DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Andreas Kallen ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 05. Januar 2008
„Champion der Klinkenputzer”
Das Struktur – Vertriebsystem des AWD gerät massiv in die Kritik!
Ist
Carsten Maschmeyer
nun mit seinem Vertriebs – Latein am Ende?
Nach den turbulenten Anfangsjahren galt der AWD ab Herbst 2000 als so genannte Premium – Marke unter den Strukturvertrieben oder Drückerkolonnen.
Das Unternehmen gab sich einen neuen Anstrich und bezeichnete sich fortan als
„unabhängiger Finanzoptimierer”.
Was man auch immer unter diesem blumigen Begriff zu verstehen hatte, selbst der ehemalige Bundeskanzler
Gerhard Schröder
( SPD )
schätzte privat die Gesellschaft von Carsten Maschmeyer, der sich aus kleinen Verhältnissen hocharbeiten konnte.
Obwohl der AWD – Boss
Carsten Maschmeyer
noch immer von seinen Kritikern als
„Champion der Klinkenputzer”
und
„Cashburner”
verschrien wird, schien es seit dem Börsengang im Herbst 2000 so, als wenn die Kritik am im Mittelwerte – Index MDax notierten AWD weitgehend verstummen sollte.
Vorbei waren die Zeiten, in denen der AWD und seine „Strukki’s” als provisionshungrige Drückerkolonnen und Kapitalvernichter dargestellt werden konnten.
Die unabhängige Finanz – Beratung sollte für alle Zeiten im Vordergrund stehen, obwohl ehemalige AWD – Mitarbeiter und AWD – Kunden dem Unternehmen nach wie vor nicht nur Umsatzdrückerei vorwarfen, sondern auch die gezielte Verschleierung über eine angebliche Unabhängigkeit von Produktgebern.
Trotzdem schwelgte der AWD – Boss jahrelang in Superlativen und verkündete lauthals Jahr für Jahr neue Umsatzrekorde sowie das Erreichen von Bestmarken.
Doch damit soll jetzt endgültig Schluss sein, meinen nicht nur viele AWD – Kunden, die sich von dem Finanzdienstleister falsch beraten fühlen, sondern auch frühere
AWD – Mitarbeiter sowie deren Rechtsanwälte und europäische Verbraucherschützer.
Sie alle sehen hinter der noch vermeintlich glänzenden
„AWD – Fassade”
jede Menge Elend, Not und eine Vielzahl von Ungereimtheiten.
Nicht nur europäische Verbraucherschützer werfen dem AWD vor:
Die Ausbeutung von Kontakten neuer AWD – Mitarbeiter,
überhöhte Einkommensversprechen,
psychologischen Druck auf Vertriebsmitarbeiter,
Umsatzdrückerei
und das
Herumjonglieren mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen.
Selbst neutralen Beobachtern drängt sich mehr und mehr der Eindruck auf, dass der Erfolg des AWD ausschließlich darauf basiert, immer wieder neue Mitarbeiter anzuwerben, um sofort deren Bekannten- und Verwandtenkreis anzuzapfen und systematisch auszuschlachten.
Denn wenn diese oft sehr persönlichen Kontakte erst einmal
„abgegrast”
sind, wird es für die neuen AWD – Mitarbeiter in der Regel zusehends schwieriger
„frische” Kunden
zu gewinnen oder ausreichend neue so genannte „Untervermittler” anzuwerben, die ihrerseits „frische” Kunden mitbringen sollten.
Gelingt es den neuen AWD – Strukturmitarbeitern nicht kurzfristig „willige „Strukki’s” zu finden, landen sie selbst wieder auf der Straße und stehen zusätzlich häufig vor den Trümmern ihrer Existenz.
Egal wie die private Wirtschaftsbilanz eines Kunden auch aussehen mag, der AWD verspricht vollmundig die Finanz- und Vorsorgeanlagen zu optimieren, so dass dabei innerhalb von nur fünf Jahren ein Vorteil von 5000,00 Euro herausspringen soll.
Unter Zuhilfenahme eines EDV – gestützten Fragenkatalogs sollen die
AWD – Strukturmitarbeiter die Ein- und Ausgaben ihrer Kunden analysieren, um danach
als so genannter
„unabhängige Finanzoptimierer”
aus mehr als 300 Produktpartnern die Finanzprodukte auszuwählen, die für den zukünftigen AWD – Kunden am günstigsten sein oder ideal zu seinen Bedürfnissen passen sollen.
Soweit die schönen Theorien
und
Märchen von der AWD – Beratung.
Die tägliche Praxis der selbstständigen AWD – Strukturmitarbeiter sieht gänzlich anders aus. Oftmals stehen sie unter einem enormen Erfolgsdruck, denn der AWD zahlt weder Festgehalt noch Zuschüsse für die Sozialversicherung.
