Das Wort am Sonntag
Wo die Exklusion explodiert
und Armut regiert, gedeiht das Glückspiel
17. April 2011
In sogenannten Spielhöllen wechseln sich Hoffnung und Trostlosigkeit ständig ab. Dabei ist wie bei allen Glücksspielen die Hoffnung auf den großen Gewinn eine fatale Triebfeder, denn sie führt extrem schnell zur Spielsucht. Deshalb fordert der DRSB schon seit den erkennbaren Auswirkungen der Agenda 2010 wesentlich strengere Kontrollen sowie sinnvolle Präventionsprogramme. Doch das ist nicht genug, denn vor allem niedrigschwellige Spielangebote gefährden nicht nur junge Migranten, sondern auch zunehmend von sozialer Ausgrenzung betroffene Hartz IVler. Solange es Glücksspielangebote gibt, wird es auch Spielsüchtige geben.
Mehr Angebote vergrößern lediglich den Teufelskreis.
Die Bundesländer wollen den Glücksspielmarkt neu regeln. Dazu beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz [ MPK ], dass die Bundesländer das Lotteriemonopol im Rahmen eines neuen Glücksspielstaatsvertrages aufrecht erhalten möchten. Das bedeutet zunächst, dass die etablierten Lotterien wie bisher ausschließlich von den staatlichen überprüfbaren Lotteriegesellgesellschaften angeboten werden.
Insoweit ändert sich nichts.
Bei den völlig unkontrollierbaren Sportwetten sollen jedoch Lizenzen auch an private Anbieter vergeben werden. Dabei sollen die bislang nur von den etablierten Lotterien beachtenden Ziele:
Bekämpfung der Spielsucht, Kanalisierung des Spieltriebs,
Schutz vor Manipulation und Betrug, sowie Jugendschutz
für Sportwetten in gleichem Maße gelten. Das Lottospiel soll zukünftig sowohl über den bisherigen Vertriebskanal [ Lotto - Annahmestellen ], als auch über das Internet erlaubt sein. Bislang scheint nicht geklärt zu sein, inwieweit sich die Erlaubnis für das Lottoangebot im Internet nur auf unkontrollierbare gewerbliche Glücksspielvermittler bezieht oder ob die „Lockerungen” auch für die überprüfbaren Veranstalter Gültigkeit haben soll. Sogenannte Sportwetten sollen in einem Konzessionsmodell geregelt werden. Hierfür sollen sieben bundesweite Sportwettenkonzessionen vergeben werden. Die Konzessionsnehmer müssen sich auf freiwilliger Basis verpflichten, keine in Deutschland verbotenen Glücksspielangebote zu vertreiben. Verstöße hiergegen führen zu Strafen bis hin zum Konzessionsentzug. Zudem sollen es allen konzessionierten Sportwettenanbietern zukünftig erlaubt werden, uneingeschränkt Trikot- und Bandenwerbung zu betreiben. Sogenannte Sportwetten sind künftig auch im Internet erlaubt. Sportwetten dürfen als Live – Wetten nur auf Endergebnisse angeboten werden, das bedeutet zum Beispiel das Wetten auf den nächsten Einwurf oder auf das nächste Tor etc.
