DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Andreas Kallen ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 11. Juni 2008
„Dampf ablassen”
Das demokratisch soziale Ventil - 24. Kalenderwoche 2008
Leserbriefe von DRSB - Lesern
Die Leserbriefe wurden nach Themengebiete aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.
Der DRSB e.V. versichert allen Lesern, dass der Wunsch nach Anonymität respektiert und gewahrt bleibt.
An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.
1. Leserbrief / anonymisiert
Herrn
Udo Piasetzky
Vorstandsvorsitzender
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
XXXXXXXX, den 03. Juni 2008
Wie sicher sind noch die Daten bei der Telekom?
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
was wir aus James Bond Filmen oder aus sonstigen Spionagethrillern kennen, ist in Deutschland bereits gelebte Unternehmenskultur.
Seit sich fast schon in jedem großen deutschen Konzern ehemalige Berater von McKinsey befinden, reißt die Skandalkette nicht mehr ab.
Ob nun Zumwinkel, Ricke oder Obermann, die Glaubwürdigkeit dieser Art von Managern ist unter dem Nullpunkt angelangt.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Telekom, Kai – Uwe Ricke gibt ohne Skrupel zu, dass er den Auftrag gegeben hat, die Quelle von Indiskretionen im Konzern zu suchen und abzustellen.
Besser kann ein deutscher Staatsanwalt ein Geständnis für kriminelles Handeln nicht mehr serviert bekommen.
Ohnehin erscheint es schon lange so, dass Managertypen wie Ricke oder Zumwinkel sich zur Machterhaltung krimineller Methoden bedienen.
Der amtierende Telekom – Chef, René Obermann, bestreitet zurzeit immer noch eine Beteiligung an den Spionageaktivitäten und versucht, seinen Kopf zu retten.
René Obermann hält es für eine Sauerei wenn jemand behauptet, er sei in diese Affäre verwickelt. Eine Erklärung, warum er monatelang trotz der Kenntnis der Sachlage geschwiegen hat, gab René Obermann nicht ab.
Der „Spiegel” berichtet nun, dass bereits 2006 gezielt Ausforschungen über eine gemeinsame Kostenstelle des damals neu angetretenen Konzernchefs Obermann und seines Aufsichtsratschefs Zumwinkel bezahlt wurden.
Auch wenn der „unschuldige” Obermann die entsprechenden Rechnungen weder gesehen noch unterschrieben haben will, was in einem großen Konzern völlig normal ist, muss er von den kriminellen Aktivitäten gewusst haben, sonst würde er durch seine Unkenntnis gleichzeitig seine „Unfähigkeit” dokumentieren.
Auch die Obermann – Versicherungen, dass die Kundendaten bei der Telekom sicher seien sind unlaubwürdig.
Das vollmundige Versprechen einer umfassenden Aufklärung mit dem Hinweis, die Verantwortlichen ohne Ansehen von Rang und Person zur Rechenschaft zu ziehen, klingt wenig vertrauenserweckend.
Die Telekom räumte ein, dass zwischen 2005 und 2006 mindestens ein Jahr lang Telefondaten ausspioniert worden sind, um die Veröffentlichung von vertraulichen Informationen zu unterbinden.
Die „Süddeutsche Zeitung” berichtete, dass die Telekom auch Bankdaten von Journalisten, Aufsichtsräten und anderen Zielpersonen ausspähen lässt.
Neben Mitgliedern des Aufsichtsrats sollen auch Reporter der Zeitung „Financial Times Deutschland”, Journalisten des Wirtschaftsmagazins „Capital” sowie DRSB – Mitglieder monatelang ausgeforscht worden sein.
Täglich wächst die Zahl der Telekom – Mitarbeiter, die ihren Chef nicht mehr für „sauber” halten.
Deshalb sollte René Obermann schnellstens zurücktreten, damit weiterer Schaden begrenzt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
DER VERFASSER
2. Leserbrief / anonymisiert
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Herrn Udo Johann Piasetzky
Ikenstraße 8
40625 Düsseldorf
XXXXXXX, den 07. Juni 2008
Täglich kommen neue Details in der Telekomaffäre ans Tageslicht
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
erinnern Sie sich noch an die Schlagzeilen im vergangenen Jahr?
„50 000 Mitarbeiter haben Angst vor diesem Mann.”
So titelten die Printmedien über René Obermann. Die Deutsche Telekom zog damals in den größten Tarifkonflikt ihrer Geschichte. René Obermann fochte ihn in aller Härte durch und vernichtete zahlreiche Arbeitsplätze und Karrieren.
Damals war die ganze Republik entsetzt über die Telekom.
Passiert ist aber gar nichts. Der Telekom – Konzern lebt vom Vertrauen seiner Kunden. Die Spitzelaffäre hat erneut gezeigt, wie tief das Unternehmen bereits zerrüttet ist.
Obermann erkennt die Gefahr nicht und versucht eiskalt nur seinen Kopf zu retten.
Er sucht verzweifelt die Öffentlichkeit, spricht innhaltslose Sätze in jede Kamera und lädt pausenlos zu Pressekonferenzen, um gezielt von den Bespitzelungen abzulenken.
Er ist sehr bedacht auf seine Rolle, dass er gut dasteht und nicht der Funken eines Verdachts auch auf ihn fällt. Unglaubwürdig betont Obermann unablässig, dass das Unternehmen mit aller Kraft an der Aufklärung arbeitet. Doch eine Frage bleibt:
Warum hat er nicht gleich den Staatsanwalt
eingeschaltet, als er von einem ersten Bespitzelungsfall erfuhr?
Eigentlich geht der ehemalige „Zumwinkel – Spezi” Konflikten gerne aus dem Weg.
Durch diese Art der Schocktherapie werden am Ende nur wieder Telekom – Mitarbeiter gefeuert und müssen zukünftig zu noch deutlich schlechteren Konditionen für den Konzern gnadenlos schuften.
Obermann entwickelt sich klar zu einer gefährlichen und unberechenbaren Führungskraft.
Viele Bürger fragen sich nun:
Was hat Obermann aus der Telekom gemacht?
Seriöse erfahrene Analysten und führende Bankmanager vermissen eine klare Strategie sowie innovative Ideen für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft.
Obermann hat nur das fragwürdige Talent sich selbst zu vermarkten.
Kosten runter, Mitarbeiter abbauen und Service verschlechtern.
Das sind die bekannten miesen Methoden der Chicagoer Schule, die noch immer durch McKinsey, auch bei uns Anwendung finden.
Bisher gibt es keine Anzeichen, dass die Berliner Politiker dem skandalösen Treiben ein Ende setzen wollen.
Möglicherweise werden auch Sie und Ihre DRSB – Kollegen von der Telekom bespitzelt und gezielt angegriffen.
Sehr geehrter Herr Piasetzky, lassen Sie endlich Ihren edlen Charakter einmal beiseite und greifen Sie diese neoliberalen „Pharisäer” in härtester Form an, indem der DRSB e.V. schonungslos die Wirkungszusammenhänge und bürgerfeindlichen Zielsetzungen aufdeckt.
Halten Sie weiter durch – in Krisenzeiten – das haben Sie und der DRSB e.V. bis heute eindrucksvoll bewiesen.
Die Deutschen werden Sie und Ihren Verein in Zukunft noch dringend brauchen. Meine Unterstützung sage ich Ihnen hiermit zu.
Mit freundlichen Grüssen
DER VERFASSER
DRSB
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