Artenschutz für Ratingagenturen?
Die drei größten amerikanischen Ratingagenturen Moody’s, S&P und Fitch könnten vermutlich recht bald vor Gericht landen. Den Ratingagenturen wird Betrug bei der Bewertung von strukturierten Papieren vorgeworfen.
Das hat eine mutige Richterin in New York entschieden. Grundlage sind die Bewertungen, die die vorgenannten für ein strukturiertes Papier namens
Rhinebridge
[ Rheinbrücke ]
abgegeben haben, das im Jahr 2007, zum Anfang der US – Finanz- und Wirtschaftskrise, spektakulär zusammenbrach. Die Verwaltung der strukturierten Papiere lag in den Händen der Düsseldorfer IKB Deutsche Industriebank, die zusammen mit Morgan Stanley im Oktober 2009 von zwei institutionellen Investoren, dem King County im amerikanischen Bundesstaat Washington und der Iowa Student Loan Liquidity Corporation, verklagt wurde.
Die Düsseldorfer Bank schloss bereits im vergangenen Jahr einen Vergleich, dessen Einzelheiten nicht veröffentlicht wurden. Richterin
Shira Scheindlin
vom Bezirksgericht in Manhattan entschied außerdem, dass sich Morgan Stanley, die maßgeblich an der Strukturierung des Investments beteiligt sein sollen, sich wegen Beihilfe zum Betrug verantworten muss. Andere Vorwürfe wies Scheindlin in ihrer getroffenen Entscheidung ab. Bei nachweisbarer Falschbewertung droht den Beteiligten eine hohe Strafe, denn in beiden Fällen verkündete die Richterin, die Ratingagenturen könnten zur Verantwortung gezogen werden, falls die Bewertung der Papiere falsch oder sogar irreführend waren.
In Europa kommt die Beurteilung dieser amerikanischen Ratingagenturen immer noch einem göttlichen Urteil gleich, selbst wenn undifferenziert und unsachlich nicht nachvollziehbare Bewertungen dabei heraus kommen. Bei uns gehen alle vor Ehrfurcht in die Knie, wenn die „großen“ amerikanischen Ratingagenturen ihr Urteil über das Wohl und Wehe von Europa und dem Euro fällen.
Wie lange wollen wir diesen Unsinn ohne Gegenwehr noch mitmachen?
Zuerst wurden Europa und die EU mit der Einführung des Euros von den USA auf eine einheitliche Linie getrimmt. Danach wurden alle europäischen Staaten von den amerikanischen Ratingagenturen mit den möglicherweise total falschen Euro – Bewertungen gejagt. Nun hat die mutige Richterin
Shira Scheindlin
vorläufig den Artenschutz für amerikanische Ratingagenturen aufgehoben.
Zitat aus der Einschätzung der Richterin:
Die Kläger müssen Beweise vorlegen, dass die Ratingagentur eine Bewertung abgegeben hat, von der sie wusste, dass sie nicht durch Tatsachen oder Analysen gestützt wurde – dass die Ratingagentur praktisch eine Restaurantkritik abgab ohne jemals in dem Restaurant gegessen zu haben.
Zitat Ende.

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