DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Heinrich Sternemann ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 01. November 2009
Das Wort am Sonntag
Britisch – deutsche Spaltpilze
„Die Fieberträume von Gordon Brown und Gustav Horn”
Als montags am 31. August 2009 die Shanghaier Börse einbrach und auch die Wall Street mit Verlusten in die 36. Handelswoche startete, fiel der chinesische Leitindex um 6,7% auf den tiefsten Stand seit Monaten und beendete damit den August 2009 mit dem zweitstärksten Rückgang seit 15 Jahren.
Nachdenklichkeit und Angst überrollten die Gehirne der Börsen – Junkies, dass die Gewinne der Unternehmen die Börsenbewertungen nicht rechtfertigen würden.
Obwohl vor der 36. Handelswoche weltweit die Aktienkurse überraschend gestiegen waren, verstärkte das Geschehen in China die Beunruhigung im globalen Börsenmarkt.
Selbst Unternehmen, die verantwortungsvoll und erfolgreich gewirtschaftet hatten,
standen zu Handelsbeginn plötzlich und unerwartet unter erheblichen Druck.
Einen Grund mehr, einmal ohne Emotionen oder Verblendung über den tatsächlichen Nutzen einer US – Börsennotiz und die asiatischen Handelsplätze wertfrei sowie kritisch nachzudenken.
Danach war den meisten verantwortungsbewussten deutschen Managern klar, was man von den Handelsplätzen in Asien und den USA zu erwarten hatte.
Zu teuer, zu hohe Berichtspflichten, zu wenig Nutzen
sind die Hauptgründe, warum vermehrt deutsche Unternehmen nun endlich ihre Aktien von den US – Börsen nehmen.
Noch vor einem Jahr galt es für deutsche oder europäische Aktiengesellschaften als Ritterschlag, wenn man an einer großen US – Börse „gnädig” gelistet wurde.
Immer mehr deutsche oder europäische Unternehmen merken nun, dass der finanzielle Aufwand hoch, der wirtschaftliche Nutzen relativ niedrig ist und erkennen kaum noch Vorteile für ihre Gesellschaften.
So ist es keinesfalls verwunderlich, dass der Versicherungskonzern Allianz, zwar relativ spät nun auch seine Aktiennotiz an der
New Yorker Börse NYSE
beenden möchte.
Folgerichtig stellt die Allianz auch an den obsoleten Wertpapierbörsen in
London, Mailand, Paris und Zürich
die Notierungen ein.
Lediglich noch sieben deutsche Firmen lassen – nach wie vor – ihre Aktien in den USA notieren. Zur Jahresmitte 2004 waren es noch 21 gutgläubige deutsche Konzerne.
Handeln die verantwortlichen Manager der Dax – Konzerne
Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom,
Fresenius Medical Care, SAP, Siemens
sowie der TecDax – Wert
Aixtron
nun besonders schlau oder bringt sie die Unkenntnis dazu, in den USA zu verbleiben?
Denn bereits 2007 machte der Chemiegigant
BASF
den Anfang und verließ die amerikanischen Börsen. Später folgten der
Pharmariese Bayer, der Versorger Eon
und kurz danach zog sich der Chiphersteller Infineon zurück.
Mit dem Einsetzen der US – Finanz- und Wirtschaftskrise erkannten die vorgenannten Unternehmen, dass sich der Zuspruch bei den amerikanischen Anlegern im überschaubaren Rahmen hielt und sie die Hoffnung begraben mussten, ihre Produkte in den USA besser vermarkten zu können.
Kluge Amerikaner
legen ihr Geld dort an, wo noch gesunde Unternehmen mit spitzenmäßig ausgebildeten Mitarbeitern in Kernmärkten
„so richtig” Geld verdienen.
Denn der Dienstleistungswahn in den USA vernichtet noch heute täglich tausende produktiver Arbeitsplätze im Land der [ un-? ] begrenzten Möglichkeiten.
Der Anteil ausländischer Investoren bei den deutschen Dax – Unternehmen stieg in den vergangenen Jahren stetig und erreichte bis Oktober 2009 beachtliche 55%. Gemäß den seriösen Zahlen von
Thomson Reuters
haben vor allem Anleger aus den USA und Großbritannien investiert. So ist die
US – Fondsgesellschaft Capital Group mit Abstand noch immer der größte
Dax – Anleger.
In unserer Heimat finden Kapitalanleger aus der ganzen Welt die Dinge, wonach sie in ihren Länder vergeblich suchen:
Stabile soziale Verhältnisse, fleißige Menschen, Kreativität
und
Sicherheit.
Heutzutage können die meisten Anleger ohne Probleme auch über die Grenzen des eigenen Landes hinweg handeln und sich den Börsenplatz mit der höchsten Liquidität, dem besten Preis sowie sich die idealsten gesellschaftlichen und sichersten Rahmenbedingungen aussuchen.
Und dieser Börsen – Handelsplatz heißt nicht New York oder gar London, sondern
Frankfurt.
In den kommenden Jahren konzentriert sich der Aktienhandel auf die Frankfurter Handelsplattform Xetra.
Das ist der wahre Aktien – Markt der Zukunft.
Denn in unserer Heimat muss kein internationaler Konzern hunderte Fachjuristen beschäftigen, deren Hauptbeschäftigung die Erfüllung von unsinnigen Börsenregeln ist.
