Das Wort am Sonntag / Übertriebene Angst vor Altersarmut?

Übertriebene Angst vor Altersarmut?

 

Seit 1989 berichtet der DRSB in regelmäßigen Abständen über die zunehmende Kinder-, Alters- und Flächenarmut. Bis zum Jahr 2006 ignorierten deutsche Volksvertreter, Parteien und Medien die deutlich erkennbar steigenden Zahlen der Kinder-, Alters- und Flächenarmut. Bereits in den diversen Umfragen von 1991 bis 2001 fürchtete jeder zweite Deutsche einmal davon betroffen zu sein. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 -> wissen immer mehr Deutsche -> was auf sie im Alter wartet. Ab Januar 2005 musste in Deutschland Arbeitslosengeld II -> im Volksmund nur Hartz IV genannt -> bezogen werden. Seitdem sind Millionen Deutsche gezwungen den bitteren Gang zu den sogenannten Job-Centern anzutreten. Man muss das Ersparte für den Ruhestand aufbrauchen und Wohnungseigentum sowie Fahrzeuge verkaufen -> um davon zunächst seinen Unterhalt zu bestreiten. Deutsche Volksvertreter, Parteien und Medien scheinen die Zurückgelassenen -> die aus unserer Gesellschaft Ausgestoßenen vollkommen zu verdrängen. Abfällig, diffamierend und in den meisten Fällen diskreditierend wird noch immer über Hartz-IV-Empfänger in deutschen Medien berichtet. Rhetorische Wortspielerei in den Medien -> wie zum Beispiel SOZIAL-SCHMAROTZER, ABDROHNER oder ALIMENTIEREN -> versuchen den Eindruck zu vermitteln, dass alle Hartz-IV-Empfänger untauglich sind an unserer Gesellschaft Anteil zu haben. Während unsere von deutschen Volk gewählten Volksvertreter seelenruhig den Ausverkauf unserer Heimat betreiben. Standards für die Sozialsysteme werden quasi systematisch abgebaut und die rechtlichen Grundlagen zur totalen Ausbeutung von Arbeitern und Angestellten ständig erweitert. Deutsche Medienvertreter fragen hinterlistig und ketzerisch:

Haben Sie auch Angst vor dem Alter?

Um danach sofort zu verkünden -> dass Kinder-, Alters- und Flächenarmut kein Massenphänomen werden kann. Und die Furcht davor ist aus der Sicht vieler Journalisten „natürlich“ vollkommen übertrieben. Seriöse Warner vor einem gesellschaftlichen Desaster macht man in Printmedien, Radio und TV systematisch nieder und versucht sie als lächerlich und unglaubwürdig hinzustellen. Einige Medienvertreter gehen sogar so weit und behaupten -> dass die geplante Rentenreform der GroKo den wirklich Armen nichts nützen wird. Und damit haben sie auch noch Recht! Denn nicht erst seit dem Agieren des CDUlers Norbert Blüm wurde an der gesetzlichen Rentenversicherung -> kurz GRV genannt -> laienhaft herumgeschraubt. Kontinuierlich wurde das Rentenniveau heruntergerechnet. Zieht man den Riester-Faktor in Höhe von 4% von der GRV ab -> dann werden zukünftige Rentenbezieher noch mit maximal 39% von ihrem ehemaligen Nettoverdienst rechnen dürfen. Die vom DRSB seit 1988 geforderten Maßnahmen zur Stabilisierung der GRV ->

ALLE von ALLEM für ALLE ->

wurden bisher von der Mehrheit der gewählten Volksvertreter kaum beachtet. Heute liegt das Rentenniveau in den wenigsten Fällen noch bei 47,8% und soll bis zum Jahr 2045 schrittweise auf 41,6% abgesenkt werden. Das heißt im Klartext. Zukünftige Rentenbezieher können ab 2045 nur noch mit einem Rentenniveau von 34% bis maximal 37,6 rechnen.

Wenn „so“ etwas keine politisch gewollte Verarmung ist!

Was dann?

