macht bahnreisen noch spass

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

Macht Bahnreisen noch Spaß?

Die neuen deutschen Zweiklassengesellschaften

 

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Heinrich Sternemann

Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.

und

Steuerberater Hans – Josef Leiting

Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V.

 

Meerbusch, den 07. September 2007

 

Durch die gezielten Verkäufe von deutschem Kollektiveigentum haben Städte, Gemeinden sowie auch der „Bund” immer wieder kurzzeitig ihre Haushaltsbudgets ausgleichen können.

 

Dass diese Methode keinerlei

 

Langzeitwirkung

 

mit sich bringen kann, verdeutlicht der Verkauf der Post und der Telekom am allerbesten.

 

Die vorgenannten Unternehmen konnten nur einmal zu Geld gemacht werden, was aber nicht dazu führte, dass der Bundeshaushalt wesentlich entlastet werden konnte.

 

Parallel zu den Verkäufen verschlechtert sich in den meisten Fällen sogar das

 

Preis – Leistungs – Verhältnis.

 

Steigenden Preisen steht ein oftmals erheblich verschlechterter Service gegenüber.

Häufig werden in den „privatisierten” Unternehmen ehemals sichere Arbeitsplätze rigoros vernichtet und durch Niedriglohn – Tätigkeiten ersetzt.

 

Auch dem Unternehmen

 

Deutsche Bahn

 

steht die totale Privatisierung ins Haus.

 

Da erscheint es vermutlich den zurzeit noch verantwortlichen Managern vollkommen legitim, dass man

 

mal eben auf die Schnelle

 

die eigene holprige Leistungsbilanz verbessert.

 

Schon sehr lange hat die Deutsche Bahn das Kernproblem, dass die Auslastungen der so genannten

 

1. Klasse

 

weit unter 30% liegen, obwohl die Sitzreihen in der 1. Klasse statt mit vier Sitzen nur mit drei ausgestattet sind.

 

Der Preis für einen Bahn – Fahrschein der 1. Klasse ist immer um den Faktor 1,57 teurer als ein regulärer Fahrschein der so genannten 2. Klasse.

 

Zusätzliche Sonderangbote, wie zum Beispiel das Topsystem „Dauer – Spezial”, konnten die 1. Klassen – Probleme der Bahn nicht beseitigen.

 

Die Kosten für leere Sitzplätze in der 1. Klasse müssen somit immer auf alle umgelegt werden, so dass die Bürger, die sich nur einen Fahrschein der 2. Klasse leisten können, die Passagiere der 1. Klasse so zu sagen

 

„subventionieren”.

 

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2007 plant die

 

Deutsche Bahn

 

deshalb ausschließlich für 1. Klasse – Passagiere einen verbesserten Service anzubieten.

 

Der zuständige Projektleiter der Deutschen Bahn

 

Martin Brandenbusch

 

möchte die Auslastung der 1. Klasse um 10% steigern.

 

Zitat Brandenbusch:

„Mit dem neuen Angebot wollen wir erreichen,

dass die Gäste die 1. Klasse wieder stärker wahrnehmen”.

Zitat Ende.

 

Das verbesserte Konzept sieht vor, dass circa 200 neue Fahrgastbetreuer eingestellt werden, die sich dann „exklusiv” um die Fahrgäste der 1. Klasse bemühen sollen.

 

Angeblich hat die Deutsche Bahn mit einem Pilotversuch auf der Strecke Hamburg / Berlin „positive” Erfahrungen gesammelt.

 

Zitat Brandenbusch:

„Wir wollen künftig den Durchgangsverkehr von

Passagieren durch die 1. Klasse unterbinden, wenn sie kein entsprechendes Ticket haben.

 

Auch soll es den 2. Klasse – Passagieren nicht mehr möglich sein, die 1. Klasse – Waggons zu betreten, um dort beispielsweise die Toiletten aufzusuchen.

 

Natürlich ist dieses Vorhaben ein sensibles Thema.

Wir werden in unserer Kommunikation aber deutlich darstellen, dass es nur um Differenzierung der Fahrgastklassen geht, nicht aber um eine Diskriminierung der Fahrgäste”.

Zitat Ende.

 

Unsensibler und bürgerverachtender kann man rethorisch eigentlich kaum noch agieren.

 

Wer also zukünftig nur noch

 

2. Klasse – Passagier

 

ist und bei besetzten Toiletten seine Notdurft nicht verrichten kann, muss einfach nur noch leiden, denn die Verrichtung seiner Notdurft in der 1. Klasse könnte womöglich die Wahrnehmung eines 1. Klasse – Passagiers stören.

 

Zitat Brandenbusch:

„Ebenfalls verbessert werden soll das Angebot für Gäste der 1. Klasse in den DB Lounges an den Bahnhöfen Berlin, München, Hamburg und Köln.

In den DB Lounges wird es einen exklusiven Bereich geben, der den Inhabern eines 1. Klasse Fahrscheins vorbehalten ist.

So kann vermieden werden, dass der Business – Gast auf den vielfahrenden Studenten mit Rucksack treffe”.

Zitat Ende.

 

Das bedeutet im Klartext, dass der

 

vielfahrende Student oder der Berufspendler

 

mit den Kosten der 2. Klasse – Fahrscheine das „exklusive” Verhätscheln der 1. Klasse – Fahrgäste mitbezahlen muss.

 

Das ist dann die direkte Folge und

 

Dynamik

des

TurboKapitalismus

 

und der daraus folgenden Privatisierung von

 

deutschem Kollektiveigentum.

 

Für deutsche Bürger reicht nicht mehr das Erzählte -

für deutsche Bürger zählt nur noch das Erreichte.

 

 

 

DRSB,

 

Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

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