DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Heinrich Sternemann ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 04. November 2009
Die Börsen
Marktplatz für Zocker und Zyniker?
In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts expandierte das Universum der Boulevardpresse, der Fachjournale und der privaten Fernsehsender in unserer Heimat.
Zunächst freuten sich die Menschen über die Vielfalt der Medienangebote, bis sie langsam merkten, dass diese Vielfalt den aufklärenden Journalismus gierig verschlingt und schon bald völlig vernichtet haben wird.
Denn Zeitungen, Zeitschriften, Fachmagazine oder Fernsehsender, die sich aufklärend an die Tatsachen halten, haben wesentlich geringere Auflagen oder Einschaltquoten als Medienprodukte mit weniger skrupelhaften Maßstäben.
Berichte vermehren sich besser und schneller, die sich gut verkaufen lassen und für die gewisse Wirtschaftsunternehmen bereitwillig Millionen Euro springen lassen.
Die Menschen in unserer Heimat erleben dies besonders bei der neuen Generation der Privatfernsehsender und bei Fachmagazinen, die im zunehmenden Maße manipulierende Nachrichtensendungen, Informationsprogramme und Fachartikel penetrant unter die Menschen in unserer Heimat streuen.
Bedauerlicherweise gibt es unter der riesigen Seher- und Leserschaft noch viele Menschen, die diese Nachrichten, Meldungen und vorgeblich Fachartikel für bare Münze nehmen, weil sie fest daran glauben, dass die Zeitschriften oder die Fernsehsender „Unwahrheiten” weder drucken noch vermelden dürften.
In Wirklichkeit sind sie
gezielter Manipulation bereits seit Jahren
auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
Denn die hohe Kunst manipulierenden Unsinn zu entlarven, beherrschen nur wenige, obwohl der Wunsch in der deutschen Bevölkerung mächtig wächst, Unwahrheiten zu enttarnen.
Was wäre es doch für ein tolles Gefühl und auch Erleichterung, wenn es gelingen würde, alle Zweifel zuverlässig beseitigen zu können.
Stattdessen greifen Privatfernsehsender und Fachmagazine die Leichtgläubigkeit der Gutgläubigen auf und verabreichen ihnen das tägliche Quantum an Fehlinformationen.
Nun kann niemand völlig offen oder absolut skeptisch sein, so dass irgendwo natürliche Grenzen gezogen werden.
Ein recht altes deutsches Sprichwort sagt:
„Lieber zu leichtgläubig als zu skeptisch”.
Doch im 18. Jahrhundert entsprang diese Empfehlung einer eher konservativen Gesellschaft, in der die moralische Stabilität einen viel höheren Wert darstellte als die Freiheit der Börsen.
Verantwortungsbewusste, grundlegende, rigorose Skepsis verlangt nach einer knallharten Denkweise, die der DRSB e.V. in seinen Artikeln und Aufsätzen als Regelmaßstab anlegt.
Ohne eine unglaubliche Verkettung historischer Ereignisse mit manipulativen Wirtschaftsmeldungen, wären in unserer Heimat der Rausch an der Börse und der Drang nach Aktienbesitz völlig undenkbar geblieben.
Eine obskure Regel an der Börse in London warnt:
„Jedesmal, wenn ein Wilderer seine Beute aufspürt,
bedient er sich dabei einer sorgfältigen Beobachtung und
einer Genauigkeit des induktiven und deduktiven Denkens,
um reichlich Profite zu machen”.
Lässt man die vergangenen 10 Jahre noch einmal Revue passieren und beleuchtet die ständigen Wirtschaftsskandale in den USA, in Europa und in unserer Heimat, dann erscheint es plötzlich den meisten Menschen ganz abwegig, dass sie jemals in Aktien oder Fondsanlagen ihr sauer Erspartes angelegt haben oder anlegen wollten.
Der blanke Zynismus und die Skrupellosigkeit der selbsternannten Finanzberater oder Finanzoptimierer in der so genannten New Economy belegte bereits, wie vielen kleinen Anlegern das Geld mit äußerst fragwürdigen Luftnummern aus der Tasche gezogen werden konnte.
Bedingt durch die US – Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich mittlerweile die Verhältnisse zugespitzt, obwohl Zeitungen, Zeitschriften, Fachmagazine oder einschlägig bekannte Fernsehsender bereits täglich wieder den totalen Aufschwung
und die völlige Besserung verkünden.
Selbst öffentliche – rechtliche Sender wie ARD und ZDF stellen nach wie vor beste Sendezeiten [ meist vor den Tagesnachrichten ] für inhaltloses und unsinniges Börsengeplappere zur Verfügung.
Was bei einigen Privatsendern bereits quasi zur einzigen Hauptbetätigung mutierte, erhält durch ARD und ZDF den Ritterschlag.
Erinnern wir uns die Londoner Börsenregel:
„Jedesmal, wenn ein Wilderer seine Beute aufspürt,
bedient er sich dabei einer sorgfältigen Beobachtung und
einer Genauigkeit des induktiven und deduktiven Denkens,
um reichlich Profite zu machen”.
Warnsignale gab und gibt es jederzeit genug, man muss sie nur wahrnehmen und wahrhaben wollen.
Bereits wenige Monate nach den verabscheuungswürdigen Anschlägen in New York, stürzte die Wirtschaft der USA ausschließlich durch die eigene Schuld in den wirtschaftlichen Abgrund.
Zum Beispiel die Wirtschaftsdesaster von
Enron oder Worldcom
waren hausgemachte Gierfehler der Manager und hatten mit dem 11. September 2001 nicht das Geringste zu tun.