Alle gewählten Volksvertreter in den sogenannten ETABLIERTEN DEUTSCHEN PARTEIEN müsste schon seit Jahren diese Entwicklung bekannt sein. Deshalb beabsichtigen -> vermeintlich -> die sogenannten ETABLIERTEN DEUTSCHEN PARTEIEN diese brandgefährliche Entwicklung zu stoppen. Man möchte das derzeitig geringe Niveau einfrieren und spricht vor der kommenden Bundestagswahl in 2017 -> wieder einmal davon -> das Rentenniveau der GRV zu erhöhen. Aber -> ohne kräftige und regelmäßige Beitragseinzahlungen in die GRV wird es nicht gelingen. Aus diesem Grund lohnt sich einmal ein tieferer Blick auf die Entwicklung von Altersrenten und Beamtenpensionen in unserem Land.

Wie steht es tatsächlich um die GRV?

Den meisten aktuellen Rentenbeziehern geht es gut. Das verkündet unsere Bundesregierung in regelmäßigen Abständen. Ein typisches Statement der GroKo und der ETABLIERTEN DEUTSCHEN PARTEIEN. Die Kernfrage ist nur:

Wie lange noch?

Fragen und Antworten zum Themenkreis GRV und zur materiellen Lage der aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher muss jede Bundesregierung beantworten. Und das machen unsere Regierungsvertreter auch. Im aktuellen Entwurf des sogenannten Alterssicherungsberichts heißt es ->

Die heutige Rentnergeneration ist überwiegend gut versorgt.

Auf den rund 250 Seiten nennt das Sozialministerium natürlich auch, welche Probleme es noch immer gibt. Damit hat man reichlich Diskussionsstoff für die kommenden Rentendebatten geliefert. Die vermeintlichen Fachleute aus CDU, CSU und SPD treffen sich in zeitlichen Abständen, um darüber zu beraten, welche Rentenreformen man noch bis zur Bundestagswahl auf den Weg bringen möchte. Heute schon beginnt man mit den Verschleierungen und Vertuschungen der zukünftigen Entwicklung in der GRV. Weder CDU, CSU noch die SPD wollen das rund 60 Millionen umfassende Wählerpotential verärgern oder verängstigen. Man jongliert wieder mit Zahlen und Statistiken, um von den tatsächlichen Problemen gezielt abzulenken. Denn nach der groben Einschätzung des Sozialministeriums geht es den aktuellen Rentenbeziehern „noch“ vergleichsweise gut.

Vergleichsweise noch gut?

Mit WEM oder WAS oder mit WELCHEM LAND möchte man sich vergleichen? Ein Vergleich mit jedem Entwicklungsland fällt immer POSITIV aus. Aber -> ein Vergleich mit der Schweiz oder Dänemark wird unsere GRV schon sehr ALT aussehen lassen. Derzeit beziehen etwas mehr als 3% der über 65-Jährigen Leistungen aus der sogenannten Grundsicherung. Gemäß dem Alterssicherungsbericht lag das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen bei älteren Ehepaaren in 2015 bei 2543,00 Euro im Monat. Bei den Alleinstehenden waren es 1472,00 Euro. Männer sind dabei deutlich besser abgesichert. Sie verfügten im Jahr 2015 über 124% des Durchschnittseinkommens aller Personen. Das sind nach Adam Riese -> 1614,00 Euro. Deutsche Frauen kamen jedoch nur noch auf 81%. Das sind nach Adam Riese -> 1420,00 Euro. Denn Frauen in den unteren Einkommensbereichen stellen den größten Anteil -> 61%. Auch der noch immer herrschende Einkommensunterschied zwischen Ost und West spielt zukünftig in der GRV eine gravierende entscheidende Rolle. Denn die möglichen Alterseinkünfte im Osten liegen im Durchschnitt noch immer deutlich unter dem Niveau im Westen. Beispielsweise hatte ein Ehepaar in Westdeutschland 2611,00 Euro im Monat zur Verfügung. In Ostdeutschland waren es nur 2260,00 Euro.

Satte 350,00 Euro weniger.

Auch wenn man auf die Verteilung der Einkommen schaut, erkennt man sofort extrem deutliche Unterschiede. In ganz Ostdeutschland sind sehr niedrige und sehr hohe Einkommen seltener anzutreffen. Viele Einkommen bewegen sich im Mittelwert auf niedrigen Level. In Westdeutschland gibt es klare Unterschiede zwischen sehr niedrigen und sehr hohen Alterseinkünften.

WEM geht es also GUT oder SEHR GUT?

 Und WER muss jeden Euro-Cent mindestens dreimal umdrehen?

