Wer schweigt scheint zuzustimmen

Wer schweigt, scheint zuzustimmen

[ Qui tacet, consentire videtur ]

25. Januar 2011

 

Wenn Politiker ein Problem entdecken, für das sie nicht zuständig sind und das nicht lösen können, erklären sie mit dem Brustton der Überzeugung:

Für die Lösung gibt es kein Patentrezept”.

Danach lassen sie das Problem links liegen und hoffen auf Besserung. Seit sich nun mit dem Einsetzen der US – Finanz- und Wirtschaftskrise die solchermaßen unbearbeitete Probleme häufen und verschärfen, beschreitet man einen anderen Weg. Wer keine Lobbyisten in Berlin einsetzen kann und wer sich nicht medienwirksam beschwert, der wird in die Kiste gesteckt:

Qui tacet, consentire videtur

[ Wer schweigt, scheint zuzustimmen ].

Mit diesem vermeintlichen Patenrezept versuchen alle im Bundesparlament vertretenen Parteien, das sich auftürmende Problem der gesetzlichen und privaten Rentenmodelle zu lösen.

Man hofft auf Besserung, doch dieses Hoffen ist wie Warten auf Godot, der bekanntlich auch nie kam. Immer wenn die Menschen in unserer Heimat an ein Reformversprechen glaubten und ihre Wahlentscheidung danach ausrichteten, kam nach der Wahl stets ein nichtssagendes

BIMBAM

oder eine Verschlechterung der Situation heraus. Kurt Tucholsky schrieb 1931 zum Thema Versagen der Politiker- und Börseneliten:

Nationalökonomie ist,

wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.

Und so scheint es heute noch zu sein, nur wesentlich komplizierter. Die Börse erfüllt eine wirtschaftliche Disfunktion und mutiert zum unfehlbaren Gewinnsystem für die Kapitaleigner.

An allen Börsen der Welt erweist sich deshalb Tag ein Tag aus:

Nur wo der Unsinn kräftig blüht,

ist der schnelle Euro oder USDollar zu machen!

Im Grunde genommen hatten die Menschen in unserer Heimat niemals die Wahl. Man konnte weder nach echter finanzieller Freiheit streben, noch war es verlässlich möglich, auf Sicherheit zu setzen.

Heute ist jede imaginäre Wahlmöglichkeit ersetzt worden durch die Agenda 2010. Das Leben, das die Menschen in unserer Heimat kannten, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die Veränderungen werden dramatischer ausfallen, als von vielen Experten vorhergesagt. In Folge dessen ist zu erwarten, dass jeder zweite Deutsche unter der Armutsgrenze leben wird. Wir werden eine

DREI - KLASSENGESELLSCHAFT

bekommen:

Wohlhabende Kapitaleigner,

eine dünne Mezzanine Pseudo – Mittelschicht

sowie

arme abhängig Beschäftigte und Rentenbezieher.

Die gesetzliche Rente wird bereits 2020 unter 30% der Bruttogehälter absinken, so dass ein abhängig Beschäftigter, der heute 1.800,00 Euro netto verdient, dann nach heutiger Kaufkraft gemessen noch 600,00 Euro Rente erwarten kann. Die gesetzliche Rente gleicht dadurch einem gigantischen Schneeballsystem, das durch intensive Sonneneinstrahlung dahin schmelzen wird. Seit 1988 weise ich darauf hin, dass diese Entwicklung auch Chancen birgt, wenn jedem klar wird, das man in erster Linie für seinen Wohlstand im Alter selbst sorgen sollte. Doch dazu bedarf es valider Altersvorsorgesyteme. Riestermodelle, das hat sich bereits herausgeschält, mit dem Damoklesschwert der nachgelagerten Besteuerung, sind dafür völlig ungeeignet. Es kann nun keinen Zweifel mehr geben, wir brauchen in unserer Heimat die nutzmehrenden Altersvorsorgesysteme des DRSB zur Flankierung und Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Ohne eigenes Engagement wird es in den kommenden Jahren kaum noch möglich sein, ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Es ist deshalb äußerst bedenklich, dass immer noch zukünftige und aktuelle Rentenbezieher von Politikern in die Kiste gesteckt werden:

Wer schweigt, scheint zuzustimmen

[ Qui tacet, consentire videtur ]

Denn werden die Menschen in unserer Heimat gezwungen, ihre Träume und Freiheit aufzugeben, dann wird es zwangläufig zu Veränderungen kommen.

Vielleicht heißt es schon bald in den deutschen Parlamenten:

Glücklich, wem es gelang, den Grund der Dinge zu erkennen

[ Felix qui potuit rerum cognoscere causas ].

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