Infobrief – 13. Februar 2013 / Presse im Rückspiegel: Heute – > BILD – > Februar 2007

Presse im Rückspiegel: Heute – > BILD – > Februar 2007

 

Der latente Wunsch nach einer echten bürgerlichen Partei ist nicht neu in unserem Land. Schon 2007 befragte BILD die wichtigsten Meinungsforscher in unserem Land  nach den realistischen Chancen einer sogenannten Merz – Partei. Nach der damaligen Berichterstattung hätte die Merz – Partei im Jahr 2007 rund 10% der Wählerstimmen erhalten können. Gemäß der BILD – Meldungen standen im Büro von Friedrich Merz  [ immer noch CDU ] die Telefone nicht mehr still. Angeblich meldeten sich CDU – Mitglieder und verärgerte sowie frustrierte Menschen bei dem CDU – Politiker und bekundeten ihr Interesse an einer neuen Merz – Partei. Friedrich Merz entzog sich dem Rummel und tauchte ab. Lediglich sein Abgeordnetenbüro teilt mit, dass der ganze Rummel „völliger Unsinn“ und „grober Unfug“ sei. Der CDUler Friedrich Merz wolle sich dazu nicht äußern, obwohl das Düsseldorfer  Handelsblatt vermeldete, dass Merz mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft bereits die Gründung einer neuer Partei diskutiert hatte.

Hätte eine Merz – Partei damals eine Chance gehabt?

Einige Parteienforscher waren im Jahr 2007 überzeugt davon, dass der CDUler über „ausreichende Führungsqualitäten“ verfügt, um zahlreiche Wähler anlocken zu können.

 

Für Angela Merkels CDU hätte es vermutlich damals brandgefährlich gefährlich werden können, denn Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, sah die Sache wie folgt / Zitat aus BILD: „Es gibt ein Potenzial von Unzufriedenen in der CDU und bei den Nichtwählern, die eine Merz – Partei wählen würden. Ein zweistelliges Ergebnis wäre durchaus drin“. Der renommierte Politikwissenschaftler Karl – Rudolf Korte beurteilte es völlig anders / Zitat aus BILD: „Wahrscheinlich würde die Partei an der 5%-Hürde scheitern“.

 

Neue Parteien können durchaus sehr wirkungsvoll sein, auch wenn sie nicht ins Parlament einziehen, weil sie anderen Stimmen wegnehmen, im Fall der Merz – Partei der Union und der FDP. Der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter sah die Merz – Partei unter einem anderen Aspekt / Zitat aus BILD: „Mit einer neuen Partei würde die FDP wahrscheinlich so viel Stimmen verlieren, dass die FDP in manchen Bundesländern unter die 5%-Hürde rutscht. Das würde das bürgerliche Lager insgesamt erheblich schwächen. Deshalb sollte Herr Merz davon lieber die Finger lassen.“ Merz hätte sicherlich 2007 zahlreiche Wähler gewonnen, denn er stand für ein liberales Partei – Programm. Und wie sieht es heute aus?

Hätte eine Merz – Partei eine realistische Chance?

Ohne jeden Zweifel verfügt der CDUler Friedrich Merz über große politische Erfahrungen und hat in gehobenen bürgerlichen Kreisen ein sehr großes Renommee. Außerdem schätzen viele seine herausragenden rhetorischen und dialektischen Fähigkeiten. Bedauerlicherweise ist sein gutes Renommee – >ab der mittleren Mittelschicht – nicht durchlässig übertragbar.

 

Große Teile der abhängig Beschäftigten sowie der aktuellen Rentenbezieher erreichen seine durchaus interessanten Botschaften nicht. Friedrich Merz gilt zu Recht als  überzeugter Christdemokrat. Als Malus kommt aber hinzu, dass der CDU – Politiker derzeit den Vorsitz in der Atlantik Brücke inne hat. Die Aktivitäten des Vereins werden in breiten Teilen unserer Bevölkerung zunehmend kritischer beurteilt. Es handelt sich hierbei oftmals um krasse Fehleinschätzungen – vermutlich aus Unkenntnis. Doch das scheint die Kritiker weniger zu stören.

 

Für die Mehrheit der Bevölkerung zählt Friedrich Merz immer noch zum Lager der Union. Als späterer Nachfolger unserer Kanzlerin können sich jetzt schon 44% der CDU – Wähler den Vorstandsvorsitzenden der Atlantik Brücke vorstellen. Nach  dem Desaster von David McAllister und Annette Schavan sind die Werte für Friedrich Merz sprunghaft gestiegen. Friedrich Merz tut deshalb gut daran andere politische Aktivitäten zurück zustellen. Nach dem Ende der Ära Merkel wird die Union froh sein einen Friedrich Merz in ihren Reihen zu haben. 

 

Warum und wieso alle neuen Parteigründungen oder Parteibündnisse bisher zum Scheitern verurteilt waren – >ist dem DRSB bestens bekannt. Häufig fehlte es an einer soliden Durchfinanzierung und an Disziplin, Ordnung und Systematik [ siehe Piraten / Rentnerparteien etc. … ]. Zu viele selbstverliebte Profilierungsneurotiker verhindern eine konsequente Aufbauarbeit. Lediglich die Freibeuter in unserer Demokratie verfügten über ausreichende Geldmittel und den nötigen medialen Rückenwind. Trotzdem hat es ihnen nichts genützt. Es fehlte an Glaubwürdigkeit und Rückkoppelung zum Volk. PIRATEN – Eine unsinnige und überflüssige politische Aufblähung in unserem Land.   

 

Dennoch zeigen alle Studienergebnisse, dass in der Breite der deutschen Bevölkerung der Wunsch nach einer „echten“ bürgerlichen Partei rapide wächst. Diese sich verfestigende Meinungsbildung könnte sich durch die aktuellen politischen Abläufe in Berlin und Brüssel enorm beschleunigen. Trotzdem würde auch heute eine Merz – Partei klar an der 5%-Hürde scheitern und höchstwahrscheinlich der FDP den Todesstoß verpassen. 

 

Dennoch sucht man weiter nach charakterfesten Volksvertretern mit einem sozialen Gewissen für unsere Parlamente. Dieses Szenario hat der DRSB mehrfach beschrieben [ siehe wachsendes Schulz - Syndrom der SPD ].

Grosso modo – so viel für heute zum Thema „MERZ – PARTEI“. 

Veröffentlicht unter Alle Artikel, Infobriefe

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>