Vergleichsweise gut oder sehr gut geht es den meisten Beamten. Die durchschnittlichen Pensionsbezüge von Bundesbeamten oder Richtern liegen laut Alterssicherungsbericht bei 3070,00 Euro für männliche Personen. Weibliche Personen liegen bei 2640,00 Euro. Die vorgenannten Zahlen lassen sich auch auf die Landesebene sowie auf Kommunen übertragen. Bei Beamten-Pensionen muss man fairerweise berücksichtigen, dass es sich hier um Bruttobezüge handelt. Davon müssen die Beiträge zur Kranken- und zur Pflegeversicherung entrichtet werden. Nichtsdestowenigertrotz können aktuelle Rentenbezieher von solchen Werten nur träumen, denn Beamte beziehen bekanntlich 71% von ihren letzten Bezügen 6 Monate vor dem Ruhestand -> als Pension. Bei den ehemals Selbständigen und Freiberuflern sind die Alterseinkünfte extrem ungleich verteilt. Nicht einmal jeder Zehnte kann im Ruhestand über mehr als 3000,00 Euro im Monat verfügen. Schon knapp die Hälfte der ehemals selbständig Tätigen hat ein Alterseinkommen von deutlich unter 1000,00 Euro im Monat. Diejenigen, die im Ruhestand auf Grundsicherung angewiesen sind, nehmen bei Selbstständige einen vergleichsweise hohen Anteil ein. Aber -> genau DAS gilt auch im besonders hohen Maße für Langzeitarbeitslose und Deutsche ohne abgeschlossene Ausbildung -> die sogenannten Billig-Jobber. Ergo -> klar erkennbar für Geringverdiener, Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Empfänger -> die noch nie zusätzlich fürs Alter sparen konnten -> weil dazu das Geld fehlt -> droht nach den Prognosen des Sozialministeriums die Altersarmut. In den kommenden Jahren soll das Versorgungsniveau ohne zusätzliche private Altersvorsorge weiter deutlich zurückgehen.

Doch wer soll mit NULL PROZENT Zinsen noch Spargewinne erzielen?

Hinzu kommt die Verschlechterung der Renditen bei Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenmodellen. Einmal völlig abgesehen von der staatlich verordneten Geldvernichtung durch den anhaltenden Riester-Wahn. Wer also ein sehr niedriges monatliches Einkommen zu erwarten hat -> der kann nirgends gefahrlos fürs Alter versorgen. Darauf hat der DRSB nun schon seit 29 Jahren hingewiesen und praktikable private Rentensysteme vorgestellt und vor den hohen Risiken bei Aktien und Fondsanlagen regelmäßig gewarnt. Selbst durch die Betriebsrenten -> so bezeichnete bAV -> lässt sich eine Alters- und Flächenarmut nicht mehr verhindern.

Ist die zunehmende Angst vor der Altersarmut also übertrieben?

Eindeutig: NEIN!

Besonders für Geringverdienende, Hartz-IV-Empfänger und Leiharbeiter ist die Altersarmut ein ernst zunehmendes Risiko. Alleine von den grob geschätzten 4,5 Millionen Geringverdienern -> Deutsche mit einem Bruttolohn unter 1500,00 Euro im Monat -> haben über die Hälfte weder eine betriebliche Altersversorgung Betriebsrente noch einen Riester-Vertrag.

Wie auch?

Billig-Jobbern oder Leiharbeitern wird kaum noch eine betriebliche Altersvorsorge von den Arbeitgebern angeboten oder unterstützt. Und 4% vom monatlichen Einkommen für den Riester-Wahn hat diese Personengruppe in der Regel auch nicht übrig. Abgesehen davon, dass betriebliche Altersvorsorge-Modelle und Riester-Verträge überwiegend von Lebensversicherungskonzernen, Bausparkassen oder Banken getragen werden. Mit der NULL-ZINS-POLITIK der EZB sowie durch SOLVENCY II haben unsere Politiker auch diese Spar-Groschen ins Feuer gestellt.  

