Wertschöpfung
schafft Wohlstand und Sicherheit
27. Januar 2011
Gemäß einer Statistik der Financial Times Deutschland aus dem vorigen Jahr haben die sicheren
Produktionsarbeitsplätze
an der Gesamtbeschäftigung in den einzelnen Ländern folgenden Anteil:
|
|
Deutschland |
|
22,1 % |
|
|
Italien |
|
20,7 % |
|
|
Japan |
|
17,7 % |
|
|
Frankreich |
|
15,2 % |
|
|
Großbritannien |
|
11,7 % |
|
|
USA |
|
10,7 % |
|
Dienstleistungen schaffen keine Wertschöpfung, |
|||
da die Kosten der Dienstleistungen zu Einstandskosten bei den Produktionsunternehmen führen. Rechtanwaltsfabriken, Wirtschaftsprüferkonzerne und Ratingagenturen generieren für sich selbst zwar hohe Umsätze und Profite, mindern aber in gleicher Höhe die Wertschöpfung der Produktionsunternehmen.
Die großen anglo – amerikanischen Dienstleistungsfabriken dominieren aufgrund ihrer globalisierten Vernetzung zunehmend den Dienstleistungssektor in allen anderen Ländern, wie auch in Deutschland.
Ein Export von Dienstleistungen ersetzt aber dauerhaft nicht die Wertschöpfung aus dem Export von produzierten Waren und Rohstoffen.
Hier ist Deutschland relativ zur Größe
des Landes nach wie vor Exportweltmeister.
Der Kegel aus der Volumenstruktur der Arbeitsplätze aus Produktions- und Dienstleistungsarbeitsplätzen hat sich seit den Anfängen der Industrialisierung umgedreht.
Zu Anfang der Industrialisierung reihten sich zum Beispiel um eine Automobilfabrik in einer Gemeinde Handwerker und Handel, Bäcker und Metzger, Rechtsanwälte und Ärzte, die den Menschen vor Ort mit ihren Leistungen zur Verfügung standen. Die zunehmende Arbeitsteilung führte dazu, dass Teile der typischen Arbeitsgebiete einer Automobilfabrik, wie zum Beispiel Transport und Lagerung, Vertrieb und Marketing, Rechnungswesen und Beratung, auf externe Dienstleistungsunternehmen ausgelagert wurden. Selbst die Produktion wurde auf mittelständische Zulieferfirmen „ausgesourct” und „Just in Time” zur Montage angeliefert. Die Arbeitsplätze der Zulieferfirmen sind aber ebenfalls Produktionsarbeitsplätze.
Zum Beispiel könnte eine Gemeinde, als in sich geschlossener Wirtschaftsraum, in der alle Bewohner Dienstleister wären, nicht dauerhaft überleben, da alle gegenseitigen Dienstleistungen sich rechnerisch auf Null saldieren und keine echte Wertschöpfung stattfindet.
Dienstleistungen alleine können somit
nicht dauerhaft zu einer Wohlstandsmehrung führen,
welchen den Import von fehlenden produzierten Waren und Rohstoffen ausgleichen sollte.
Der Export von Industriearbeitsplätzen in Billiglohnländer nach dem Modell
„Shareholder Value”
führt bei den internationalen Konzernen zu hohen Gewinnen, die die Reichen im Land im reicher machen und die Armen immer ärmer. Die Wertschöpfungskraft eines Staates, wie zum Beispiel die USA, in dem sich nur jeder 10. Arbeitsplatz an einer Produktionsstätte befindet, reicht aber nicht aus, um national das ganze Volk auf Dauer zu versorgen. Diese Auswirkungen des Ideologiemodells
„Shareholder Value”
sind nunmehr mit aller Brutalität in den USA und Großbritannien angekommen. Nimmt man als Beispiel wieder die Automobilindustrie, so zeigen sich für diese Länder die Folgen der verfehlten Wirtschaftsphilosophie von Milton Friedman mit aller Konsequenz und Härte.
In Großbritannien wurde diese ursprünglich rein amerikanische Wirtschaftspolitik unter Margret Thatcher kritiklos übernommen. Die aktuelle Sparpolitik der neuen Regierung in Großbritannien können die Fehler der Vergangenheit vermutlich nicht mehr ausgleichen. Mit der Unternehmenssteuerreform aus dem Kalenderjahr 2001, dem so genannten
Heuschrecken – Einladungsgesetz,
wurden in unserer Heimat die gesetzlichen Grundlagen gelegt, ebenfalls wirtschaftliche Verhältnisse nach dem Modell „Shareholder Value” zu schaffen, wie in den USA und in Großbritannien, in dem nach dem steuerfreien Aufkauf und Zerschlagung von mittelständischen Unternehmen Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Nur aufgrund der verschobenen Zeitachse hat unser Land relativ gesehen noch einen hohen Anteil von Produktionsarbeitsplätzen.
Die Briten, ehemals drittgrößter Automobilhersteller der Welt nach den USA und Deutschland, verkauften ihre inländischen Autoproduzenten Rolls Royce, Bentley, Jaguar, Rover und Landrover. Die vormals sicheren Arbeitsplätze wurden ins Ausland verlagert.
Nun haben die britischen Politiker einen Erkenntnisvorsprung gegenüber ihren Kollegen in Berlin:
Großbritannien
braucht dringend neue Produktionsarbeitsplätze.
Die Worte des neuen britischen Premierministers David Cameron sind eindeutig:
„Die nächsten zehn Jahre
müssen das Jahrzehnt der Unternehmer werden.”
Aufgabe von verantwortlichen Politikern in Deutschland muss es sein, wieder stabile gesetzliche Grundlagen zu schaffen, um den Trend der Arbeitsplatzvernichtung umgehend zu stoppen.
Aktuell rühmen sich alle Parteien
in unserer Heimat damit, dass gerade „ihre” Politik zum Wirtschaftswachstum geführt habe.
Dass wirtschaftliches Wachstum auch mit mittelstandfeindlichen Elementen entstehen konnte, zeigt, wie stark die Wirtschaftskraft des Mittelstands immer noch ist.
Wie hoch könnte das Wirtschaftswachstum sein,
wenn eine mittelstandfreundliche Wirtschaftspolitik betrieben würde?
Was nützt es auf Dauer wenigen Reichen, in einem Land leben zu müssen, in dem sie ihren Reichtum nicht mehr genießen können?
Denn nur eine stärker
nationale ausgeprägte Wertschöpfung
schafft Wohlstand und Sicherheit für alle in unserer Heimat.
