DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Der Scheinriese!
Sind die
USA
den Herausforderungen der Globalisierung nicht mehr gewachsen?
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Heinrich Sternemann
Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 29. Januar 2007
König Alfons der Viertelvorzwölfte
regiert bekanntlich die Insel Lummerland auf der auch
Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
im Marionetten – Land der Augsburger Puppenkiste leben.
Aus Platzgründen mussten beide ihre Insel verlassen. Ihr Weg führt sie nach China. Dort trafen sie den Scheinriesen
Tur – Tur.
Der war zwar real so groß wie jede andere Figur.
Wenn man sich von ihm entfernte,
schien er allerdings größer zu werden.
Die Geschichte von Michael Ende zeigt durchaus Parallelen zur Gegenwart, die verblüffen können.
Glaubt man unkritisch den Äußerungen der US – Führer
George Walker Bush und Condoleezza Rice
so ist aus der Distanz betrachtet die USA eine schwer besiegbare
Hyper - Mega - Macht.
Bei Bush ist diese Einstellung nicht verwunderlich, bei der sehr gebildeten Akademikerin Rice allerdings überrascht diese Sichtweise.
Gerade Condoleezza Rice sollte sich doch vergegenwärtigen können, dass die USA seit dem
Vietnam – Debakel
weltweit serienweise extrem demütigende Rückschläge einstecken musste.
Täglich zum Beispiel scheitert kläglich die hochgerüstete
US – Army
im Irak am ausgeprägten und fanatischen Widerstandswillen der Jihadisten.
Die von den USA gestützte israelische Offensive gegen die Hizbollah – Freischärler im Libanon war nach der Ansicht vieler Militärexperten nichts anderes als eine Art
Generalprobe für eine US - Großoffensive
gegen die
Islamische Republik Iran,
denn sie hatte alle Merkmale eines so genannten Stellvertreterkrieges.
Die gefürchteten israelischen Streitkräfte auf hebräisch
Tzahal
Tzwa haHagana leJira’el
genannt waren nicht in der Lage mit geschätzten 30 000 Soldaten circa
2000 Hizbollah – Freischärler
in Schach zu halten oder gar zu besiegen.
Die Infanterie mit mehr als 400 Panzerfahrzeugen, darunter auch die angeblich unverwundbaren israelischen
Merkava 4 Panzer,
wurden reihenweise abgeschossen wie Hasen auf dem Feld.
In der deutschen „Medienlandschaft” wurde vermutlich vorsorglich darüber nicht berichtet.
Selbst die
US – Megabomben
>>> Bunker Buster <<<
blieben nahezu wirkungslos und hinterließen, wie eigentlich immer, schwerste, leider so genannte
>>> Kollateralschäden <<<
die nicht zu einer Schwächung der Hizbollah, sondern zu deren moralischen Stärkung führten.
Durch die militärische Aktion bewies selbst die hervorragend geführte israelische Armee, dass sie eine notwendige psychologische Umstellung auf die veränderten Bedingungen eines
asymmetrischen Krieges
in keiner Weise vollzogen hat.
Deshalb muss an dieser Stelle die Frage erlaubt sein:
Können die „USA” mit ihrer
mega – hoch – gerüsteten Armee
überhaupt noch einen sinnvollen Beitrag zur
Verteidigung Europas
erbringen?
Wenn nicht, und vieles sieht danach aus, sollten die Europäer, und hier besonders die Deutschen, den
USA
für >>> „Kriegsabenteuer” <<< gegen islamische Staaten keinerlei weitere Hilfe mehr zukommen lassen.
Denn diese Hilfe kostet nicht nur unschuldige Menschenleben sondern auch unnütz Steuergelder, die dann hauptsächlich von deutschen Bürgern erbracht werden müssen und an anderer Stelle fehlen.
Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die Amerikaner, wenn die kriegerschen Handlungen der USA in
islamischen Staaten
im Desaster enden,
>>> und davon ist auszugehen <<<
immer noch durch zwei Ozeane von mehr als
einer Milliarde Muslimen
getrennt leben.