Die rund 20,4 Millionen Betriebsrenten und geschätzten 16 Millionen Riester-Verträge -> von denen der größte Teil bereits ruhend gestellt wurde -> taugen also zur privaten Altersvorsorge auch nicht mehr. DRSB-Leser werden sich vermutlich daran erinnern -> dass der DRSB diese fatale Entwicklung schon 1989 vorausgesagt hat. Zur Vermeidung von Alters- und Flächenarmut werden weder bAV noch Riester-Verträge wesentlich beitragen können. Wer noch Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung erzielen kann -> und das sind derzeit noch rund 17% der Ehepaare und sowie 9% der Alleinstehenden -> der kann sich noch glücklich fühlen. Denn auch hier müssen von den erzielten Geldern Rücklagen für notwendige Reparaturen oder Wohnraum-Verbesserungen getätigt werden. Der Anteil der Deutschen -> die noch jeden Monat Gelder aus einer privaten Lebens- oder Rentenversicherung beziehen -> ist extrem niedrig. Bei Ehepaaren sind es lediglich 6% und bei den alleinstehenden Personen 4%. Die Alters- und Flächenarmut ist also schon seit mehreren Jahren eine klar erkennbare Entwicklung für ALLE! Wie soll es den aktuellen und zukünftigen Rentenbeziehern „gut“ gehen? Rein statistisch gesehen beträgt die durchschnittliche Monatsrente 958,00 Euro. Und das bei zu erwartenden steigenden Strom- und Mietkosten. Den deutschen Beamten dagegen geht es rein statistisch betrachtet „sau gut“! In Ruhestand beziehen sie eine durchschnittliche Monatspension von 2.960,00 Euro. Aber -> bekanntlich kann man mit Statistiken nahezu alles beweisen. So ist das sehr häufig mit Statistiken, denn sie sind sehr begrenzt aussagefähig. Trotzdem stehen die Beamten-Pensionen in keinem gesunden Verhältnis zu den gesetzlich erreichbaren Monatsrenten.

Die Schere zwischen

ARM und REICH wird immer grösser.

Die deutsche Mittelklasse befindet sich in Auflösung und verarmt langsam vor sich hin. Auch die meisten Mitglieder der Mittelklasse werden demnächst von der Alters- und Flächenarmut eingeholt. Diese Entwicklungen werden unsere Gesellschaft tiefgreifend umkrempeln und dauerhaft verändern. Solche trüben Aussichten werden jedes demokratische Staatsgebilde schwer erschüttern. Denn wer zahlt noch gerne monatliche Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung -> investiert noch in dubiose private Vorsorgemodelle -> wenn man im Ruhestand von der Unterstützung der Sozialämter leben muss? Während für Beamte und Politiker der deutsche Staat zum Selbstbedienungsladen vorkommt. Hätten deutsche Bundesregierungen ab 1990 die Empfehlungen des DRSB umgesetzt ->

ALLE von ALLEM für ALLE ->

und hätten auch Beamte und Politiker in die GRV einzahlen müssen, dann könnte man heute ohne Zweifel jedem aktuellen Rentenbezieher eine Mindestrente von mindestens 2.200,00 Euro monatlich garantieren. Bedauerlicherweise wurden die Forderungen und Empfehlungen des DRSB bis heute nicht umgesetzt. Auch den sinnvollen und nutzmehrenden DRSB-Vorschlag die monatlichen Beiträge für privaten Betriebsrenten in eigenständige Versorgungswerke einzuzahlen -> die weder von Banken, Bausparkassen oder Versicherungskonzernen dominiert und verwaltet werden -> wurden von den gewählten Volksvertretern nicht umgesetzt. In Erweiterung zur volksschädlichen und volksfeindlichen AGENDA 2010 plant nun die SPDlerin Nahles, dass die Langzeitarbeitslosen über 63 Jahre -> die länger als 1 Jahr arbeitslos sind -> von den Arbeitsagenturen und Jobcentern -> mit massiven Rentenabschlägen -> zwangsverrentet werden sollen. Die SPDlerin bleibt damit der SPD-Linie treu und möchte wieder einmal die Rentenprobleme auf dem Rücken der schwächsten Deutschen lösen. Möglicherweise hat man Andrea Nahles den Begriff SOZIAL-DEMOKRATIE noch nicht ausreichend erklärt.

Machen wir uns nicht länger etwas vor!

Kinder-, Alters- und Flächenarmut sind in Deutschland sowie in den meisten EU-Mitgliedsstaaten längst zur gesellschaftlichen Realität geworden. Bedauerlicherweise nähren die ETABLIERTEN DEUTSCHEN PARTEIEN immer gerne die Illusion, man habe die Zukunft der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge fest im Griff. Nüchtern und sachlich betrachtet sind seit rund 35 Jahren alle wesentliche Fragen zur Rentenstabilität unbeantwortet geblieben.

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