Das Wort am Sonntag – 19. April 2015 / Straßen in Deutschland – Der ehemalige Stolz deutscher Politiker

Straßen in Deutschland

Der ehemalige Stolz deutscher Politiker

 

Nach dem 2. Weltkrieg galt es, den Neuaufbau unserer Heimat zu forcieren. Dazu zählte auch der systematische Ausbau des deutschen Straßennetzes – > denn nur ein qualitativ gutes Straßennetz kann die vielfältigen Transportaufgaben bewältigen. Transportaufgaben verbinden alle Lebensbereiche eines Volkes. Transport von Menschen und Wirtschaftsgütern. So entstand im Laufe der Jahre in Deutschland ein überörtliches Straßennetz mit einer Gesamtlänge von mehr als 230.000 km – > Bundesautobahnen, Bundesstraßen, Landesstraßen und Kreisstraßen. Hinzu kommen noch die so genannten Gemeindestraßen mit einer Länge von rund 415.000 km. In der Rangliste der größten Straßennetze der Welt liegt Deutschland mit 645.000 Kilometern auf dem elften Rang. Das deutsche Autobahnnetz erstreckte sich im Jahr 2013 auf 12.879 Kilometer. Bayern, Niedersachsen – > und Nordrhein-Westfalen haben die größten Autobahnnetze in Deutschland. Finanziert wurde das deutsche Straßennetz bis heute schwerpunktmäßig durch Steuergelder. Die Investitionen des Bundes in das Straßennetz lagen im Jahr 2013 bei rund 5,4 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2017 möchte man die Höhe der Investitionen auf über 6 Milliarden Euro steigern. Denn ein gut ausgebautes Straßennetz ist absolut entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region.

Wichtig ist deshalb die Netzdichte und Qualität!

Die Netzdichte beschreibt das Verhältnis von Straßenlänge zu Fläche – > Einheit km je km². Die tatsächliche Netzdichte und Qualität lässt Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Region oder eines Bundeslandes zu. Deutschland verfügt als Transitland über eine hohe Netzdichte [ 1,80 – > km / km²). Ausschlaggebend für eine hohe Qualität ist aber der Straßenquerschnitt – > die stabile Fahrbahnbefestigung – > sowie eine logische und sinnvolle Linienführung. Ergo wurde ab 1960 verstärkt in das deutsche Straßennetz investiert.

Es war einmal der ganze Stolz deutscher Politiker!

Mit der Regierungsübernahme von ROT / GRÜN – > ab 1998 – > wurden immer weniger öffentliche Mittel in den Ausbau und Erhalt des deutschen Straßennetzes gesteckt. Man hatte urplötzlich andere Prioritäten. Das Kunstgebilde der EU zog immer mehr Milliarden aus dem deutschen Staatshaushalt ab. Das deutsche Straßennetz benötigt zum Erhalt sowie zum systematischen Ausbau jährlich mindestens 8 Milliarden Euro. Berlin stellt aber nur 5 Milliarden Euro zur Verfügung. 2 Milliarden Euro steuert der Bund aus Steuermitteln bei – > und 3 Milliarden werden durch die LKW-Maut erwirtschaftet. Es entsteht also jedes Jahr ein Finanzierungsloch von 3 Milliarden Euro – > denn das Zurückhalten von Steuermitteln lässt sich auch in Zukunft nicht mit der LKW-Maut auffangen. Auch durch die angestrebte PKW-Maut kann man die immer größer werdenden Lücken nicht mehr schließen – > denn die taxierten 500 Millionen Euro der PKW-Maut sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Vorbild Österreich?

Nun haben CDU, CSU und SPD ein vermeintlich revolutionäres Konzept zur Finanzierung des deutschen Straßenbaus entdeckt. So soll zum Beispiel eine so genannte

Bundesfernstraßengesellschaft

Für die Planung – > den Bau – > sowie für den Unterhalt der deutschen Autobahnen verantwortlich zeichnen. Die notwendigen Finanzmittel sollen nach dem Vorbild von Österreich private Investoren sowie die Wirtschaft bereitstellen. Die noch zu gründende

Bundesfernstraßengesellschaft

soll keine Steuermittel mehr erhalten. Sie soll sich ausschließlich über Maut-Einnahmen, Kredite und Investionsgelder finanzieren. Der deutsche Autofahrer ist am Ende wieder der

DUMME,

denn er muss wieder kräftig BLUTEN – > wenn die Banken und Investoren ihre Rendite reklamieren und Zinsen und Rückzahlung haben wollen.

Vorbild Österreich?

Wie funktioniert das Modell der privaten Straßenfinanzierung in unserem Nachbarland? Die österreichische Straßenbaubetreibergesellschaft

ASFINAG

kämpft aktuell mit einem Schuldenberg von mehr als 11 Milliarden Euro. Und dieser Schuldenberg wächst stetig an. Eine Besserung ist nicht in Sicht – > sodass die ASFINAG seit 2008 keinen finanziellen Handlungsspielraum mehr hat. Man musste deshalb die jährlichen Investitionen für die Planung – > den Bau – > sowie für den Unterhalt der österreichischen Autobahnen drastisch reduzieren. Seit 2008 wurden pro Jahr schon 30% der Finanzmittel gekürzt. Durch die notwendigen Zins-und Kreditrückzahlungen rechnen seriöse Fachleute mit noch weiteren drastischen Kürzungen. Das vermeintliche

Vorbild Österreich

ist also ein deutliches Abschreckungsmodell mit nachweisbaren katastrophalen Folgen. Denn Vergleichbares wird vermutlich auch dem deutschen Modell

Bundesfernstraßengesellschaft

passieren. Die Pläne der GroKo – > das deutsche Autobahnnetz zu privatisieren – > sind schon heute in die Kategorie

SCHNAPS-IDEE

einzuordnen. Verbessern wird man mit der geplanten Privatisierung des deutschen Straßenbaus absolut nichts – > außer – > dass die Einnahmen für Banken und Investoren noch reichlicher und regelmäßiger fließen. Denn wenn es zu Zahlungsausfällen kommt – > dann zahlen wir ALLE wieder den Preis für eine total verrückte SCHNAPS-IDEE unserer Volksvertreter.

Also:

Ein klares NEIN zu privaten Straßennetzen!

_______________________________

Möchten Sie sich unabhängig und sachlich korrekt informieren? Ohne Beeinflussung von Werbe- oder Produktpartnern. Ohne Beeinflussung von Geheimdiensten oder angeschlossenen Tarnorganisationen, Geheimbünden oder dubiosen NGO´s.

JA!

Dann lesen Sie regelmäßig kostenfrei die DRSB – Internetseite mit den aufklärenden Artikelserien. Nutzen Sie die Vorteile der Demokratie.

Bilden Sie sich Ihre unabhängige Meinung.

 

Veröffentlicht unter Alle Artikel, Das Wort am Sonntag

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>