kommt nach der rentenluege jetzt die atomluege

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

Kommt nach der

Rentenlüge

jetzt die

Atomlüge?

Meerbusch, den 23. März 2006

 

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

 

 

Wir stehen erneut vor einer Energiekrise.

Viele Staaten setzen trotz der unabsehbaren Risiken immer noch auf neue Kernkraftwerke.

 

Auch in Deutschland wackelt der Konsens über den Atomausstieg.

Es war der große Kampf einer ganzen Generation.

 

Er begann vor mehr als 30 Jahren am Bauzaun des Kernkraftwerks im südbadischen Wyhl.

 

Der Kampf wurde weiter vor Verwaltungsgerichten und Wahlurnen ausgetragen und endete vor Jahren im Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Energiewirtschaft:

 

Kein neues Kernkraftwerk

darf in Deutschland mehr gebaut werden, die Laufzeit der bestehenden wird begrenzt.

Das letzte KKW soll 2021 vom Netz gehen.

 

Der große Kampf gegen

Kernkraft und Atomstaat

war der

Gründungsmythos der grünen Bewegung.

 

Es folgte der Ausstieg aus der Nuklearwirtschaft, mit einem ordentlich Bundesgesetz in dem alles geregelt wurde.

 

Dachte man jedenfalls bis heute.

 

Doch der Kampf ist nicht vorbei.

In der Politik ist nichts unumkehrbar,

 

sagt Klaus Rauscher, Vorstandschef des Energiekonzerns Vattenfall Europa.

 

Will sagen:

Das Atomgesetz, das den Ausstieg regelt,

kann auch wieder geändert werden.

 

Unsere Nachbarn in Frankreich wollen ältere Reaktoren durch neue ersetzen.

In Finnland entsteht ein Europäischer Druckwasserreaktor > EPR <.

 

Südafrika will einen so genannten Kugelhaufen- oder Hochtemperaturreaktor > HTR < errichten und in Süd- und Ostasien sind derzeit 20 Meiler im Bau und circa weitere 40 in der Planung.

 

Da stellt sich die Frage:

 

Was ist eigentlich Kernkraft und wie viel Stromanteil liefert die Kernkraft in Deutschland?

 

Der Brennstoff-Kreislauf

 

Als Rohstoff wird Uran benutzt, das durch die Kernspaltung Wärme erzeugt. Dabei schließen sich die verschiedenen Etappen der Versorgung und Entsorgung zu einem Brennstoff-Kreislauf:

 

Das natürlich radioaktive Uran kommt aus der Erde. Die bei der Kernenergienutzung entstehenden gefährlichen radioaktiven Abfälle werden schließlich wieder in die Erde zurück gebracht.

 

Starker Preisanstieg beim Uran

Auf dem Uranmarkt sind die Preise aufgrund steigender Nachfragen >< vor allem aus Asien >< in heftiger Bewegung.

 

Jahrelang dümpelte der Preis des Kernbrennstoffs unter

 

10,00 $ pro Pfund > 454 Gramm <

 

bevor er Anfang 2003 zu steigen begann.

 

Inzwischen kostet

 

ein Pfund 20,70 $

 

mehr als zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten 20 Jahren.

 

In den Kernkraftwerken in Deutschland arbeiten zurzeit circa

 

40 000 Mitarbeiter.

 

Die Kernkraft sichert maximal

11%

des Stromverbrauchs in Deutschland.

 

Nur alleine das Abschalten von so genannten

 

Stand-by-Geräten

 

würde alle Kernkraftwerke in Deutschland sofort überflüssig machen.

 

Rekordpreise für Öl und Benzin haben in den vergangenen Wochen das sehr gern verdrängte Energieproblem zurück ins öffentliche Bewusstsein gezwungen.

 

Schier unersättlich scheint der Energiehunger der Welt.

 

Allein seit

1960

hat sich der weltweite Energieverbrauch nahezu

 

verdreifacht.

 

Bis 2030 wird er nach sich ähnelnden Berechnungen der

 

Internationalen Energieagentur > IEA <

 

und der zuständigen EU- und US-Behörden um

 

weitere 70 Prozent

 

wachsen.

 

Der Ölgigant Shell wagt in einer Studie einen Blick bis ins Jahr 2050. Danach dürfte sich der globale Energiebedarf bis dahin verdoppelt oder sogar verdreifacht haben, je nach gewähltem Szenario.

 

Deutschland hat genug Ideen und Energie-Alternativen.

 

Die DRSB-Artikel:

 

Arbeitsplätze, Kohle und sichere Rente für alle

Kohleverflüssigung – das TOP-THEMA

 

vom 13. Februar 2006

und

vom 28. Februar 2006

 

Der Sprit, der niemals ausgeht

 

Sonnige Aussichten für

Autofahrer, Mieter und Hausbesitzer

 

 

zeigen sehr deutlich:

 

Deutschland ist von > Kernkraft, Erdöl- und Gas < unabhängig, wenn alternative Energien konsequent genutzt werden.

 

 

Da erscheint die Meldung der

 

Financial Times Deutschland

 

wie ein böses Märchen:

 

Umweltminister Sigmar Gabriel

 

soll für ältere deutsche Atomkraftwerke längere Laufzeiten zugesagt haben.

