DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Wettlauf
zum
Zweiklassen – Staat
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Steuerberater Hans – Josef Leiting
Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 20. September 2007
Wenn deutsche Politiker von
Vergnügungssucht und Profilneurose
befallen werden, schreiben sie meistens ein Buch, in dem dann den deutschen Bürgern „logisch” erklärt wird, was von ihnen in Zukunft erwartet wird und welche Reformen nötig seien.
Seltsamer Weise sind es oft
„die” Politiker,
die zurzeit gerade von den Medien verstärkt nach
„vorne geschrieben”
werden.
Bei genauer Durchleuchtung stellt der DRSB e.V. in vielen Fällen fest, dass die Buchautoren in den USA gelebt haben oder dort sogar ihre Berufsausbildung absolvierten.
Eine Mitgliedschaft in Fördervereinen,
die für die USA arbeiten, rundet das Gesamtbild ab.
So verwundert es keinesfalls, dass in einigen dieser Polit – Bücher Feststellungen und sogar Vorverurteilungen vorgenommen werden.
So werden zum Beispiel sehr gerne
Beamte,
gut verdienende Angestellte
und natürlich die
Selbständigen
als Gewinner der deutschen Sozialsysteme dargestellt, weil sie sich nicht ausreichend an der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beteiligen und zusätzlich nahezu „schmarotzend” zahlreiche Privilegien genießen.
Dass viele Beamtenfamilien nicht wissen, wie sie ihre Energiekosten bezahlen sollen, und bekanntlich immer mehr Selbständige in die Armut abrutschen, wird von diesen Buchautoren komplett verschwiegen.
Dass die meisten gut verdienenden Angestellten „nur” noch zum so genannten Führungskräfte – Proletariat gehören und ihnen der Sprung in eine echte Mittelschicht verwehrt wird, ignorieren die Polit – Autoren geflissentlich.
In einigen Büchern folgt dann ein Loblied auf alle amerikanischen Errungenschaften und die Segnungen des
„american way of life”.
Wer aber das amerikanische Gesundheitswesen kennt, der weiß zum Beispiel, dass in den USA mehr als
47
Millionen US – Bürger
ohne Krankenversicherung leben und für ihre Gesundheitskosten selber aufkommen müssen.
Die meisten davon können sich bei einer Erkältungskrankheit noch nicht einmal einen Hustensaft leisten.
Denkbare größere Eingriffe sind so generell ausgeschlossen im
„reichsten” und „mächtigsten”
Land der Erde, wie es die Machthaber in Washington und Superreichen der USA gerne sehen.
So schwankt denn auch das US – Gesundheitssystem zwischen
Genie und Wahnsinn
sowie zwischen
Perfektion und Quacksalberei
hin und her.
Die eindeutig höchsten medizinischen Standards gehen einher mit der brutalsten neoliberalen Geldschneiderei.
Für die Mächtigen und Superreichen wird jede denkbare Leistung erbracht und ein Überwinden der Krankheit wie die Marseroberung gefeiert.
Wenn aber ein amerikanischer Bürger weder Geld noch eine Krankenversicherung hat, erhält er nur eine primitive Art von Notversorgung und dient in vielen Fällen sogar Medizinstudenten oder unerfahrenen jungen Ärzten als
„profanes Versuchsobjekt”.
Trotzdem glauben noch viele Amerikaner, dass jeder für sich selbst verantwortlich sei und nur einen Anspruch auf das habe, was er sich selbst verdient hat:
Top – Behandlung für Mächtige und Superreiche,
Basisversorgung für Angestellte und Arbeiter
und
Null – Versorgung für Arme.
Dass jeder Mensch einen Anspruch auf die gleiche medizinische Versorgung haben sollte, halten die Machthaber in den USA für eine verrückte, rein deutsche oder auch westeuropäische Idee.
Das US – Gesundheitswesen befindet sich somit noch immer in der sozialen Steinzeit und schafft für die US – Bürger einen
„Mehrklassenstaat”.
Die daraus resultierende unterschiedliche Lebenserwartung von arm und reich ist weltweit nirgendwo größer.
Selbst in einigen der brutalsten Diktaturen auf dieser Welt, von US – Präsident
George Walker Bush auch gerne als
„Schurkenstaaten”
genannt, herrscht im Gesundheitswesen eine höhere Chancengleichheit.
Neoliberale Kräfte, die vermutlich den Mächtigen in Amerika nahe stehen, arbeiten auch in Deutschland in einer Art Koalition aus
Politikern, Wirtschaftsbossen und Medien
daran, im deutschen Gesundheitswesen US – ähnliche Verhältnisse zu schaffen.
Seit der rot / grünen
Agenda 2010
gibt es auch in Deutschland ein
Gesundheitssystem
„erster” und „zweiter” Klasse.
Kassenpatienten werden bereits eindeutig wesentlich schlechter behandelt als Privatpatienten und unsere Politiker basteln im Verborgenen schon am
„Luxuspatienten”.
Das deutsche Gesundheitssystem würde damit in die soziale Steinzeit zurückfallen und ähnlich wie für die US – Bürger einen
„Mehrklassenstaat”
schaffen.
Der Wettlauf dahin hat schon seit langem begonnen und kann nur noch durch engagierte deutsche Bürger zum Stillstand gebracht werden.
Der Kampf für Gerechtigkeit
wird damit zur zentralen Aufgabe für alle ehrlichen und aufrechten
deutschen Politiker.
Es bleibt zu hoffen,
dass die deutschen Politiker
diesen Kampf annehmen und auch gewinnen können.
DRSB
Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
Einhaltung rechtsgültiger Gesetze,
Modernisierung überkommener Vorschriften
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
