sprachtricks in denglisch

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

Sprachtricks in Denglisch?

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Andreas Kallen

Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Heinrich Sternemann

Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.

 

 

Meerbusch, den 28. Februar 2007

 

In unserem Land werkeln täglich mehr als

 

14. 000 Beratungsunternehmen

( so genannte Consulting – Firmen ).

 

Unangefochten an der Spitze stehen zwei Unternehmen

 

Roland Berger und McKinsey

 

mit jeweils mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz.

 

Wie die DRSB – Berichterstattung deutlich machte, ist die Arbeitsweise der Beratungsunternehmen undurchsichtig. Immer häufiger wird auch der Sinn und Zweck sowie der Erfolg der Beratertätigkeit bezweifelt.

 

Selbst in Dialektik und Rethorik perfekt geschulte Betriebsräte und Gewerkschaftler verstehen den Sprachgebrauch der „Consultants” nicht mehr.

Der schlagwortartig aufgebaute Sprachschatz der Mitarbeiter von Beratungsunternehmen basiert auf

 

deutscher und englischer Sprache

( so genanntem „Denglisch” ),

 

was vordergründig modern und kompetent wirkt.

 

Die Sprachverdrechselungen der Berater sind eine Grundvoraussetzung für das Schweigekartell. Eine Abschottung nach außen stärkt das System.

 

Vermeintliche Erfahrungen, auf die sich die meisten „Consultants” berufen, werden oftmals nur diffus angerissen, so dass eine gezielte Hinterfragung unmöglich gemacht wird.

 

Vermutlich aus diesem Grund lautet der Leitspruch der McKinsey – Berater:

 

sealed lips, clean desk, guarded doors, safe script and safe screen

( versiegelte Lippen, leerer Schreibtisch, bewachte Türen, geschützte Dokumente und sicherer Computer ).

 

Das Berater – know – how erscheint deshalb vielen deutschen Bürgern zunächst glaubwürdig, weil es oberflächlich weltmännisch wirken kann.

 

Die so genannten „Consultants” bauen durch den „geheimen” Sprachgebrauch gleichzeitig einen genormten Schutzschild zur Abwehr der „Unwissenden” auf.

 

Eine Kommunikation auf Augenhöhe ist damit ausgeschlossen und drängt „Unwissende” sofort in eine „Verliererrolle”.

 

Sehr viele DRSB – Leser, vermutlich direkt Betroffene, haben aus gebeten und aufgefordert die „Consultant – Sprache” zu durchleuchten und verständlich darzustellen.

 

Beispiele für einige Sprachverdrechselungen:

 

>Anzugehendes Orgakonzept< bedeutet „kurz oder mittelfristiges Ziel”

>bestpracticeflow< bedeutet „beste Organisation der Abläufe”

>benefits< bedeutet „Vorteile”

>costcutting< bedeutet „Senkung der Kosten”

>Datenbasis plausibilisieren< bedeutet „Daten zurechtbiegen”

>Entlastung von Aufgaben< bedeutet „Stellenstreichung”

>keyconcept< bedeutet „guter Gedanke”

>konzeptioneller Ansatz< bedeutet „Gedanke”

>komplexe Erklärungsvariable< bedeutet „Ursache”

>Leitbild< bedeutet „mittel oder langfristiges Ziel”

>Modularer Aufbau< bedeutet „beliebige Zusammenstellung”

>PerformanceOptimierung< bedeutet „Verbesserung der Abläufe”

>Revolutionär< bedeutet „neu”

>suboptimal< bedeutet „schlecht”

>zeitnahe Perspektive< bedeutet „Sofortlösung”

 

Wer die vorgenannten Begriffe liest, versteht sehr schnell das Ziel der „Consultants”:

 

Verschleierung und Verwässerung von klaren Gedankengängen!

 

Zweideutigkeit und Mehrdeutigkeit der Sprachverdrechselung befreit somit die Beratungsunternehmen von der Verpflichtung, genau zu arbeiten und präzise Aussagen und Angaben zu machen.

 

Und das ist wahrscheinlich das Ziel:

 

> Keine Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln <.

 

Der ungebremste Selbstdarstellungsdrang einiger Beratungsunternehmen spiegelt sich dann auch in

 

Stellenabbau >< Stellenverlagerung >< Betriebsstättenverlegung

 

wider und bedeutet für deutsche Bürger in den meisten Fällen

 

Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit.

 

Auf der Suche nach Legitimationswissen und Legitimation suchen Manager aber auch vermehrt Politiker

Gutachtenersteller”,

 

die vermutlich in Wahrheit mit so genannten „Gefälligkeitsgutachten” von den eigentlichen Entscheidungsträgern ablenken, nach dem Motto:

 

>>> Wenn eine internationale Beratungsgesellschaft

den Vorschlag macht, dann muss es gut sein und stimmen <<<.

Die Devise lautet:

>>> Nicht kleckern, sondern klotzen <<<

 

Die Erfahrungen in den letzten Jahren haben erschreckend gezeigt, dass solches Vorgehen extrem häufig schief geht.

 

Schuld sind dann nicht die Politiker oder Manager, sondern das Gutachten”.

Bestellte „BeraterWahrheiten” kosten womöglich deutsche Bürger seit Jahrzehnten Arbeitsplätze und zusätzliche Steuern.

 

Das Schimpfwort von der

 

>>> BeraterRepublik <<<

 

ist in aller Munde und fordert eine Änderung der Verhältnisse. Noch aber ist eine notwendige Änderungsbereitschaft bei den Verantwortlichen nicht erkennbar.

 

Fernab der Öffentlichkeit und der medialen Aufmerksamkeit scheint sich systematischer und harter Widerstand zu formieren.

 

Bedeutet das schon das Ende des

Lobbyistentums und des Berliner Thinktanks?

Was bewirken die Sprachtricks in Denglisch?

 

Das erschreckend brutale und ernüchternde Fazit der Bürger lautet:

 

Die Beratergläubigkeit

der so genannten McKinsey – Gesellschaft vernichtete und vernichtet weiterhin tagtäglich gewaltige private und

öffentliche Geldmittel und Werte bei gleichzeitiger

Gefährdung der Bürger- und Unternehmenszukunft.

 

Die so genannte McKinsey – Gesellschaft

untergräbt daneben die Moral und die Kernaufgaben von

Parlamenten und Verwaltungen.

 

Nur die konsequente und schonungslose Aufklärung der Missstände sowie die ständige Beschäftigung mit den Fehlentwicklungen können auf Dauer wirksamen Schutz für alle deutschen Bürger garantieren.

 

Das so etwas funktioniert,

beweist der DRSB e.V. täglich durch seine Arbeit.

Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der

Stimme der Demokratie

für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland,

einen modernen Sozialstaat,

sichere und langfristige Arbeitsplätze,

sichere und leistungsfähige Sozialsysteme,

und

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme.

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