Nur die AWD – Strukturmitarbeiter, die quasi rund um die Uhr verkaufen, erhalten regelmäßig Abschlussprovisionen und können damit ihre Betriebskosten sowie den Lebensunterhalt bestreiten.
Da muss zwangsläufig eine durchaus sinnvolle
„unabhängige Finanzoptimierung”
auf der Strecke bleiben.
„Wer nicht genug verdient, ist selbst dran schuld”
lautet die unmissverständliche Botschaft des
„Ober – Optimierers Carsten Maschmeyer”
in der AWD – Postille „Report – intern”. Solche und ähnlich menschenverachtende Sprüche erinnern mache Leser an eine subtile
Form der Gehirnwäsche.
Ehemalige AWD – Strukturmitarbeiter, die im Internet unter
awd aussteiger
regen Erfahrungsaustausch betreiben, können über die Maschmeyer – Sprüche nicht mehr lachen.
Ohnehin erkennen vermutlich die meisten AWD – Aussteiger viel zu spät, dass sie bei diesem Unternehmen auf Dauer kein ausreichendes Einkommen für ihren Lebensunterhalt erzielen konnten.
Der DRSB e.V. hat ständigen Kontakt zu mehreren hundert AWD – Aussteigern und bekommt immer wieder berichtet, dass der AWD Provisionen und andere Geld- und Sachleistungen rigoros zurückfordert, die teilweise schon die Höhe von mehreren tausend Euro übersteigen.
Laut Meldungen in den Medien – im Dezember 2007 – hat nun die größte Versicherungsgruppe der Schweiz, die
Swiss Life,
den deutschen Strukturvertrieb übernommen.
Rund 1,2 Milliarden Euro soll angeblich der Swiss Life das einer enormen Fluktuation unterliegende Struktur – Vertriebsnetz des AWD wert sein.
Da der immer noch börsennotierte AWD weiter mit dem Slogan wirbt,
„Unabhängigkeit, die sich auszahlt”,
wächst die Verunsicherung bei AWD – Mitarbeitern und AWD – Kunden zunehmend, denn der AWD begibt sich mit dem Verkauf in die Abhängigkeit eines der größten
Assekuranz – Konzerne in Europa.
Mit der freundlichen Genehmigung des
markt intern Verlaghauses
können die DRSB – Leser – als pdf – Datei – die kritische Einschätzung des Chefredakteurs der Fachzeitschrift
Versicherungstip
Dipl. – Ing. Dipl. – Oen. Erwin Hausen
lesen.
Chefredakteur Erwin Hausen zeigt im Versicherungstip 12 / 2007 in aller Deutlichkeit auf, was von der so genannten „Unabhängigkeit” des AWD’s zu halten ist und war.
Derweil rätseln europaweit noch immer die Kenner der Strukturvertriebsszene, ob das Management von Swiss Life überhaupt wusste, wie es um den AWD tatsächlich bestellt ist.
Möglicherweise folgt dem Jubel an der Börse blitzschnell die totale Ernüchterung, denn die Spekulationen und Gerüchte reißen nicht ab, dass der
„Champion der Klinkenputzer”
seine Anteile am AWD nur schnell veräußerte, weil die Geschäfte des AWD zuletzt wesentlich schlechter als erwartet liefen.
Carsten Maschmeyer
dementiert zwar heftig, dass die Übernahme keine Defensivstrategie sei, aber kaum ein Insider oder Marktkenner in Deutschland glaubt noch diesen Beteuerungen.
„Wir werden der Konkurrenz das Fürchten lehren”,
kündigte – wie immer vollmundig – der AWD – Vorturner an, der mindestens weitere fünf Jahre im Amt bleiben möchte.
Der vorsichtige und seriöse Bankexperte
Konrad Becker
vom
Bankhaus Merck Finck
empfahl sogar die Aktie zum Verkauf.
„AWD‘s Versprechen einer unabhängigen Beratung
wird unter dem Einstieg eines Versicherers leiden, der seine Produkte über diesen Kanal verkaufen will”,
sagte Konrad Becker, denn nach dem Wegfall des Steuerprivilegs für Kapitallebensversicherungen Anfang 2006 tun sich besonders die Strukturvertriebe
AWD, DVAG und OVB
erkennbar schwerer Kunden zu finden, weil die Personen – Versicherungen einen hohen Umsatzanteil ausmachten.
Zusätzlich hat die
US – Finanzkrise
den Verkauf von anderen Finanzprodukten in Europa erheblich gebremst.
Zunehmend stellen Marktkenner deshalb die Frage:
Ist
Carsten Maschmeyer
nun mit seinem Vertriebs – Latein am Ende?
DRSB
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