Dass man in New York und London, den vermeintlichen Wettbewerbsvorteil mit Zähnen und Klauen verteidigen will, erscheint verständlich.
So etwas sollte aber, wie auf dem G20 – Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Pittsburgh geschehen, nicht dazu führen, dass man aus dem eigenen „billigen” Vorteil heraus schärfere Regeln für die Finanzbranche blockieren möchte.
Das andauernde
Heuschrecken – Desaster
in unserer Heimat zeigt deutlich, dass härtere Regulierungsmaßstäbe unausweichlich sind, wenn wir in Deutschland sicher geglaubte Arbeitsplätze erhalten wollen.
Der stetige wirtschaftliche Zerfall des Britischen Empire sowie das Fehlen von Regulierungssystemen für Hedgefondsmodelle hat Großbritannien an den Rand des Staatskonkurses geführt.
Hier zeigt sich, wie sinnvoll und nützlich die vom DRSB e.V. geforderte
Börsenumsatzsteuer
im internationalen Finanzkonzert harmonisch eingreifen könnte.
Das schafft die richtigen Anreize, in die reale Wirtschaft zu investieren, denn alles andere setzt völlig falsche Akzente.
Wenn nun der britischen Premierminister
Gordon Brown
in Ermangelung von vorweisbaren sozialen sowie wirtschaftlichen Erfolgen im eigenen Land die Bildung einer Weltwirtschaftsregierung fordert, dann hat diese zunächst verwunderliche Aussage nichts mit britischen Fieberträumen zu tun.
Über solche Forderungen berichtete der DRSB e.V. bereits 2003 im Rahmen der Durchleuchtung der dubiosen Aktivitäten der so genannten
Bilderberger – Organisation.
Dem DRSB e.V. war bis zu den öffentlichen Äußerungen nicht bekannt, dass der britische Premierminister
Gordon Brown
zu dieser besonders „speziellen” Organisation gehört. Dass der möglicherweise von fremden Mächten getriebene Brite zum atlantischen Netzwerk zählt, war hinlänglich bekannt und verwundert somit keinesfalls.
Seriöse europäische Volkswirte, auch aus England, lehnen die Einrichtung einer Weltwirtschaftsregierung, wie vom britischen Premierministers
Gordon Brown
gefordert, ab.
Denn eine solche verdrechselte Vorstellung von einer Weltwirtschaftsregierung ist sicherlich verfehlt, zumal einer Einrichtung dieser Art die spezifische demokratische Legitimation wie auch exekutive Befugnisse fehlen.
Wesentlich hilfreicher wäre es, dass die Finanz- Frühwarnsysteme die zum Teil schon existieren beziehungsweise recht schnell aufgebaut werden könnten auch funktionieren.
Nichtsdestotrotz muss man äußerst kritisch den Vorstoß des britischen Premierministers
Gordon Brown
weiter genau beobachten, denn die Zielsetzung der Mitglieder der
Bilderberger – Organisation
laufen auf eine so genannte umfassende Weltregierung hinaus. Die Strategen um den Kopf Henry Kissinger herum basteln nach vorliegenden Informationen bereits an der
Vereinheitlichung der wirtschaftspolitischen Systeme in den NATO – Staaten.
Dazu wurden die Beratungsgremien schrittweise um die Länder erweitert, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Entwicklung ein ausreichend hohes Gewicht in der Weltwirtschaft erlangt haben.
Wie weit sich Gewerkschaften und SPD von der Bevölkerung in unserer Heimat entfremdet haben, zeigen die fragwürdigen Aussagen von
Gustav Horn,
der als Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der gewerkschaftsnahen
Hans – Böckler – Stiftung
sein vermutlich volksschädliches Unwesen treibt.
Zitat Gustav Horn / Hans – Böckler – Stiftung:
„Der Vorschlag von Brown geht in die richtige Richtung.
Nach der Globalisierung der Märkte
brauchen wir eine Globalisierung der Wirtschaftspolitik.”
Zitat Ende.
Spätestens im Mai 2010 muss sich
Gordon Brown
erneut zur Wahl stellen und seine Chancen, anschließend arbeitslos zu sein, stehen zurzeit denkbar gut.
So etwas kann selbst Fieberträume von einer Weltregierung schnell abkühlen lassen.
Ohnehin halten die meisten europäischen Regierungschefs den redseligen Briten für einen gefährlichen
Spaltpilz.
Wie jedoch in naher Zukunft die fragwürdigen Aussagen von
Gustav Horn
zu bewerten sein könnten, bleibt höchstwahrscheinlich deutschen Gerichten vorbehalten.
Den meisten Menschen in unserer Heimat ist das, was
Gordon Brown und Gustav Horn
leichtfertig verzapft haben, keineswegs gleichgültig, denn durch die wahnsinnigen Geschäfte der charakterlosen
Casino – Banker und Börsen – Junkies
hat der deutsche Staat viele Milliarden an Steuern in die Finanzindustrie pumpen müssen und immer mehr Bürger verlieren ihre sicheren Arbeitsplätze und Häuser.
Es sollen nun endlich Köpfe rollen,
Vergeltung wird verlangt und entschlossene, hart durchgreifende Politiker werden in unserer Heimat noch immer vergeblich gesucht.
DRSB
Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
