Abstrakter Tod
Die Fortentwicklung der modernen Militärtechnologie bleibt nicht stehen. Vom Schießpulver bis zu Star Wars reicht heute die Palette der Waffensysteme. Wer sein Volk wirksam schützen möchte, wer seine Soldaten vor Verlusten bewahren möchte, der kann nicht auf der Stufe von Pfeil und Bogen stehen bleiben.
Morgens Terroristen in Mali oder Afghanistan abschießen, mittags in der Kantine Steak und Pommes essen und abends daheim in der Familie mit den Kindern spielen – „DAS“ alles ermöglichen die Kampfdrohnen.
Quasi die gefährliche Form der Computer – Kriegsspiele.
Eine Kampfdrohne ist als Angriffswaffe konzipiert und dient nicht karitativen Zwecken. Diese Militärtechnik lässt die Hemmschwellen des Tötens absinken und macht den Tod von Menschen zu einer abstrakten Veranstaltung. Es besteht natürlich die große Gefahr, dass unschuldige Zivilisten versehentlich getötet werden, denn das Bedienungspersonal der Kampfdrohen sitzt tausende Kilometer entfernt am Bedienungsmonitor. An den Bildschirmen müssen die Cyber – Soldaten in Sekunden die Entscheidung treffen:
Feind oder Freund – > töten oder leben lassen – > feuern oder nicht.
Die Kampfdrohnen für die Bundeswehr erhitzen völlig zu Recht die Gemüter in unserer Heimat. Aber – > wer deutsche Soldaten in Kriegseinsätze schickt, „DER“ muss auch für deren bestmöglichen Schutz sorgen. Ob und in welcher Form Kampfdrohen zur Bundeswehr passen, kann die Berliner Regierung auf der Basis des Rechtsstaates klären. Gemäß dem Grundgesetz hat die Bundeswehr noch immer einen klar definierten Verteidigungsauftrag. Schwer bewaffnete Kampfdrohnen sind das ideale Instrument zum Schutz unserer Soldaten in Auslandseinsätzen.
Man kann auf Dauer keine glaubwürdige internationale Sicherheitspolitik betreiben nach der kruden Ansicht:
Wasch mir den Pelz, aber mach mich bitte nicht nass!
Unsere Politiker und der Verteidigungsminister müssen verbindlich erklären, wie Kampfdrohnen im Ernstfall eingesetzt werden sollen. Vorher diese modernen Waffensysteme abzulehnen, ist der völlig falsche politische Weg. Es kommt darauf an, wie man Kampfdrohnen zum Schutz unserer Soldaten einsetzt möchte. Die gezielte, gewissenlose und inhumane Menschenjagd nach amerikanischem oder israelischem Muster dürfte bei der Bundeswehr auszuschließen sein. Einem vermutlichen Missbrauch stehen auf jedem Fall unbestritten Vorteile gegenüber, denn bei gefährlichen Feindkontakten sollten wir nicht leichtfertig das Leben unserer Soldaten aufs Spiel setzen.