Wir Europäer leben aber in
direkter Nachbarschaft
mit
islamischen Staaten.
Eine distanzierte und differenzierte Betrachtung der Gesamtsituation wäre für unsere Politiker deshalb sinnvoll, nützlich und eigentlich unumgänglich.
Eine Durchleuchtung der ökonomischen Potenz der USA lässt ebenso sehr schnell das Bild einer
Schein – Riesen – Wirtschaft
entstehen.
Während die US – Autokonzerne auf der größten Pkw - Messe der USA, der
Detroit - Auto - Show,
in der immer noch so dargestellten
Branchen - Metropole Detroit
( 07. bis 21. Januar 2007 )
ihre Großtaten bejubelten, ist am US – Auto – Markt noch lange kein Aufschwung in Sicht.
Chrysler hängt schon lange am Tropf von Mercedes!
GM General Motors belastet die Pensionszahlungen aus dem operativen Geschäft immer mehr!
Ford verhandelt bereits mit Toyota für eine Übernahme, damit der
gesunde Konzern Toyota
ein kurzes Überleben von Ford sichern kann!
GM verlor bereits den Kampf mit Toyota um den Titel des größten Autoherstellers weltweit.
Die US – Blechkisten und Benzinfresser sind nicht mehr gefragt!
Die Autokrise und die Ölknappheit machen den US – Herstellern schwer zu schaffen, die bis heute nicht gelernt haben, auch nur einigermaßen sparsame Motoren zu bauen.
Branchenexperten aber auch viele Bankanalysten erwarten einen deutlichen Rückgang der Marktanteile der US – Konzerne.
Eine kurzfristige Besserung im Jahr 2007 scheint nicht in Sicht.
Die japanischen und deutschen Automobile dagegen befinden sich weiter auf der Überholspur.
Offensichtlich erkennen immer mehr amerikanische Bürger den Vorteil von Qualität.
Zusätzlich kränkelt seit Jahren die internationale Wettbewerbsfähigkeit der USA, wie ein Vergleich der US- und EU Handelsbilanzen ganz klar zeigt.
Die untersuchte Makrokette
>>> hoher Konsum <<<,
>>> niedriges Sparen <<<,
>>> niedrigere Investitionstätigkeit <<<,
>>> zurückbleibendes Produktivitätswachstum <<<
haben negative Konsequenzen für die außenwirtschaftliche US – Wettbewerbsfähigkeit.
Ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Messung ist die Handelsbilanz.
Hier wird dokumentiert, in welchem Maße ein Land überhaupt operativ fähig ist, Exporte an den Rest der Welt zu liefern, und in welchem Maße es von Importen abhängig ist.
Die Handelsbilanz umfasst beide Ströme, soweit es sich um den Ex- und Import von Waren handelt.
Der Niedergang der Wettbewerbsfähigkeit der USA auf den Weltmärkten am Beispiel der Jahre 1997 bis 2002:
>>> USA hat Exportdefizite <<<
Europa hingegen Exportüberschüsse
Quelle:
Europäische Zentralbank >< Bureau of Economic Analysis >< MacA – Berechnungen
in Mrd. $ |
USA |
Europa |
|
|
|
1997 |
- 198,1 |
132,0 |
|
|
|
1998 |
- 246,7 |
122,2 |
|
|
|
1999 |
- 346,0 |
80,7 |
|
|
|
2000 |
- 452,4 |
29,2 |
|
|
|
2001 |
- 427,2 |
76,9 |
|
|
|
2002 |
- 484,4 |
125,5 |
In der Zahlungsbilanz müssen sowohl in Europa als auch in den USA immer wieder Korrekturen vorgenommen werden.
Sie betreffen auch weiter zurückliegende Zeiträume. Die DRSB - Leser sollten sich davon nicht irritieren lassen.
Die Werte aus 2002 unterstreichen zudem erschreckend die alarmierende Tendenz:
Das Exportdefizit stieg von - 427,2 Mrd. $ in 2001 um weitere 13,4 % auf
- 484,4 Mrd. $
im Jahr 2002 an.
