DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Andreas Kallen ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 28. April 2008
Weiter abwärts!
Amerikanische Banken
schreiben fast nur noch dunkelrote Zahlen
Die Werbung für fondsgebundene oder fondshinterlegte
Renten- oder Lebensversicherungs - Produkte
versprach zeitweise den deutschen Bürgern
„Zweistellige Renditen und eine 100% Absicherung.”
Doch seit dem Beginn der Finanzkrise in den USA entpuppen sich immer mehr der angepriesenen
„Superprodukte”
als äußerst riskante Beteiligungen.
Besonders Strukturvertriebsorganisationen scheinen immens fleißig den deutschen Bürgern diese Form der riskanten Anlage näher gebracht zu haben.
Das Risiko, wesentlich schlechter abzuschneiden als eine konventionelle Sparanlage, steigt mit jeder Verlustmeldung aus den USA. Einmal ganz davon abgesehen, dass die meisten Fondsbetreiber von den Einlagen sofort üppige
15,4%
für Kosten abziehen, kommen hohe laufende Kosten von rund 2% pro Jahr dazu.
Investmentgesellschaften sind deshalb ständig auf der Suche nach neuen Produktideen, damit man den deutschen Bürgern auch noch den Rest des verbliebenen Geldes aus der Tasche ziehen kann.
Das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement
AssCompact
titelte in der Ausgabe 04 / 2008 auf der dritten Seite – Editorial -
Zitat:
Vom Sinkflug zum Höhenflug?
Zitat Ende.
In dem Artikel versucht die Chefredakteurin des Fachmagazins,
Brigitte Horn,
den Eindruck zu erwecken, als sei die Finanzkrise schon vorbei und alle Versicherungsverkäufer freuen sich auf ein tolles Vertriebsjahr.
Zitat Brigitte Horn:
„Es wird spannend zu sehen, ob bereits
im zweiten Quartal der Stimmungstacho vor dem Hintergrund der Einführung der Abgeltungssteuer und der damit verbundenen und erwarteten Sonderkonjunktur wieder steigt.”
Zitat Ende.
Befragt man Psychiater, so erfährt man, dass
Euphorie und Wahnsinn
oftmals sehr nahe zusammen liegen können.
Anstatt sich als verantwortungsbewusste Chefredakteurin darüber Gedanken zu machen, welche nutzmehrenden Produkte deutschen Bürger bei der zukunftsfesten Altersvorsorge helfen könnten, erzeugt
Brigitte Horn
eine imaginäre Dynamik und suggeriert, dass man sich am Puls der Zeit orientiert.
Die jüngsten Kreationen der Branche waren ausnahmslos gigantische
Kuckuckseier
und konnten selbst unter der Mithilfe von synthetischen Papieren kaum noch stabile Portfolios aufbauen.
Praktisch mit jeden Tag und jeder neuen Horrormeldung von amerikanischen Banken wird das
Anlageuniversum
kräftig durchgeschüttelt und verliert an Anlegervertrauen, nicht nur in Deutschland.
Schuld dürften vor allem die extrem hohen Fehlleistungen der letzten Monate sein.
Damit dürfte es in den nächsten
10 Jahren äußerst schwer werden, die ambitionierten
Renditeziele zu erreichen.
Zeitungsschlagzeilen wie zum Beispiel:
> Merrill Lynch strudelt immer tiefer <
decken immer häufiger die riskanten Fehlspekulationen mit faulen US – Hypotheken auf und bescheren der weltgrößten Investmentbank auch im ersten Quartal 2008 Milliarden Verluste.
Das erste Vierteljahr ist damit das dritte Verlustquartal in Folge. Wiederum musste die Bank milliardenschwere Abschreibungen vornehmen. Merrill Lynch schrieb erneut
1,5 Milliarden US - Dollar
auf problematische Finanzinstrumente ab, hinzu kam eine Wertberichtigung von
3 Milliarden US - Dollar
auf bestimmte Kreditrisiken.
Das amerikanische Institut gilt unter den
Investmentbanken als die größte Verliererin der Hypothekenkrise.
Die Wertberichtigungen summieren sich bei Merrill Lynch inzwischen auf über
30 Milliarden Dollar.
Insider behaupten sogar, dass diese Zahlen erst der Anfang sind und man mit noch weitaus
„dunkelroteren Zahlen”
rechnen müsse.
Insgesamt fallen rund 4000 Arbeitsplätze weg, teilte die Bank in der 16. Kalenderwoche 2008 in New York mit.
Die Verluste fielen noch höher aus als von den
>>> Börsen Junkies <<<
erwartet, doch solche Meldungen überraschen regelmäßige DRSB – Leser schon lange nicht mehr.
Vermutlich aufgeschreckt von solchen Medienmeldungen und den monatlichen Berichten ihrer Vertriebsmanager, denken einige deutsche Versicherungsvorstände intensiv darüber nach, wie sie aus dem Dilemma der fondsgebundenen oder fondshinterlegten
Renten- oder Lebensversicherungs - Produkte
wieder herauskommen.
Auch den verantwortlichen Vermögensmanagern und Mathematikern der deutschen Versicherungskonzerne wird zunehmend klarer, dass sie von amerikanischen Banken und Fondsgesellschaften als willfährige
Geldeintreiber
für professionelle
US - Geldverbrenner
jahrelang missbraucht wurden.
In einer solchen Situation von einem
„Höhenflug”
zu sprechen, erfordert nicht nur Mut, sondern auch eine riesige Portion
Ahnungslosigkeit.
Möglicherweise hilft ja das Pfeifen im dunklen Wald gegen die Angst. Deutschen Bürgern jedoch dagegen helfen nur noch innovative Altersvorsorgeprodukte, die ihre Altersruhe
zukunftsfest
machen können.
DRSB
Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
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korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
