Das Wort am Sonntag – 04 Dezember 2011

Das Wort am Sonntag

 

Mutation der Krankheiten?

[ Disease Mutation ]

 

04. Dezember 2011

 

In unserer Heimat ist es schon lange bekannt, dass zum Beispiel Strukturvertriebe wie der AWD nicht die Produkte für die Kunden aussuchen, sondern die Kunden für die Produkte.

„So ist halt das moderne Marketing und Branding“,

so glauben es leider immer noch sehr viele Menschen in unserer Heimat und bezahlen oftmals für überteuerte oder untaugliche Produkte ihr sauer Erspartes.

Die Menschen in den USA kennen es nicht anders.

Dort werden seit mehr als 100 Jahren die Produkte nicht nach den Wünschen oder Bedürfnissen der Menschen entwickelt – man sucht und entwickelt vielmehr Motive, die den Verbrauchern bestimmte Produkte schmackhaft machen. Auch werden Amerikaner ständig daran erinnert, sich auf die Suche nach neuen Krankheiten zu begeben. Mit der willfährigen Hilfe von Medizinern und den Medien werden Amerikaner ängstlich gemacht, sodass man danach Pharmaprodukte leichter an das „Kind“, den „Mann“ oder an die „Frau“ bringen kann. Die Botschaften der Pharmalobby sind eindeutig:

Wir kümmern uns ums Wohlbefinden.

Wir kümmern uns um jeden Schmerz und jedes Leid.

Wir haben die Pille für jedes Symptom.

So geraten immer mehr US – Bürger in die Fänge der Pharmalobby, die immer neue Medikamente für immer besser designte Krankheitsbilder auf den Markt bringt.

Diese Pharmalobby, diese Pharmaindustrie die sich keinerlei Sorgen um das Wohlbefinden ihrer Kunden macht und auch vor deren bewusster Irreführung nicht zurückschreckt, macht Jahr für Jahr gigantische Umsätze. Die Liste der neu entwickelten vermeintlichen Krankheiten wird quasi im Monatsrhythmus länger.

Kleine Kostprobe gefällig?

ADHS

bipolare Störungen und Panikattacken

Chronisches Erschöpfungssyndrom Reizdarmsyndrom Erektionsstörungen / weibliche sexuelle Dysfunktion,

saisonal affektive Störungen / Sozialphobien / Fibromyalgie

und natürlich das

PMS

[ prämenstruelles Syndrom ].

So „produziert“ die Pharmaindustrie in den USA und auch bei uns in Europa

maßgeschneiderte Krankheiten und Krankheitsbilder

für Gesunde beziehungsweise für vermeintliche kranke Menschen, die bis zur medialen Veröffentlichung nicht das Geringste ihrer zukünftigen Krankheit wussten.

Denn jedes neu definierte Krankheitsbild eröffnet völlig neue riesige Märkte. Die „fleißigen“ Marketingstrategen der Pharmaindustrie verwenden das ganze Können darauf, wie sie für Millionen Menschen Designerkrankheiten aus der Taufe heben und sogleich bestimmte Medikamente zur Behandlung anbieten können. Mit der Schaffung neuer

medizinischer Bedürfnisse

werden sogar schnell einmal obsolete Arzneimittel verkauft, deren Indikationen begrenzt sind oder deren Patentschutz in Kürze abläuft. So umgeht man „geschickt“ kostspielige und langjährige Investitionen in Forschung und Entwicklung. Das Ziel für die Manager ist klar:

Erhöhung der Gewinnspanne und mehr Profit.

Die Volksgesundheit interessiert dort keinen Manager, denn aus reiner Gier nach Profit wird mit dem Hebel der

Psychopathologisierung

der Medikamentenkonsum der Bevölkerung systematisch in die Höhe getrieben. Medikamente sollen zur Heilung von Krankheiten dienen, zumindest ist das die Vorstellung der Menschen in unserer Heimat, die ein Arzneimittel einnehmen. Doch nicht nur in den USA tauchte mit dem Einsetzen der US – Finanz- und Wirtschaftskrise der Verdacht auf, dass es sehr viele Medikamente der pharmazeutischen Industrie gibt, die statt zu heilen viel eher Krankheiten fördern. Über

Risiken oder Nebenwirkung

können schließlich die Apotheker aufklären. So vermittelt es uns täglich die Werbung. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt die Kaltschnäuzigkeit der Pharmaindustrie, denn für die vorsätzliche und bewusste Förderung von Krankheiten gibt es einen feststehenden Begriff:

Condition Branding.

Wer hätte so etwas vor 30 Jahren zu denken gewagt? Bis in die Mitte 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts stellte zumindest die deutsche Pharmaindustrie Medikamente her, um kranke Menschen zu heilen oder deren Leiden zu lindern. Seitdem rückte höchstwahrscheinlich das vorsätzliche und bewusste Förderung von Krankheiten in den Fokus der Profitüberlegungen. Das sogenannte

Condition Branding

ist also auch bei uns auf dem Weg, die moderne Zukunftsmedizin in ein unübersichtliches gigantisches Marketingunternehmen zu verwandeln, indem nicht die Heilung von Kranken wichtig erscheint, sondern der Profit, den man mit Pillen machen kann, die eigentlich niemand braucht. Die in die Forschung und die Entwicklung gesteckten Investitionen sollen sich bereits nach kurzer Zeit lohnen, sodass man immer häufiger die Strategie verfolgt, Menschen in vermeintlich Krankheiten zu treiben und sie dann quasi zu willenlosen

Medikamentenverbraucher

mutieren zu lassen. Dieses perverse Szenario hat natürlich auch soziale Risiken und Nebenwirkungen, denn gutgläubige Mediziner und ordnungsgemäß arbeitende Gesundheitsbehörden werden unfreiwillig zu Komplizen des

Condition Branding

gemacht.

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