Das belegt erneut die erstmals in 1998 aufgestellte These, dass die operative Basis der amerikanischen Wirtschaft stark kränkelt.
In den außenwirtschaftlichen Austausch zwischen den USA und dem Rest der Welt gehen alle wirtschaftlichen Bedingungen ein, sowohl sämtliche amerikanische binnenwirtschaftliche als auch die in allen anderen Ländern.
Die USA erleben einen tief greifenden Niedergang ihrer internationalen Konkurrenzfähigkeit auf den Weltmärkten.
Darüber kann das kräftige binnenwirtschaftliche Wachstum nicht hinwegtäuschen.
Das US - Handelsbilanzdefizit
baut sich jetzt mehr als 30 Jahre lang auf.
Und es besteht weltweit kein Zweifel:
Das US - Handelsbilanzdefizit
ist struktureller und nicht konjunktureller Natur.
Ölimporte zum Beispiel schlagen in den USA volkswirtschaftlich ganz anders zu Buche als in anderen hoch entwickelten Volkswirtschaften.
US – Ölimporte stellen nämlich auch den größten Minusposten in der Handelsbilanz dar.
Die extensive Lebensweise, mangelhafte Isolierung von Gebäuden, Einsatz von Klimaanlagen bei offenen Türen, spritfressende Autos, das alles hinterlässt tiefe Spuren.
Dies führt schon seit Jahren dazu, dass die einheimische Produktion, das Sozialprodukt, die Leistungen der US – Wirtschaft nicht ausreichen, um die Importe bezahlen zu können.
Was aber sind die
direkten Auswirkungen auf Europa
und
hier insbesondere auf
Deutschland?
Nehmen wir einmal das Beispiel der Firma
Airbus.
Der Gesellschaft gelang es in nur 10 Jahren, die Konkurrenten von Boeing auf dem Weltmarkt auszustechen.
Auch die
chinesischen Fluglinien
schätzen die Qualität und Zuverlässigkeit der
Airbus – Flugzeuge.
Trotzdem orderten die Chinesen im Jahr 2006 riesige Mengen von Boeing – Maschinen.
Was war der Auslöser?
Wollen die Chinesen keinen Airbus mehr?
Hat die Qualität nachgelassen?
Die Antwort ist ebenso einfach wie verblüffend:
Die USA sind in den letzten 4 Jahren gegenüber China in ein enormes Handelsdefizit hineingeruscht.
Dieses Handelsdefizit wächst stetig von Monat zu Monat und belastet die Handelsbeziehungen.
Da die Chinesen zwischenzeitlich viele Warengruppen selbst produzieren, haben die Amerikaner kaum noch die Möglichkeit, vernünftige und qualitativ gute Waren nach China zu liefern.
Letztendlich bleiben nur noch die
Flugzeuge von Boeing
übrig, damit ein „minimaler” kommerzieller Ausgleich geschaffen werden kann.
Ja, nur mit Coca – Cola und Fast – Food ist auf Dauer kein echtes Geschäft zu machen.
Für Deutschland
bedeutet das Kränkeln unserer
„lieben US - Freunde”
aber Arbeitsplatzverluste bei Airbus
und höhere Subventionen durch noch mehr Steuergelder!
Antiamerikanisch eingestellte Medien oder Journalisten beschreiben immer häufiger mit
Genugtuung und Häme
das ständige Versagen der USA in den globalisierten Märkten.
Diese Art der Betrachtung erscheint dem
DRSB e.V.
generell als zu simpel und unrichtig.
Wir sollten uns aber in Europa möglichst schnell darüber Gedanken machen, wie wir uns andere und bessere langfristige und leistungsfähige Handelspartner erschließen.
Denn die
USA
sind auf Dauer den Herausforderungen der Globalisierung nicht mehr gewachsen!
DRSB
Nichts ist mächtiger als eine
Idee,
deren Zeit gekommen ist.
Wir kämpfen seit 19 Jahren mit der
Stimme der Demokratie
für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU,
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sichere, leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
sinnvolle, lernfähige Rentensysteme.