Das Wort am Sonntag – 30. Januar 2011

Das Wort am Sonntag

Der große Irrtum

30. Januar 2011

 

Die noch immer anhaltende und sich teilweise vergrößernde US – Finanz- und Wirtschaftskrise bringt es täglich ans Tageslicht, was der geplatzte Traum vom globalen Boom für ein paar Jahre lediglich überdecken konnte.

Die deutsche Wirtschaftspolitik hat kein

schlüssiges Konzept, weder vor nach während der

USFinanz- und Wirtschaftskrise.

Das ideenlose Herumwurschteln und Überlebenstaktieren in deutschen Ministerien hält nun schon mehr als 30 Jahre an. Sinnvolle oder gar nutzmehrende Gedanken, Ideen oder Innovationen erblickten in deutschen Ministerien erst gar nicht das Tageslicht. Nachdem jetzt selbst den völlig Verblendeten bewusst wurde, dass das neoliberale Wirtschaftsmodell im Nachahmungsstil der Chicagoer Schule endgültig voll gegen die Betonwand gefahren ist, bleibt für die Wirtschaftspolitik nur sehr wenig Zeit eine grundlegende Wende einzuleiten.

Erfolgt keinerlei Reaktion, dann werden die Verschlechterungen der Verhältnisse zur Kehrtwende zwingen. Jahrzehntelang war es für die Kapitalelite vollkommen normal, das angesammelte Vermögen zu verschleiern sowie den dadurch gewonnenen Einfluss herunterzuspielen. Langsam begreift nun die Bevölkerung, wie viel Macht sich bei wenigen Kapitaleignern konzentriert hat. Nach der Agenda 2010, Hartz IV und dem Riesterdebakel spricht man in Kreisen der Kapitaleliten noch immer davon, dass der Leidensdruck für die Menschen in unserer Heimat noch immer nicht hoch genug sei.

Für wen, wieso und warum

sollte sich der Leidensdruck noch weiter erhöhen?

Es bleibt zwar erklärungsbedürftig, warum sich die Menschen in unserer Heimat so willig auf Jahre hinaus täuschen ließen. Nach meinen Studienergebnissen wirkt noch immer die Imagination vom Wirtschaftswunder in den Köpfen nach und erzeugte ein Bild von dem vermeintlichen Reichsein.

Doch der echte Wohlstand war zu keiner Zeit gleich verteilt, sondern vernebelte die Realität dadurch, dass der angeheizte Massenkonsum die mittlere und untere Mittelklasse sowie die gesamte Unterklasse im Kaufrausch gefangen hielt. Nennen wir es einfach beim Namen:

Demokratisierung des Konsums.

Selbst ärmere Menschen in unserer Heimat konnten sich Produkte und Statussymbole der Kapitaleliten leisten.

Technische Geräte aller Art, größere Automobile und in vielen Fällen die eigenen vier Wände.

Damit haben das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz,

die Agenda 2010 und eine arbeitsplatzvernichtende Wirtschaftspolitik nachwirkend aufgeräumt.

Seriöse Konsumforscher haben bereits seit längerem herausgefunden, dass viele Menschen bei Aldi, Netto oder Lidl einkaufen, weil es sie stark beruhigt, dass man in diesen Geschäften nur zwei Marken Toilettenpapier und eine Marke Küchentücher preiswert kaufen kann.

Schon alleine dieses Massenverhalten zeigt den Beginn einer gravierenden Marktwende. Was unsere Politiker nicht auf die „Kette” kriegen, dass schaffen die Menschen in unserer Heimat aus dem „Bauch” heraus.

Man fängt an, mit dem großen Irrtum aufzuräumen.

 

Veröffentlicht unter Alle Artikel, Das Wort am Sonntag

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>