschaft ist nach der ersten Ölkrise der
70er Jahre
nach wie vor abhängig geblieben vom
schwarzen Saft der Glückseeligkeit
der sich ja so verführerisch leicht in
Komfort und Lebensstandard
verwandeln lässt, in Kunststoffe, Aromate, Farben, Treibstoff und Heizenergie.
Rein statistisch gesehen verbraucht jeder Erdbewohner täglich
2 Liter Erdöl.
Dabei trennen indische Bürger mit einem täglichen Verbrauch von
0,37 Liter Erdöl
noch Galaxien vom täglichen Ölkonsum der amerikanischen US-Bürger.
Jeder US-Bürger verbraucht zurzeit
10,9 Liter Erdöl täglich.
Die Welt-Tages-Dosis inklusive der Vereinigten Staaten von Amerika:
78 Millionen Barrel.
Wie lange wird der Nachschub den weiter wachsenden Bedarf an Erdöl decken können?
Lässt man alle Unwägbarkeiten außer Acht wie zum Beispiel
Affären um Energie-Konzerne in Russland
Fehlentscheidungen der Politiker
Strategien der Opec-Staaten
Wetter-Chaos-Wirbelstürme
Kriegshandlungen im Irak
Terroranschläge
so bleiben alle Antworten der Experten unbefriedigend. Niemand weiß es genau oder möchte harte Fakten verkünden.
Die echten Fachleute sind sich zwar weitgehend darüber einig, wie viel Eröl alle Bürger der Welt bisher insgesamt verbraucht haben. Die Zahl lässt den Atem stocken:
950 Milliarden Barrel.
Die Aussagen über die noch vorhandenen Erdöl-Vorräte gehen weit auseinander. Optimisten rechnen mit noch einmal
950 Milliarden Barrel
leicht förderbarem Erdöl. Gleichzeitig wird aber heftig gewarnt vor dem
Peak of Oil,
also dem Gipfelpunkt, an dem die Hälfte der konventionellen Erdöl-Reserven verbraucht ist und eine weitere Förderleistung aus physikalischen Gründen nicht mehr steigerungsfähig sein wird.
Wenn man nicht-konventionelles Öl, wie zum Beispiel Schweröl aus
Tiefsee
Teersand
Ölschiefer
mit einrechnet, wird es äußerst schwierig den steigenden Verbrauch zu decken. Ab
2010
wächst der Bedarf an Erdöl zusätzlich gigantisch in China und Indien.
Hinzu kommt, dass seit den 1980er Jahren keine nennenswerten neuen Lagerstätten mehr entdeckt worden sind.
Selbst die größten Erdöl-Konzerne korrigieren intern bereits die Erwartungen an die Fördermengen.
Die
Royal Dutch-Shell
zum Beispiel haben die so bezeichneten
sicheren Reserven
für die der Konzern Förderlizenzen besitzt, seit
2003
fünfmal nach unten korrigiert,
das bedeutet im Klartext
um mehr als ein Drittel!
Der wachsende Öldurst aller Industrieländer ist von Erdölimporten abhängig.
Selbst die USA, als drittgrößter Ölproduzent der Welt decken nicht ihren Eigenbedarf.
Den eigenen Nachschub zu sichern hat politische und wirtschaftliche
TOP-Priorität
egal woher das Erdöl kommt.
Erdöl-Produktion in Millionen Tonnen im Jahr 2003
| Saudi-Arabien Russland USA Iran Mexiko China Venezuela Norwegen Kanada Vereinigte Arabische Emirate Kuwait Nigeria | 474,8 421,4 341,1 190,1 188,8 169,3 153,4 153,0 141,9 117,8 110,9 107,2 |
Der Öldurst der Welt wird verdeutlicht durch nachfolgende Tabelle:
Erdöl-Verbrauch in Millionen Tonnen im Jahr 2003
| USA China Japan Deutschland Russland Indien Südkorea Kanada Frankreich Italien Brasilien | 914,3 275,2 248,7 125,1 124,7 113,3 105,7 096,4 094,2 092,1 084,1 |
Erdöl-Sucht macht rücksichtslos. Da es an Ölnachschub mangelt, wird jeder Tropfen Erdöl wichtig.
Die bekannte und seriöse Investment Bank
Goldman Sachs
rechnet bereits mit Erdöl-Preisen bis zu
105 US-Dollar pro Barrel
durchschnittlich für die nächsten
5 Jahre.
Hohe Erdöl-Preise begünstigen damit den Run auf die letzten Ressourcen. Erdöl-Kriege sind somit in naher Zukunft nicht mehr auszuschließen, hoffentlich ohne deutsche Beteiligung.
Da sich Russland immer weniger an Europa und auch den USA orientiert, hat das Interesse an einer ökonomischen Integration erheblich nachgelassen.
Bedeutet das Probleme beim Gas für Deutschland?
Die russischen Politiker richten ihren Blick nach Asien. Für sie sind die zukünftigen Boomländer
Indien und China,
die als Hauptnachfrager für russisches Erdöl immer mehr an Bedeutung zulegen, wichtiger als Gedanken zur europäischen Gemeinschaft.
Bereits seit Mitte der 90er Jahre hat sich Russland mit China in der so genannten
SCO
Shanghai-Gruppe
über energiepolitische Maßnahmen abgestimmt. Die Erdölreserven sind geopolitisch eine Machtressource die Russland nun einmal besitzt und die hat auch für Deutschland ein entscheidendes Gewicht.
Sollte es zu Verstimmungen im russisch-amerikanischen Verhältnis kommen, sind direkte energiepolitische Auswirkungen für Deutschland nicht auszuschließen.
Alternativen werden dadurch enorm attraktiv. Alternativen muss man aber auch zur Verfügung haben.
Deutschland und Europa haben Alternativen zur Verfügung.
Wir sollten diese Chancen auch nutzen, zum Wohle aller Bürger. Mit der
Initiative 20 / 70
hat der DRSB e.V. bereits
1989
in aller Deutlichkeit die politischen Parteien zum Handeln aufgefordert.
Passiert ist nichts!
Bei einem intelligenten Einsatz Erneuerbarer Energien im Bereich Forschung und Produktion sind diese in der Lage Arbeitsplätze für zukünftige Generationen sicherzustellen.
Sichere Arbeitsplätze für deutsche Bürger,
wann handeln unsere Politiker?
Wir sind bereit zum Handeln!
DRSB
Wir kämpfen seit
1988
für sinnvolle, lernfähige und sichere Rentensysteme sowie für dauerhafte Arbeitsplätze in Deutschland
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