 

Der SPD-Politiker bestreitet das noch heftig, aber die > Financial Times Deutschland <

beruft sich auf eine Gesprächsnotiz des Verbands der Verbundunternehmen und regionalen

 

Energieversorger > VRE <.

 

Die Notiz beschreibe ein Gespräch drei Tage vor Weihnachten 2005 zwischen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und dem Chef von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher.

 

Bundesminister Glos berichtete von

 

Nachkoalitionsverhandlungen

 

an denen Bundesminister Gabriel, Dr. Lippold und Stiegler beteiligt gewesen seien.

 

Das soll womöglich in einer Notiz vom 21. Dezember 2005 festgehalten worden sein.

 

Bundesminister Gabriel habe zugesagt, die Übertragung von Reststrommengen mitzutragen.

 

Sigmar Gabriel

hätte damit längere Kraftwerks-Laufzeiten versprochen.

Die > Financial Times Deutschland < ist nach jahrlanger Presseauswertung dem

DRSB e.V. als seriöse Zeitung bekannt, die hervorragend recherchiert und äußert umsichtig Informationen behandelt.

 

Der DRSB-Artikel:

Viele kleine Zombies lenken uns

Unfähigkeit ist kein Abgrund des Bösen

Politiker, der schlimmste Feind der Bürger?

vom 07. Februar 2006

 

beschreibt eindrucksvoll eine mögliche Konfliktsituation des Bundestagsabgeordneten

 

Laurenz Meyer.

 

Nun war Sigmar Gabriel kein Mitarbeiter eines großen Energieriesen, hat aber als Ministerpräsident leidvoll erfahren müssen, dass eine politische Laufbahn schnell beendet sein kann.

 

Am Beispiel von Herrn Wolfgang Clement ist dann auch deutlich zu erkennen, dass so ein Energiekonzern nach der politischen Arbeit ein sicherer Heimathafen werden kann.


Bei der angeblichen Gabriel-Zusage geht es um eine Verlängerung der Laufzeiten für die

 

Atomkraftwerke Biblis A und Neckarwestheim I.

 

Die Unternehmen EnBW und RWE wollen beantragen, Reststrommengen von jüngeren Reaktoren auf die beiden Anlagen zu übertragen, um deren Abschaltung in dieser Legislaturperiode zu vermeiden.

Öffentlich hat Bundesminister

Sigmar Gabriel

eine solche Übertragung bisher immer abgelehnt.

 

Der Bundesminister kennt die Energie-Alternativen bestens, denn er beabsichtigt tatsächlich Kraftstoff der zweiten Generation voranzutreiben.

Dabei setzt Sigmar Gabriel auf den synthetischen Diesel

BTL >< Biomass to Liquid

Sprit aus Biomasse.

Jede neue Generation sollte selbstbewusst genug sein, sich nicht vorschreiben zu lassen, auf welche

Energieträger

sie zu setzen hat und auf welche nicht.

 

Eine größere Anzahl von neuen und krisensicheren Arbeitsplätzen ist im Bereich des Atomstroms nicht zu erwarten.

 

Die Erschließung von alternativen Energie-Spendern, aber auch die Kohleverflüssigung kann in Deutschland mehrere hundert Tausend krisensichere Arbeitsplätze schaffen.


In den Entwicklungs- und Schwellenländern wächst der Energiehunger oft sehr viel schneller als die Wirtschaft.

 

Chinas Bruttoinlandsprodukt legte in den ersten Monaten dieses Jahres gewaltig zu und der Ölverbrauch des Riesenreichs stieg gigantisch.

 

Ein Grund ist der enorme Energiebedarf, der entsteht, wenn einstige Bauernländer Stahlwerke, Straßen und Autofabriken errichten.

 

Ein anderer sind die Menschen in diesen Ländern, die nach ähnlichem Wohlstand wie dem in den saturierten Gesellschaften des Westens streben.

 

Auch sie sehnen sich nach Heizungen und Autos und elektrischem Licht.

 

Derzeit leben 2 Milliarden Menschen ohne Elektrizität,

4 Milliarden ohne Auto.

Noch immer stammen mehr als 80 Prozent der weltweit produzierten Energie aus fossilen Quellen:

 

Aus Öl, Gas und Kohle.

 

Die Reserven schrumpfen, und die Erschließung wird immer aufwendiger und teurer, die Nutzung schädigt das Weltklima und bedroht so die Lebensgrundlagen auf der Erde. Schon so, wie es jetzt ist, dürfte es nicht weitergehen

 

stattdessen wird es immer schlimmer.

 

Deutschland

hat somit allerbeste Chancen, für alternative Energien

Weltmarktführer

zu werden.

 

Kernenergie ist dafür nicht notwendig.

 

Und da stellt sich die Frage:

 

Hat er oder hat er nicht >< die Zusage gemacht?

 

Nach den sehr traurigen Erfahrungen mit Politiker-Aussagen zur deutschen Rente ist hoffentlich nicht zu erwarten, dass zur

Rentenlüge

nun auch noch die

Atomlüge

dazu kommt.

 

DRSB

Wir kämpfen seit 1988 für sinnvolle, lernfähige und sichere Rentensysteme sowie für dauerhafte Arbeitsplätze

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