Bis heute vergeht kaum einmal eine Woche, ohne einen neuen Bilanzskandal von börsennotierten Gesellschaften.
Die Merkmale sind immer die gleichen:
Die Umsätze werden künstlich angereichert und aufgebläht und statt satter Gewinne tauchen quasi, wie der Phoenix aus der Asche, gigantische Verluste in den Bilanzen der Betroffenen auf.
Oh Wunder, welch ein Schreck das Geld ist weg!
Am überraschtesten sind immer die Banker, Analysten sowie die vielen tausend selbsternannten Finanzberater oder Finanzoptimierer, die von alle dem nichts gewusst haben wollen.
Auf solche Spezialisten kann nur zutreffen:
„Entweder blind und taub oder völlig unfähig”.
Denn das kriminelle Wirtschaftsprüfer willfährig Testate frisieren und die so genannten Managereliten kräftig in die eigenen Taschen wirtschaften, dürfte doch auch bei uns kein großes Geheimnis mehr sein.
Gier gepaart mit völliger Unfähigkeit
ist doch nicht das privilegierte Phänomen der vorgeblichen Managereliten in den USA.
Die angerichteten Schäden beschränken sich bedauerlicherweise nicht nur auf die Mitarbeiter und Aktionäre der vom Untergang bedrohten Unternehmen, sondern in den USA und in unserer Heimat besonders auf die aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher.
Zum Beispiel verloren die so genannten
Worldcom – Rentner
durch den Absturz der Aktien von heute auf morgen geschätzte
1,4 Milliarden US – Dollar.
Das bedeutet für über 97% von ihnen entweder Abrutschen in die Altersarmut oder einen neuen Job suchen.
Im Alter von 63 bis 70 Jahren
dürfte so ein Unterfangen selbst in Westeuropa
schwierig werden.
Entsprechend drakonisch war das Strafmaß für den verantwortungslosen
Worldcom – Chef Ebbers,
den ein US – Gericht für die nächsten 25 Jahre das Atmen von gesiebter Luft verordnete.
Der erschreckende Präzedenzfall von
Worldcom
zeigt, dass die Zukunft von Unternehmen nicht mehr von guten Produkten, deren Qualität und soliden Vermarktung abhing oder abhängt, sondern ausschließlich von den so dargestellten
„fantastischen Business – Storys”,
die von willfährigen
Bezahlschreibern und Bezahljournalisten
von Zeitungen, Zeitschriften, Fachmagazine oder Fernsehsender nach besten Kräften
in die Welt posaunt wurden und noch immer werden.
Mit ihrem mondänen und arroganten Auftreten bieten noch heute die Banker und Analysten ein gefährliches Zerrbild des modernen Kapitalisten und bieten kostenlos
täglich willkommenes Anschauungsmaterial in allen Medien für die Kritiker, Gegner und Feinde dieses Systems.
Denn wer möglicherweise vorsätzlich Werte vernichtet, Existenzen zerstört und sichere Arbeitsplätze pulverisiert, sollte sich über die Folgeschäden nicht wundern.
Wobei der Begriff
„Werte vernichten”
eigentlich eine nicht zutreffende Aussage ist, denn das Geld der Kleinanleger verschwindet ja nicht wie von Zauberhand vor den Augen der Aktionäre, sondern es gelangt durch die Katalisierung an den Börsen lediglich in andere Hände.
Dies geschieht noch heute mit der Hilfe von willfährigen Banken und natürlich unter der Aufsicht der Börse.
Die Spielregeln sind immer noch so wie vor Jahren:
Die weltweit führenden
Kapitaleigner, Emissionsbanken, Broker
sowie
Analysten
und die so genannten
Börsenjournalisten,
die vorab sehr großzügig beteiligt werden, sind in diesen teuflischen Szenarien die einzigen Gewinner.
Die gutgläubigen Kleinanleger
sind in diesem perversen und bösen Machtspiel um das Geld nichts anderes als
Kanonenfutter.
Immer häufiger taucht deshalb überall die Frage auf:
Wie können wir in dieser Betrüger – Wirtschaft überleben?
Die Antwort ist genauso einfach wie auch wirksam:
Geld ist das Treibmittel für den Marktplatz der Börse.
Wer Zockern und Zynikern
kein Geld mehr gibt, trocknet den Sumpf aus.
Wer Aktienanlagen und Fondsanlagen
meidet, geht kein unkalkulierbares Risiko ein.
Ohnehin nehmen die
Akzeptanz und die Reputation
der vorgenannten Geldanlagemöglichkeiten seit dem Ausbruch der US – Finanz- und Wirtschaftskrise enorm ab.
Die Börsen- und Bilanzskandale liefern frei Haus den Beleg für die DRSB – These, dass die Finanz- und Vermarktungskonzepte der Börsen nichts anderes sind als ein wunderbarer Anreiz für besonders geldgierige Kapitalisten, sich ungeniert und unkontrolliert auf Kosten der Beschäftigten, der Kleinanleger und dem Kollektiv der Gesellschaft zu bereichern.
Trotzdem wirbt die Propagandamaschinerie der Finanzwirtschaft um weiteres frisches Geld für die Börse.
Ungebremst werden noch immer die Menschen in unserer Heimat durch Banken, Fondsgesellschaften sowie durch selbsternannte Finanzberater, Finanzoptimierer oder neuerdings auch von Pseudo – Honorarberatern mit der kräftigen Unterstützung der Medien
reich gerechnet und arm gemacht.
Die US – Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Menschen gezeigt, dass es beim Anlegerschutz in Deutschland und auch im Rest von Europa gewaltige Lücken gibt.
DRSB
Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
